Die Aktionäre der Hypo Real Estate geißeln die Regierung zu Unrecht. Denn nicht der Bund, sondern das alte Management hat sie enteignet.
Ein Jahr nachdem der Bund die Hypo Real Estate (HRE) vor dem Zusammenbruch bewahrt hat, ist die Bank voll verstaatlicht. Ein letztes Mal haben die Minderheitsaktionäre Wut und Häme über das neue Management und den Rettungsfonds Soffin ausgeschüttet. Sie sprechen von kalter Enteignung und Diebstahl.
Proteste bei der HRE-Hauptversammlung: Nicht der Staat hat die Aktionäre enteignet, sondern das ehemalige Management. (© Foto: AP)
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So verständlich die Wut von Aktionären ist, die bei der HRE ihre Altersvorsorge verloren haben, sie ignorieren eine schlichte Wahrheit: Ohne den Eingriff des Staates im vergangenen Herbst wäre keinem der Aktionäre, die sich über die Verstaatlichung empören, auch nur ein Cent aus ihrer HRE-Anlage geblieben.
Nicht der Soffin, das alte Management um Georg Funke hat die Aktionäre enteignet.
Dennoch wirft das Vorgehen des Bundes Fragen auf, die letztlich vor dem Bundesverfassungsgericht beantwortet werden dürften. Hätte der Bund die HRE nicht stützen und sanieren können, ohne die Kleinaktionäre über eine Sonderregelung herauszudrängen?
Es hätte wohl Wege gegeben, die Rechte der Minderheitseigner zu beschneiden, statt sie abzufinden, um ein permanentes Störfeuer gegen die Sanierung zu verhindern.
Zudem bleibt der Eindruck, die HRE-Aktionäre seien im Vergleich zu Eignern anderer staatlich gestützter Banken schlechter behandelt worden. In die Commerzbank steckte der Staat 18 Milliarden Euro, ohne den Aktionären ihre Rechte und die Chance zur Wertaufholung zu nehmen.
Allerdings steht die HRE noch immer weit schlechter da als die Commerzbank. Wenn sie überhaupt eine Zukunft hat, dann nur als drastisch gestutzte Bank. Der Bund wird noch viel Geld in der Bank lassen - das wohl kaum einer der jammernden Kleinaktionäre hätte geben können und wollen.
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(SZ vom 06.10.2009/tob)
Eurovision Song Contest
Ich verstehe den Zorn gegen die Aktionäre nicht. Der inkompetente und offensichtlich korrupte Finanzminister der Freundin von Deutsche Bank Chef und Goldman Sachs Statthalter hat nach eingehender Beratung mit den Chefs der deutschen Finanzbranche, am Sonntagabend, die Haftungsfrist gegenüber der Muttergesellschaft Hypo Bank geschickt um ein paar Stunden verpassend, Politik für die deutschen Bürger gemacht. Es ging um Apokalypse Now, Flächenbrand, dem Untergang des Weltfinanzsystems, die Erhaltung von irgendetwas Systemrelevanten. Jetzt ist der Staat also Eigentümer. Warum ist es unbedingt notwendig die letzten 10 Prozent der Aktionäre zu enteignen während die Gläubiger
Allianz SE München 5630 Millionen, Münchener Rück AG 4374 Millionen, Bayern LB Holding AG 3016 Millionen, Unicredit SA Rom 2990 Millionen, DZ Bank AG Frankfurt 2937 Millionen, Debeka Koblenz 2751 Millionen, HDI Haftpflichtverband 2124 Millionen, HUK Coburg 2123 Millionen, AXA SA Paris 2000 Millionen, Zurich Financial Services AG 1736 Millionen, LBBW Stuttgart 1690 Millionen, KfW Bankengruppe 1437 Millionen, Commerzbank AG 1435 Millionen, HSH Nordbank AG 1323 Millionen, Deutsche Post AG 1226 Millionen, NRW Bank Düsseldorf 1177 Millionen, Norddeutsche Landesbank 1139 Millionen, WestLB AG 1094 Millionen, Deutscht Bank AG 1034 Millionen
ohne Gegenleistung Ihre Schulden erlassen bekommen.
Sollte der Zorn nicht gegen die Konstrukteure und Profiteure dieser Machenschaften gerichtet werden und insbesondere auch thematisiert werden? Ich sehe hier offensichtlich andere Schwerpunkte.
Da wird eine Bank,die nur aufgrund ihrer "Systemrelevanz" mit Geldern Unbeteiligter,nämlich unseren, am Leben erhalten, und diejenigen,die nach normalen Konkursregeln nicht einen Cent gesehen hätten, empören sich.
No comprendo.
Mir wird jedesmal schwindlig, wenn ich in den klaffenden Abgrund HRE hinunterblicke.
Und obzwar die DEutsche Bank mächtig vom Bailout profitiert hat und Ackermanns Adlatus Wieandt als CEO lancieren konnte - eine Insolvenz wäre damals angezeigt gewesen!
(Diesen Fehler muss sich auch der ansonsten kompetente Peer ankreiden lassen.)
jetzt bin ich schon nicht über Ihre Subline hinweggekommen und muss schon fragen: wer - Namen - war denn das federführende Management bei dieser Bank?
Bei dem alten Management haben sie bei den Hauptversammlungen nur applaudiert, obwohl ihr Geld in ein Wahnsinnsgeschäft gesteckt wurde (wo es eigentlich verloren war) und das Management genemigte sich hunderte Millionen-Gehälter. Jetzt sind sie weg, damit der Laden nich gegen die Wand fährt. Der Staat hat diesen unverantwortlichen Kleinaktionären wenigstens etwas gerettet, aber nun erwacht ihr Widerstandsgeist und sie wollen schrein, demonstrieren und klagen.
Ich hoffe die haben was für's Leben gelernt. SO NICHT.