Hypo Alpe Adria BayernLB prüft Schadenersatz

Nach dem Milliardendesaster der Hypo Alpe Adria lässt Bayern nichts unversucht, um verlorenes Geld zurückzubekommen. Jetzt wird alles untersucht.

Von Klaus Ott

Bayerns Landesbank hat ihre Schadenersatzprüfungen wegen des Milliardendesasters bei der Hypo Alpe Adria nach Informationen der Süddeutschen Zeitung ausgeweitet. Das richte sich "gegen alle", bei denen womöglich Geld zu holen sei, heißt es in Kreisen der bayerischen Staatsregierung. Genannt wird in Regierungskreisen vor allem die vom Vermögensverwalter Tilo Berlin betreute Investorengruppe, die im Jahr 2007 an der Übernahme der Hypo Alpe Adria durch die BayernLB laut Schätzungen zwischen 130 und 170 Millionen Euro verdient hatte.

Die Hypo Alpe-Adria Bank in Klagenfurt (Archiv).

(Foto: Foto: dpa)

Man wolle wissen, bei wem die Gewinne am Ende gelandet seien und ob dieses Geschäft auf "Insiderwissen" über den damals bevorstehenden Einstieg der Landesbank bei der österreichischen Finanzgruppe beruht habe. "Wenn wir Insidergeschäfte nachweisen können, dann können wir die Gewinne abschöpfen", wird in Regierungskreisen geäußert. Bislang ist nur ein Teil der Investoren bekannt. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Tilo Berlin, der die Verdächtigungen zurückweist und beteuert, es sei alles korrekt abgelaufen.

Vorstandsmitglieder bleiben im Amt

Nach Angaben aus Bayerns Regierungskreisen soll auch untersucht werden, ob Schadenersatz vom Land Kärnten verlangt werden kann. Das österreichische Bundesland war Haupteigner der Hypo Alpe Adria. Geklärt werden soll, ob Kärnten alle wesentlichen Informationen über die Hypo Alpe Adria vorgelegt hatte. Der Vorstand der BayernLB hatte nach Angaben der Zeitung vergangene Woche dem Verwaltungsrat vorgeschlagen, die Schadenersatzprüfungen auszuweiten.

Der von Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) geleitete Verwaltungsrat, der die Landesbank beaufsichtigt, befürwortete dieses Vorgehen. Bislang hatte Fahrenschon untersuchen lassen, ob die damaligen Vorstandsmitglieder und Verwaltungsräte der BayernLB für die Milliardenverluste bei der Hypo Alpe Adria haftbar gemacht werden können. Ein Ergebnis dieser Prüfung liegt noch nicht vor. Aus der Zeit des Kaufs der Kärntner Bank sind bei der BayernLB nur noch die Vorstandsmitglieder Stefan Ropers und Ralph Schmidt im Amt. In Regierungskreisen geht man davon aus, dass gegen die beiden nicht ermittelt wird und sie im Amt bleiben. Man sehe hier vorerst "keinen Handlungsbedarf".