Hypo Real Estate Frau Better bitte!
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Das hat der Hypo Real Estate gerade noch gefehlt: Der Chef geht am Tag vor der Bilanzpressekonferenz. Darum hat Risikochefin Better nicht einmal 24 Stunden später einen großen Auftritt.
Wenn der Chef vorzeitig hinwirft, ist es ein Signal. Wenn er zugleich sofort von allen Aufgaben entbunden wird, ist das ein Fanal. Und wenn das alles auch noch unmittelbar vor der Bilanzpressekonferenz geschieht, ist es ein Menetekel: Bei der Hypo Real Estate (HRE) läuft gerade etwas gründlich schief.
Es geht nicht um die enormen Verluste von 2,2 Milliarden Euro, die die Bank immer noch schreibt. Oder um die neue Abwicklungsanstalt, die einen Großteil der Werte des Instituts zunächst schluckt und später entsorgt wird. Nein, die HRE und der neue Eigentümer Bund kommen noch nicht miteinander klar.
Axel Wieandt, der die HRE aus dem gewaltigen Schlamassel führen sollte, hat darum aufgegeben. Der frühere Berater des Deutsche-Bank-Chefs Josef Ackermann hätte an diesem Freitag das Jahresergebnis, das Ergebnis seiner Arbeit, öffentlich vorstellen sollen. Am Donnerstag bei der Aufsichtsratssitzung hat er noch die Bilanzzahlen präsentiert, doch am Freitag übernimmt das schon jemand anderes: Manuela Better.
Sie hat, so ist zu hören, "sehr kurzfristig" erfahren, dass sie ran muss. Sie selbst war "mehr als überrascht".
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Eine ungewohnte Last
Manuela Better musste bislang als Chief Risk Officer, als Risikochefin, dafür sorgen, dass die Bank all das richtig macht, was die HRE vorher jahrelang mit verheerenden Folgen falsch gemacht hatte: Die Frau ist dafür verantwortlich, dass die Hypo Real Estate nur so viele Risiken eingeht, wie sie auch verkraften kann. Seit Donnerstag ist sie für die gesamte Bank verantwortlich.
Es ist eine ungewohnte, eine große Last. Ihr Auftritt ist unsicher, als sie auf dem Podium Platz nimmt. Schmales Gesicht, grauer Zweiteiler, schmale Kette. Die Fotografen stürzen sich auf sie, minutenlang blitzt und klackert es.
Die Brille nimmt sie bald ab, so wie sie auf dem offiziellen Pressebild aussieht. Alles ist offenbar sehr gewöhnungsbedürftig für Manuela Ratlos. Zwei Herren flankieren, man möchte fast sagen, schützen sie: Finanzvorstand Alexander von Uslar und Pressechef Walter Allwicher.
Was für eine Chefin ist Better? Oberaufseher Bernd Thiemann, der nach den sich überstürzenden Ereignissen des vergangenen Tages auf dieser Pressekonferenz besonders oft und gern das Wort ergreift, stellt sie noch als Risikochefin vor, die "die Tätigkeit des Vorstands führt und koordiniert".
Bis-auf-weiteres-Chefin
Vielleicht ein Versehen in der Aufregung, denn eigentlich soll Manuela Better, wie er später sagt, sich um klassische Cheftätigkeiten kümmern - also auch um die Kommunikation und Strategie des Konzerns.
Dennoch: Sie ist eine Bis-auf-weiteres-Chefin, die eingesprungen ist, weil Wieandt absprang. Der ging nicht, weil er etwas falsch gemacht hatte, sondern weil er sich mit dem Eigentümer der HRE, dem Bankenrettungsfonds Soffin nicht einigen konnte.