Axel Wieandt, der Ex-Chef der Hypo Real Estate, wollte den Immobilienfinanzierer führen wie eine private Bank - doch da hat der Bund als Eigentümer nicht mitgemacht.
Nur ein halbes Jahr nachdem der Bund die Krisenbank Hypo Real Estate (HRE) komplett übernommen hat, ist das Projekt Staatsbank schwer beschädigt. Der Rücktritt von Vorstandschef Axel Wieandt einen Tag vor der Präsentation der Jahreszahlen legt einen Grundkonflikt offen, an dem die Sanierung der HRE scheitern könnte: Wieandt wollte den Immobilienfinanzierer führen wie eine private Bank.
Abgetaucht: HRE-Vorstandschef Axel Wieandt hat die Bank überraschend verlassen. (© Foto: ddp)
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Der Eigentümer Bund sieht sich als Anwalt der Steuerzahler, die der HRE aus der Patsche geholfen haben. Ihnen wäre nicht zu vermitteln, dass HRE-Manager Boni erhalten, während die Bank noch immer Verluste macht.
Die Haltung beider Seiten ist verständlich. Wieandt hat die HRE nicht an die Wand gefahren, vielmehr hat er einen gut dotierten Posten in der Führung der Deutschen Bank aufgegeben, um einen der schwersten Sanierungsfälle der Bankengeschichte zu übernehmen.
Ähnliches gilt für andere Bankmanager, die heute in der HRE arbeiten. Deswegen wäre es ein Fehler, Bonuszahlungen pauschal abzulehnen. So bestraft man mit die falschen und gefährdet die Sanierung.
Den Steuerzahlern ist nicht damit gedient, die Krisenmanager zu vergraulen. Auf Wieandt könnten andere folgen. Dabei geht es nicht nur um Gehälter, sondern auch um die Frage, wie stark der Bund in die Strategie hineinregiert.
Es ist nachvollziehbar, dass der Bund bei der HRE besonders genau hinsieht, ob sie sich in die gewünschte Richtung entwickelt. Schließlich hat der Staat als Eigentümer der Landesbanken zu oft weggeschaut. Doch er wird sich sehr schwer tun, ein Management zu finden, das gleichermaßen das Vertrauen der Steuerzahler, der Kunden und der Kapitalmärkte genießt.
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(SZ vom 26.03.2010/mel/dmo)
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"Wieandt hat die HRE nicht an die Wand gefahren, vielmehr hat er einen gut dotierten Posten in der Führung der Deutschen Bank aufgegeben, um einen der schwersten Sanierungsfälle der Bankengeschichte zu übernehmen."
Ähem... sagen wir es mal so. Als einer der Kronprinzen mit der Berufung zu höheren Weihen in der Deutschen Bank sollte er sich als Vorstandsvorsitzender in einem schwierigen Umfeld bewähren. Lehrjahre sind keine Herrenjahre, wie man immer wieder zu hören bekommt.
Die Aussicht auf spätere Verpflichtung in einem hohen Amt bei der Deutschen Bank war, wie man bereits beim Antritt Wieandts munkelte, alles andere als schlecht. Es ging also nicht darum, den Job dort aufzugeben, sondern sich persönlich weiterzuentwickeln. Wahrscheinlich hat er nun Signale bekommen, er habe genug Fähigkeiten bewiesen und wird woanders gebracht, wo er jetzt wieder einen gut dotierten Job in einer Bank übernehmen kann, die weiter an der nächsten Krise bastelt.
Mit 500.000 Euro kann ja auch kein Mensch vernünftig leben!
Was die Bürger dieses Staates sich seit einigen Jahren bieten lassen, ist kaum in Worte zu fassen.
könnte aber auch so sein, dass Wieandt bei Vertragsunterzeichnung - er ist ja kein Dummer - von anderen substantiellen Angaben ausgehen durfte, die ihm vorgetragen und bekannt gemacht wurden. Will sagen: ich nehme an, Wieandt ist das wahre Ausmass des HRE "Inhaltes" in den letzten 6 Monaten bekannt geworden und, um das zu vertreten, hat er - so e s stimmt - neu verhandelt, wohlwissend wohin es führt, was wiederum eine interessante persönliche Exit-Strategie ist - die ja unter dem Strich auch funktionierte.
Ich nehme an, wir werden ihn bald bei der Deutschen Bank sehen und das ist auch gut so.
Zitat:"Wieandt wollte den Immobilienfinanzierer führen wie eine private Bank."
geht es jetzt nur um Gehalts- bzw. Bonusforderungen oder steckt hinter der Formulierung mehr? Theoretisch sollte eigentlich nur der erfolgreiche Manager, der Profite erwirtschaftet, bonuswürdig sein. Aber die jetzige Führungsriege der HRE hat eine Pleite Bank übernommen und soll sie aus der Krise führen. Ist es also nicht bonuswürdig wenn ein Manger eine solche Desaterfirma erfolgreich vor der Pleite bewahrt. Wenn er also die Schulden schneller abbaut als erwartet?
Das ist, glaube ich, Donata's Argumentation. Aber ich glaube da liegt sie falsch. Wieandt und seine Kollegen haben die Herausforderung dieses Jobs angeneommen. Ihre ausgehandelten Gehälter dürften, der Aufgabe entsprechend, fürstlich sein. Wenn nicht, dann hat sich Herr Wieandt beim Aushandeln seines Vertrags über den Tisch ziehen lassen.
Es ging auch um das Gehalt. Böse wie ich bin, meine ich, dass er den Karren an die Wand gefahren hat, weil es nicht genug Kohle gab.
Nun sollte man doch endlích mal meinen Vorschlag annehmen und einen Affen aus dem Münchner Zoo engagieren. Bei Erfolg stirbt die Gloria, die um Bankenmanager gebaut wird. Und wir kommen vielleicht weltweit zu vernünftigen Löhnen bei den Herren.
ûbrigens gibt es auch hier in Schweden aktuell einen Streit um die Managergehälter bei Nordea, die hier ebenfalls als unadäquat zu hoch angesehen werden!!
Paging