Aktionäre fordern Schadenersatz von der HRE. Umso wichtiger ist es, die Verantwortlichen am Desaster zu ermitteln - und zu belangen.
In der endlosen Saga um den tiefen Fall der Hypo Real Estate könnten die Steuerzahler nun ein zweites Mal im großen Stil zur Kasse gebeten werden: Auf die Milliardenhilfen, mit der die Immobilienbank vor dem Kollaps gerettet wurde, folgen nun die Schadenersatzklagen.
Die Skandalbank Hypo Real Estate wird von Aktionären auf Schadenersatz verklagt. (© Foto: ddp)
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Viele Anleger, die dem HRE-Management vertrauten und Aktien des Konzerns kauften, haben viel Geld verloren - und wollen es nun zurückhaben.
Es geht vorerst um einige hundert Millionen Euro, später vielleicht sogar um Milliarden. Zahlen wird, wenn es hart auf hart kommt, jeder Einzelne von uns. Denn die marode HRE ist längst in der Hand des Bundes.
Wanderten Teile ihrer Gewinne auch jahrelang in die Taschen der Manager - ihre Probleme sind längst sozialisiert. Den Klägern ist kein Vorwurf zu machen. Es ist ihr gutes Recht, sich das Geld zurückzuholen, das ihnen durch Missmanagement und mutmaßlich falsche Darstellungen der Lage des Konzerns verlorengegangen sind.
Außerdem: Die Kläger, die nun vor Gericht ziehen, sind gleichzeitig auch Steuerzahler. Umso wichtiger ist es nun, die Rolle derjenigen aufzuklären, die beim Niedergang der Bank in Amt und Würden waren.
Fast schon vergessen: Ex-HRE-Chef Georg Funke, der vor Gericht sein Millionengehalt einklagt - Milliardenhilfen vom Staat hin oder her. Sein früherer Kollege Gerhard Bruckermann, einst Chef der maroden HRE-Tochter Depfa, ist längst untergetaucht. Nachdem er vor Jahren 100 Millionen Abfindung eingestrichen hatte, soll er nun in Spanien leben und Orangen züchten.
Zwei Männer, die ausgesorgt haben. Und die zur Rechenschaft gezogen werden sollten. Auch und vor allem, wenn es um Schadenersatz geht.
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(SZ vom 29.07.2009/tob)
Moderne Verwaltung
"Außerdem: Die Kläger, die nun vor Gericht ziehen, sind gleichzeitig auch Steuerzahler. Umso wichtiger ist es nun, die Rolle derjenigen aufzuklären, die beim Niedergang der Bank in Amt und Würden waren."
Was für ein unsinniger Satz. Die Kläger stehen dort nun aber gerade nicht in ihrer Eigenschaft als Steuerzahler, sonder als Ex-Anteilseigner. Als solche sind sie mit dem Erwerb des Anteils das Risiko des Totalverlustes eingegangen. Wer hat den Aufsichtsrat entlastet und den Vorstand auf den Hauptversammliungen? Waren das nicht die Anteilseigner? Jetzt wollen die die Ex-Anteilseigner Geld vom Steuerzahler, da sie ihr Risiko der Allgemeinheit aufbürden wollen.
Wenn das funktionieren sollte wäre es ein totaler Irrsinn. Kein Anleger ist a) gezwungen sein Vermögen in Risikopapiere (Aktien) zu investieren und b) gezwungen die Leitung des Konzerns und seine Firmenpolitik mit zu tragen. Er kann per Hauptversammlung internvenieren, ist dies erfolglos, hat er die Möglichkeit seine Anteile abzustoßen, tut er es nicht, ist wohl die Gier stärker, weil die anderen dann verdienen und der der verkauft erstmal nicht. Pech gehabt, oder dumm gelaufen sollte man sagen. Dass der Autor überhaupt Verständnis aufbringt ist mir ein Rätsel.
Der Untersuchungsausschuss ist eine weitere Farce. Die Forderungen der Aktionäre werden erfüllt werden müssen, da man sich entschieden hat, diese Pleitebank, die Bad Bank der Deuba, nicht bankrott gehen zu lassen oder die Daumenschrauben anzulegen wie es sogar die Briten geschafft haben.
Dümmer geht es kaum und ich freue mich schon auf den Tag, wenn ich meine Steuern für die Entschädigung der Aktionäre (wir sprechen dabei nicht von Hans Müller, der seine Altersversorgung sichern wollte, sondern von ganz anderen Kalibern wie zB Flowers) bezahlen darf.
Kein Geld für Bildung, Unis verrotten innerlich (Bologna) und äußerlich (marode Gebäude), dem Hartzler gönnt man keinen Euro und es gibt Kinderarmut in diesem reichen Land.
Funke, Kemmer und all die Totalversager müssen raus aus den Banken. Denn ganz oben hat man schon längst den Kontakt zur Realität verloren.
Ich könnte verstehen, wenn es nicht mehr ruhig bleibt.
wer die Profiteure der vielen Milliarden sind...
Ich versäumte zu erwähnen, dass nachdem wohl die Hypobank mit der HRE einen 57 Milliarden Mülleimer zusammenbaute, einige Jahre später der Herr Steinbrück die Frist für einen Haftungsausschluß gegenüber der ehemaliger Mutter Hypo um ein paar Stunden versäumte.
Das ist insgesamt so deprimierend auf welche Art und Weise mit den Bürgern dieses Landes umgegangen wird.
wer die Profiteure der vielen Milliarden sind, dann wissen wir auch bald wer verantwortlich ist.
2. Untersuchungsausschuss Seite 178
[8. Sitzung am 04.06.2009]
Zeuge Herbert Ernst Groh: Der ganze Grund, warum die jetzt so dasteht, ist doch der Beginn mit 57 Milliarden Risikoaktiva
Mit System wurde eine Bank für Müll geschaffen. Interessiert aber niemanden. Vielleicht ist der Mann auch nur verbittert oder durchgeknallt.
http://news.iff-hh.de/index.php?id=1976&viewid=43304
Die HRE ist eine Aktiengesellschaft und wenn durch erfolgreiche Schadensersatzklagen die Bank wieder einmal insolvenzreif ist, dann soll der Staat (als Mehrheitsaktionär) endlich den Insolvenzantrag stellen. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Kann es irgend jemand verantworten, noch mehr Steuergelder hineinzustecken?
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