Von Alexander Hagelüken

Lange Zeit galt: Wer Immobilien besitzt, braucht die Inflation nicht zu fürchten. Eine langfristige Studie zeigt, dass dem nicht so ist.

Seit die Finanzkrise eskaliert ist, wollen viele Deutsche ihre Geldanlage verändern. Sie liebäugeln mit Gold oder Immobilien, weil diese Investments weniger von den Börsen abhängen - und Schutz vor der massiven Geldentwertung versprechen, die wegen der Milliarden-Finanzspritzen von Regierungen und Notenbanken droht.

Immobilien, Berlin, AP

Käufer von Immobilien in wirtschaftlich schwächeren Städten - wie etwa Berlin - müssen damit rechnen, dass Mieten und Preise nachgeben. (© Foto: AP)

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Nun zerstört eine langfristige Studie die Hoffnung, dass sich Anleger durch Wohnungen oder Büros grundsätzlich gegen Inflation wappnen können. Seit 1975 sind demnach die Verbraucherpreise in Deutschland stärker gestiegen als Mieten und Preise vieler Immobilien.

Das Analysehaus Bulwien Gesa ermittelt seit 1975 eine Verteuerung des normalen Lebensunterhaltes um 130 Prozent. Dies vergleicht Bulwien mit einem selbst errechneten Index von Mieten und Gebäudepreisen in 125 Städten, der nur um 105 Prozent zunahm.

Kein Inflationsschutz

Das widerspricht der gängigen These, dass Inflation den Wert von Immobilien nach oben treibt und ein Investment in diese Sachwerte deshalb eher vor der Geldentwertung bewahrt als der Kauf von Aktien oder Staatspapieren. "Wohnimmobilien bieten keinen generellen Inflationsschutz", schließt Udo Scheffel, Chef des Wohnungsunternehmens GBW, das die Studie in Auftrag gab.

Bemerkenswert ist, dass Büros und andere Gewerbeimmobilien sich laut Bulwien schlechter halten als Wohngebäude. Das hatte kürzlich schon das Institut der Deutschen Wirtschaft festgestellt. Obwohl Gewerbemieten häufig an die allgemeine Preisentwicklung gekoppelt werden, stieg der Bulwien-Index für Mieten und Wertsteigerung nur um 80 Prozent - bei Wohngebäuden dagegen um 120 Prozent. Aber auch das liegt noch unter den Verbraucherpreisen.

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