Ein Kommentar von Thomas Öchsner

Die Hypo-Vereinsbank sortiert "Problemkunden" aus - ein Fehler. Denn für Bankkunden wird vor allem eines klar: Bei der HVB gibt es eine Zweiklassengesellschaft.

Der Ideal-Kunde für Bankchefs sieht ungefähr so aus: Er oder sie verdient gutes Geld, hat einen sicheren Job, wickelt am besten alles online übers Internet ab und besitzt mindestens zwei bis drei Produkte der Bank. Nicht alle Kunden sind für die Kreditinstitute aber sozusagen eine Lizenz zum Gelddrucken.

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Manche fragen kritisch nach, gehen gern mal bei anderen Instituten fremd, und wieder andere sind "Problemkunden". In Bayern kennt man für solche Spezies spezielle Lösungen: Die CSU lässt "Problembären" abschießen, die Hypo-Vereinsbank (HVB) gliedert "Problemkunden" unter den Kreditnehmern in eine Extra-Abteilung aus. Eine perfide Idee, die der Bank nur schaden kann.

Für 140.000 Kunden der HVB heißt es derzeit: willkommen im Club. Sie gelten als potentiell riskant, werden deshalb aussortiert und extra betreut. Das soll helfen, die Risiken zu minimieren. Für die Bank ist dies trotzdem nicht gut. Jeder potentielle Kunde weiß nun, dass es bei der Hypo-Vereinsbank so etwas wie eine Zweiklassengesellschaft gibt. Und das ist Gift fürs Image.

Eigentlich hätten es die Banker besser wissen müssen: Die Deutsche Bank gliederte 1999 nicht vermögende Privatkunden in die Bank 24 aus - und später reumütig wieder ein. Natürlich ist es bei Kreditinstituten gang und gäbe, ihre Klientel zu sortieren. Die Kunst besteht aber darin, dies so zu tun, dass die Kunden, die weniger gut behandelt werden, es nicht merken. Da muss die HVB noch dazulernen.

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(SZ vom 28.04.2008/mel)