Immobilien sind selbst in schwachen Zinszeiten eine lukrative Geldanlage. Das denkt sich auch die Allianz - und buhlt um Aldi-Immobilien. Wegen der eigenen Verpflichtungen.
Was tun, wenn sichere Kapitalanlagen nur mickrige Rendite abwerfen? Und wenn diese nicht ausreichen, um die zugesagten Verzinsungen auf Lebensversicherungen zu erfüllen? Spätestens dann muss eine neue Strategie her: Wie beispielsweise das Investieren in Immobilien. Weil die auch in schwachen Zinszeiten als lukrative Einnahmequelle gelten. Jetzt interessiert sich der Versicherungskonzern Allianz für Immobilien des Einzelhandelskonzerns Aldi Süd.
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Der Versicherungskonzern Allianz hat offenbar Interesse an Aldi-Süd-Immobilien. (© dpa)
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Das Übernahmevorhaben sei beim Bundeskartellamt angemeldet worden, bestätigte eine Sprecherin der Wettbewerbsbehörde in Bonn einen Bericht der Financial Times Deutschland (FTD). Es gehe um den "Erwerb von Immobilien der Aldi Gründstücksgesellschaft". Nähere Details wollte die Sprecherin nicht nennen, auch Allianz äußerte sich nicht zu Einzelheiten. Aldi Süd bestätigte Gespräche mit dem Versicherer über einen Immobilienverkauf, gab aber ebenfalls zu Details keine Auskunft.
Mit den Aldi-Gebäuden würde der Dax-Konzern auch in Deutschland sein Immobiliengeschäft wieder ausbauen - und so seine Strategie ändern. Vor drei Jahren hatte die Allianz hierzulande für 3,5 Milliarden Euro Gebäude verkauft. Damals lagen die Immobilienpreise kurz vor Ausbruch der Finanzkrise viel höher als jetzt. Daher wollte die Allianz in ausländische Anlagen umschichten.
Stetige Einnahmen auch in Niedrigzinsphase
Immobilienanlagen bringen der Assekuranz auch in Niedrigzinszeiten an den Kapitalmärkten stetige Einnahmen. Darauf sei die Branche derzeit angewiesen. Denn die deutschen Lebensversicherer hätten Millionen Kunden eine Zinsgarantie von durchschnittlich 3,4 Prozent auf Lebens- und Rentenpolicen gegeben. Wenn sie aber heute Geld neu anlegten, bekämen sie etwa für deutsche Staatsanleihen maximal zwei Prozent an Zinsen.
Die Immobilientochter der Allianz richtet derzeit ihr Geschäft neu aus und will sich auf größere Objekte konzentrieren. Auch ein stärkeres Engagement im Einzelhandelssektor sei erklärtes Ziel.
Aldi Süd wiederum würde mit dem Verkauf eigener Immobilien noch stärker vom Mietmarkt abhängen, der wegen hoher Leerstände derzeit aber gute Verhandlungsspielräume biete. Ende 2008 habe das Unternehmen über die Tochter Aldi Immobilien 88 Filialgrundstücke im Bestand gehabt. Insgesamt betrieben die Regionalgesellschaften der Aldi-Süd-Gruppe allein in Deutschland fast 1780 Filialen, berichtete die FTD.
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(sueddeutsche.de/AFP/mel/pak)
Debatte über Urheberrecht
Hm, ist das nicht ein Ritt auf dem Vulkan?
Aldi-Immobilien sind nur sehr begrenzt verwertbar. Wenn Aldi sich von einem Standort trennen will, hat die Immobilie somit die Allianz am Bein - da finde man erst einmal einen Nachmieter.
Klar kann man langfristige Mietverträge abschließen, aber es gibt immer Mittel und Wege und Aldi ist ein Kandidat, der diese Wege auch beschreiten wird, komme was wolle.
Hinzu kommt, Aldi hat genug Eigenkapital, wozu sollte man sich von Immobilien trennen? Wenn man sich also von Immobilien trennt, dann doch wohl nur welche in schlechten Lagen.
Hat Aldi Süd doch gar nicht nötig! Die Kaufleute finanzieren sich solide aus der Ladenkasse und dem vierwöchigen Zahlungsziel bei ihren Lieferanten.
Fazit: Wenn die Versicherer etwas für ihr Wachstum tun mögen, dann runter mit den Versicherungsprämien. Damit kann man viele neue Kunden gewinnen und stetige Einnahmen generieren. Für die Zukunft!