Heftige Kritik an Peer Steinbrück: Vor dem Auftritt des Ministers im HRE-Untersuchungsausschuss wirft die Opposition dem SPD-Mann eine desaströse Kommunikation vor.
Hat die Bundesregierung im Fall Hypo Real Estate (HRE) schlecht verhandelt? Hat sie dem Steuerzahler damit zu viele Belastungen aufgehalst? Diese Fragen will der Untersuchungsausschuss des Bundestages klären. Schließlich geht es bei der Rettung der maroden Immobilienbank um Milliardenbeträge. Schließlich wird die HRE mit Finanzhilfen von 102 Milliarden Euro - 87 Milliarden Euro kommen vom Staat - am Leben gehalten.
Finanzminister Peer Steinbrück muss im HRE-Untersuchungsausschuss Rede und Antwort stehen. (© Foto: dpa)
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Der letzte Zeuge, der im Rahmen des Ausschusses vernommen wird, heißt Peer Steinbrück und ist als Bundesfinanzminister einer der Hauptverantwortlichen für die Maßnahmen zur Rettung des Konzerns - er ist der wichtigste Krisenmanager.
Am Morgen wird der SPD-Minister von der Opposition ins Kreuzverhör genommen - doch schon vor dem Auftritt von Steinbrück hat die FDP die Debatte noch einmal angeheizt. "Die Probleme der Hypo Real Estate waren dem Bundesfinanzministerium bekannt, nicht aber der Leitungsebene der Regierung, weil es dort Kommunikationsstörungen gab", sagte FDP-Obmann Volker Wissing der Thüringer Allgemeinen. "Das Kanzleramt kann in dem Fall nur wissen, was das Finanzministerium weitergibt."
Top-Beamte: Keine Hinweise auf Schieflage
Wissing sieht die Verantwortung bei Steinbrück: "Die Zuständigkeit für die Bankenaufsicht und damit auch für das Risiko HRE liegt beim Finanzminsterium und demnach bei Minister Steinbrück."
Am Mittwoch hatten Kanzlerberater Jens Weidmann und Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen bei ihrer Vernehmung vor dem Ausschuss das Krisenmanagement der Regierung verteidigt. Bis zur dramatischen Rettungsaktion Ende September 2008, als ein erstes 35-Milliarden-Hilfspaket für die HRE geschnürt wurde, habe es keine Hinweise auf eine "existenzbedrohende Schieflage" gegeben, sagten die beiden Top-Beamten. Ihr Credo: Finanzwirtschaft und Bund hätten einen "anständigen Job" gemacht, sagte Asmussen.
Unterdessen ist FDP-Obmann Wissing mit der bisherigen Arbeit des Gremiums sehr zufrieden. Ziel sei es in erster Linie gewesen, "die Schwachstelle der Bankenaufsicht und ihre Kommunikation mit dem Finanzministerium aufzudecken", so der FDP-Vertreter im Ausschuss. Das sei gelungen. Als Lehre aus dem Fall forderte er eine Verbesserung der Bankenaufsicht.
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(sueddeutsche.de/AP/AFP/dpa/tob/pak)
DFB-Pleite gegen die Schweiz
Kommt die Merkel eigentlich auch noch vor diesen Untersuchungsausschuss oder wird sie verschont?
Das ist ja interessant, da zetert die FDP und macht natürlich dem Komkurrenten Steinbrück schwere Vorwürfe und betont aber "vorsorglich", dass ja in diesem Falle "das Kanzleramt nur das wissen kann, was das Finanzministerium weitergibt". Das mag ja so sein. Aber bitte schön, bei einer solchen Wichtigkeit sollte dieser Vorfall doch Chefsache sein. Ein Chef hakt nach und wartet nicht, bis irgendetwas aus einem ihrer Ministerien kommt oder vielleicht überhaupt nicht auf den Schreibtisch kommt. Oder was ist die Aufgabe einer Chefin? Aber diese werte Frau Merkel schlawinert sich so "unsichtbar" durch die Weltgeschichte, dass sie aber auch alle einlullert. Nochmal: von kritischer Berichterstattung ist auf breiter Front nichts zu sehen, ober besser, zu lesen. Wo sind die Journalisten? Gibt es sie nicht mehr?
Es scheint ja inzwischen mächtig Feuer auf dem Dach, wenn sich die Nomenklatura zu entzweien beginnt. Man hat wohl Angst vor dem Volkszorn?
Natürlich kann man aus dem Sumpf, in welchem Finanzwirtschaft und Politik schwimmen, keine "Classe politique" extrahieren. Schuld an der Misere war, ist und bleibt die internationale Bankenwirtschaft. Die Befehlsempfänger aus der Politik nun als Bauernopfer vorzuführen, ist so durchsichtig wie intellektuell billig. Mehr haben Madame nicht zu bieten?
Tatsache bleibt, dass dieser globale Monopol-Kapitalismus kurz vor seinem Totalabsturz stand. Und das ist nun wahrlich kein Ausweis für Stabilität oder gar ausgewiesene Überlegenheit des Systems.
Zur Ablenkung davon Medienschelte zu betreiben oder auf politische Puppets einzudrechen, beleidigt sogar die Intelligenz dieses Forums.
@jws Hamburg:
Naja, das wird sich ja ändern und Guido wird ihr schon kräftig auf die Finger der mächigsten Frau der Welt klopfen
- und immer wieder sagen: Hast das gut gemacht, Angie!
meinte Angela zu Liz Mohn und Frieda Springer:
"Schuld bei HRE ist eindeutig Steinbrück, dass das so in euren Blättern steht ist alternativlos, wa?"
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