Schwerer Vorwurf gegen die Führung der Hypo Real Estate: Der Konzern soll Investoren nicht wahrheitsgemäß über die Situation des Unternehmens informiert haben. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Die Ermittlungen laufen und der Ausgang ist offen. Der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate ist im Visier der Staatsanwaltschaft München. Oberstaatsanwalt Anton Winkler sagte, in dem seit Februar laufenden Ermittlungsverfahren gehe es um den Vorwurf der Marktmanipulation und unrichtiger Darstellung nach dem Aktiengesetz. Die Behörde wolle zunächst eine Untersuchung der obersten Finanzaufsicht Bafin abwarten. Es sei völlig offen, ob es dann zu einer Anklage gegen das Institut oder Manager des Konzerns komme.

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Probleme für die Hypo Real Estate: Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt. (© Foto: dpa)

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Im Januar hatte die Hypo Real Estate wegen der weltweiten Finanzkrise überraschend 390 Millionen Euro auf ein US-Wertpapierportfolio abgeschrieben, woraufhin die Aktie des Konzerns um 35 Prozent abstürzte. Sie hat sich seitdem kaum erholt. Doch zuvor hatte der Vorstand immer betont, nicht von der US-Hypothekenkrise betroffen zu sein. Ein Konzernsprecher sagte, die Bank habe die Investoren immer wahrheitsgemäß informiert.

Klage droht

Im ersten Quartal musste die Hypo Real Estate wegen der Finanzkrise noch einmal Belastungen von 175 Millionen Euro hinnehmen. Nach dem Gewinneinbruch hat sie sich mittlerweile endgültig von ihren Zielen für 2008 verabschiedet. Die Bank war aber, anders als viele Konkurrenten, zu Jahresbeginn nicht in die roten Zahlen gestürzt.

Ärger machen dem Unternehmen auch die Kleinaktionäre. Einige Anteilseigner wollen auf der Hauptversammlung Ende Mai einen Sonderprüfer durchsetzen. Dieser soll klären, ob der Vorstand die Aktionäre über die drohenden Belastungen aus der Finanzkrise absichtlich getäuscht habe und ob den Eigentümern Schadenersatz zustehe.

Seit Monaten droht eine Anwaltskanzlei der Hypo Real Estate mit einer Klage vor dem Landgericht München. Sollte es keine außergerichtliche Einigung geben, werde spätestens Anfang Juli Klage beim Landgericht München eingereicht, sagte Rechtsanwalt Klaus Nieding.

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(sueddeutsche.de/Reuters/tob)