Die Fast-Pleitebank Hypo Real Estate überlebte nur, weil der Staat Milliarden zuschoss - doch Fernsehbilder soll es von der außerordentlichen Hauptversammlung nicht geben.
Die Hypo Real Estate ist eine besondere Bank. Vor einem Jahr noch war sie weithin unbekannt, inzwischen ist sie ein Synonym für Fehlsteuerungen im Finanzmarkt. Weil sie aber als "systemisch" gilt, eine Pleite andere Banken und Betriebe nach unten reißen würde, steigt der Staat ein und gewährt Bürgschaften von mehr als 100 Milliarden Euro.
Tag der Abrechnung: In München geht die außerordentliche Hauptversammlung der Skandalbank Hypo Real Estate über die Bühne. (© Foto: dpa)
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Es handelt sich also um eine durch und durch öffentliche Bank, die sich doch den Luxus leistet, auf der außerordentlichen Hauptversammlung an diesem Dienstag die elektronischen Medien auszusperren. Es wird in Bild und Ton nichts geben: nicht einmal, wie sonst, Mitschnitte der offiziellen Reden. Die Pressefreiheit verschwindet pikanterweise an einem Tag, an dem die Tagesordnung nur einen Punkt hat: die Übernahme von 90 Prozent der Aktien durch den staatlichen Rettungsfonds Soffin.
Offenbar könnten Bilder von wütenden Aktionären im Saal stören. Die Anleger des aus dem Reich der Hypo-Vereinsbank hervorgegangenen Immobilienfinanzierers haben eine lange Leidenszeit hinter sich. Womöglich soll nicht mittels Krawall-Impressionen der Eindruck vermittelt werden, die Steuerzahler müssten für eine windige Sache geradestehen. Am Ende fliegen noch Schuhe aufs Pult! Der Boykott der Presse ist angesichts dieser wichtigen öffentlichen Angelegenheit ein gedanklicher Irrläufer. Zu Recht protestieren ausgesperrte Fernsehsender.
Die restriktive Politik börsennotierter Unternehmen hat Tradition. 2004 erhielt der damalige Aufsichtsratschef der Hypo-Vereinsbank deshalb stellvertretend den Anti-Medienpreis "Verschlossene Auster". Gelernt haben die Nachfolger nichts - und das im neuen Staatskapitalismus deutscher Art.
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(SZ vom 02.06.2009/mel)
Debatte über Urheberrecht
zum Steinbrueckschen Kommunismus ist es, die Pressefreiheit abzuschaffen...
Wahrscheinlich wurde zur Eroeffnung die Internationale gespielt...
Danke Genosse Steinbrueck.. Ich hoffe Lenin und Marx danken es Dir ...
Ansonsten gibt sich die Süddeutsche Zeitung auch mit möglichst billigen Symbolbildern zufrieden.
Siehe z.B. _Münchner_ Kultur vom 2.06.2009:
Mick Hucknall von Simply Red hatte beim Konzert _in_ _München_ ganz was anderes an als auf dem abgedruckten dpa-Foto.
Mein Anspruch an Fotos ist mittlerweile soweit gesunken, dass es mir vollkommen ausreicht, wenn ich zu jedem Artikel über die HRE das gleiche Foto vom Logo am Firmengebäude in München sehe.
Hauptsache, die Gesellschafter des Süddeutschen Verlags können sparen :-((
Wenn hunderte Milliarden an Steuergeldern als Bürgschaft oder wie auch immer zur Verfügung gestellt werden muss das ganze öffentlich und ohne Einschränkung transparent in den Medien gezeigt werden. Hier geht es nicht um die Rechte von einigen Anlegern, sonder um die Zukunft unseres Landes. Jeder Moment muss hier kommentiert werden dürfen, nur so hat die Bevölkerung die Möglichkeit den Sinn oder Unsinn zu bewerten. Es geht hier nicht um fachliche Einschätzung durch die Bürger, hier geht es um Informationen und öffentliche Meinung. Wer solche Berichterstattungen untergräbt macht sich schon wieder der Mauschelei verdächtig. Ich will schon wissen von was z.B. meine zukünftige Rente oder der soziale Status in der Zukunft abhängig ist. Das Geld wird im schlimmsten Fall von unserem Sozialwesen abgezogen. Meine Vorredner verstehe ich vielleicht deswegen nicht, weil ich nie genug Geld hatte um solche Geschäfte einzugehen. Deren Verluste interessieren mich auch nicht, sondern nur die Verwendung von Steuergeldern. Buuh an alle die das verhindern wollen.
... wie wäre es denn mit kritischer Analyse der Vorgänge in Politik und Wirtschaft. Ich weis, keine so gute Idee, da muss man nämlich manche heilige Kuh schlachten.
Der kritische Journalismus ist nur noch sehr selten anzutreffen. Naja, zahlt ja auch keiner, wahrscheinlich ein Werbegift. Und die Werbung zahlt schließlich die Presse.
ach was reg ich mich auf.
Es ist zwar nicht nett, dass die Sender ausgesperrt werden, aber die Berichterstattung über aufgebrachte Aktionäre bringt eigentlich auch niemandem etwas. Viel wichtiger wäre mal eine Analyse der Systemrelevanz der HRE etc.
Komisch finde ich in diesem Zusammenhang, dass die meisten Wirtschaftskommentatoren sich über Eingriffe bei Opel und Arcandor aufragen, aber die Bankenrettung verteidigen. Mit dem nebulösen Begriff der Systemrelevanz, baer ohne Begründung. Wirklich systemrelevant sind meiner Meinung nach aber Dinge wie Infrastruktur, Bildungs - und Gesundheitswesen und an erster Stelle die Menschen.
Na, die sind ja generell unwichtig.
only may two cents, wenn auch etwas vom Thema abweichend
Im Vergleich zu dieser Medienpolitik der Fast-Pleite Banken ist die Berichterstattung der Bildzeitung die nackte Wahrheit.
Paging