Immobilienkredit Welche Bedingungen gelten für die Anschlussfinanzierung?

Warum ein Angebot der Hausbank nicht immer die beste Wahl ist und der Wechsel zu einem anderen Kreditinstitut lukrativ sein kann - Tipps für eine gelungene Anschlussfinanzierung.

Von Eva Dignös

Auch wenn die meisten Kreditverträge für eine Immobilie über zehn bis 20 Jahre abgeschlossen werden, sind Haus oder Wohnung am Ende der Zinsbindungszeit oft noch nicht abbezahlt. Doch wie geht es jetzt weiter? Welche Bedingungen gelten für die sogenannte Anschlussfinanzierung?

Meist bietet das Geldinstitut, bei dem die Baufinanzierung abgeschlossen wurde, einen Anschlussvertrag an. Zinssatz und Zinsbindungszeit werden darin neu festgelegt. Maßgeblich sind die aktuell gültigen Zinsen: Hatte man den Erstvertrag in Zeiten hoher Zinsen abgeschlossen, profitiert man von den aktuell sehr günstigen Konditionen und kann seine monatliche Rate möglicherweise senken (Stand Dezember 2015). Umgekehrt müssen Immobilienkäufer, die das derzeitige Zinstief ausnutzen, damit rechnen, dass sie in zehn oder 20 Jahren schlechtere Bedingungen vorfinden.

Nicht gleich auf das Angebot der Hausbank eingehen

Das Angebot der Hausbank ist nicht unbedingt die beste Wahl für die Anschlussfinanzierung. "Ein Vergleich lohnt sich auf jeden Fall", sagt Hartmut Schwarz, Spezialist für Immobilienfinanzierung bei der Verbraucherzentrale Bremen. Nachfragen sollte man nicht nur bei den Geldinstituten, sondern auch bei einem Baufinanzierungsmakler: "Dadurch erhält man einen guten Überblick." Ganz wichtig: Man muss den Saldo wissen, der zum Stichtag auf dem Konto steht. Nur so ist sichergestellt, dass die Beträge der Anschlussfinanzierung auch passen und nicht versehentlich zu viel Geld aufgenommen wird.

Der Aufwand, den der Wechsel zu einem anderen Kreditinstitut mit sich bringe, sei längst nicht so hoch, wie oftmals angenommen, sagt Schwarz: "Die Kosten belaufen sich auf 100 bis 800 Euro - das fällt beispielsweise bei einem um 0,2 Punkte günstigeren Kredit bei den Gesamtkosten überhaupt nicht ins Gewicht." Oft sei auch die Bonitätsprüfung weniger aufwendig als beim Erstvertrag: Die Immobilie diene als Sicherheit und ein Teil der Schuld sei ja bereits getilgt. Die Formalitäten für die Übertragung der Grundschuld werden in der Regel von den Banken erledigt.

Wichtig ist ein ausreichender zeitlicher Puffer. "Spätestens drei Monate vor dem Ende der Zinsbindungsfrist sollte man sich um die Anschlussfinanzierung kümmern", rät der Experte. Was viele vergessen: Auch ein Kreditvertrag, dessen Zinsbindung ausläuft, muss gekündigt werden: "Die Frist beträgt einen Monat", sagt Schwarz.