Mauern für Fortgeschrittene: Eigentlich will Kanzlerin Merkel den siechen Griechen helfen - doch zuvor muss sich Athen noch mächtig strecken.
Griechenland bettelt, die EU ist grundsätzlich bereit zu helfen - und Deutschland mauert. Wie dieses Mauern konkret aussieht, zeigt sich am Montagnachmittag bei einer Pressekonferenz im Kanzleramt.
Bundeskanzlerin Angela Merkel macht die Gewährung von Notkrediten an Griechenland von den eigenen Bemühungen des Landes abhängig. (© Foto: apn)
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Kein Wort darüber, wie die Hilfe genau aussehen könnte. Lediglich allgemeine Floskeln gibt Angela Merkel von sich. "Wir brauchen eine positive Entwicklung in Griechenland, verbunden mit weiteren Sparanstrengungen." Oder: "Deutschland wird helfen, wenn die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind."
Der Rest bleibt im taktischen Dunkeln. Denn noch immer verhandelt die griechische Regierung mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der EU-Kommission - und bevor diese Gespräche nicht abgeschlossen sind, könne sie auch nichts Weiteres sagen, wiegelt die CDU-Chefin ab. Nur so viel: "Ich habe Vertrauen in die Verhandlungen."
In zwei bis drei Wochen soll die Öffentlichkeit mehr wissen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat sich am Vormittag mit den Chefs der Bundestagsfraktionen getroffen. Danach sagt der Minister, er habe diese gebeten, "dass wir die Beratungen so gestalten, dass wir Griechenland vor dem 19. Mai Hilfe gewähren können".
Sein Ziel sei es, dass die Regierung in Athen bis zu diesem Wochenende ein Sparprogramm erarbeite. Eine Gesetzesvorlage könnte dann womöglich schon in der kommenden Woche erarbeitet werden, Bundestag und Bundesrat könnten im Anschluss bis zum 7. Mai zustimmen. Dieses Ziel sei zwar "ehrgeizig", so Schäuble. Es hätten aber "alle Fraktionen grundsätzliche Bereitschaft" zu diesem Vorgehen geäußert.
Banken sollen zahlen
Die FDP, ohnehin kein großer Freund derartiger staatlicher Eingriffe, fühlt sich prompt bestätigt. "Es gibt noch keine Vereinbarung und auch noch keinen Zeitplan dafür", sagt die FDP-Fraktionsvorsitzende Birgit Homburger. "Wir erwarten von der Regierung eine klare, saubere, rechtlich einwandfreie und gerichtsfeste Begründung."
Begleitend zu einem Hilfspaket könnten die Banken zur Kasse gebeten werden. In den Fraktionen mehren sich die Stimmen, dass die Institute, die von der griechischen Misere profitiert haben, jetzt auch zahlen sollen. Der Finanzminister werde sich mit dieser Frage befassen, sagt Merkel.
Selbst FDP-Frau Homburger sagt, Spekulanten, die an der Krise verdient hätten, müssten auch an den Kosten beteiligt werden. Auch müssten Maßnahmen getroffen werden, dass sich solche EU-Krisen wie im Falle Griechenlands nicht wiederholen.
Zuvor muss Deutschland jedoch zahlen. Helfen wird nicht die Bundesrepublik direkt, sondern die staatliche KfW-Bank. Sie soll Griechenland einen Notkredit gewähren, für den wiederum der deutsche Staat bürgt. Für ein solches Gesetz bräuchte die Bundesregierung die Zustimmung von Bundestag und Bundesrat.
Die Fraktionen müssen sich auf ein beschleunigtes Gesetzgebungsverfahren einlassen, damit spätestens bis zum 19. Mai ein Gesetz fertig wäre. Am Mittwoch soll IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn nach Berlin kommen und auch die Fraktionen informieren.
Von den rund 30 Milliarden Euro, die die EU-Länder Athen für dieses Jahr zur Abwendung einer Staatspleite in Aussicht gestellt haben, soll Deutschland bis zu 8,4 Milliarden Euro übernehmen.
Aber zuvor wird noch ein wenig gemauert.
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(sueddeutsche.de/apn/dpa/tob/hgn)
Griechenland und die Euro-Zone
Wie immer werden wir (die Bevölkerung) eiskalt belogen.
Während sie uns vorspielen, es würde noch verhandelt oder gar Bedingungen gestellt, wurde der Deal hinter verschlossenen Türen längst besiegelt.
Außerdem nicht zuletzt zum Nutzen der BRD.
Nicht nur zu Griechenland, zu jedem Thema, erfahren wir nur das Nötigste. Details werden in Darkrooms besprochen.
Das war so in der Verfassung nicht geplant, oder?
Ihren Vorschlag mit der Charity-Veranstaltung finde ich im Prinzip recht klasse allerdings, das mit dem Geldkoffer, das zeigt doch, dass die Summen, von denen wir hier sprechen, unsere Vorstellung stark übersteigen.
Der erste Batzen, den wir an Griechenland zahlen sollen (ca. 8 Mrd.) würde bei güstigster Stückelung (500-Scheine) ca. 17 Tonnen wiegen.
Schäuble müsste also einen LKW im Isthmus versenken.
ich weiß es nicht, wer diesen Schwachsinn hier in SZ geschrieben hat aber offenkundig die Unfähigkeit hat die SZ erreicht:
Eigentlich will Kanzlerin Merkel den siechen Griechen helfen - doch zuvor muss sich Athen noch mächtig strecken. :
strecken ? wonach denn ???
Erstens ist ja schon alles beschlossen Konditionen und die Zusage seitens der Bundesregierung sind geklärt,
zweitens bei jeder Prüfung der Details der griechischen Staatsverschuldung tun sich immer weiter neue Löcher auf
(von Ehrlichkeit und Bemühen um die Offenheit keine Spur),
drittens Antwort auf die Frage, wer einspringt, wenn die Schulden nicht bezahlt werden, wird offen gelassen,
viertens die gleichen Akteure (Mutti & Co) haben noch vor ein paar Wochen verkündet, Griechenland wird sich selber helfen,
fünftens die Banken werden sich nicht daran beteiligen (Mutti will den Schröder bei Ackermann machen da muss man sich einschleimen),
sechstens wollt Mutti diese Katastrophe vor der NRW-Wahl vermeiden (wie soll man es einem arbeitslosen Hartz IV-Empfänger vermitteln,
dessen Leistungen mit dem Hinweis auf Staatsverschuldung gekürzt werden harte Einschnitte von Schäuble),
so könnte man es fortführen warum nicht Klartext schreiben, Herr Redakteur ?!?
einfach die Zinszahlungen einzustellen.
Sämtliche europäischen Staatsschulden werden ab sofort mit 0% verzinst.
Frisches Geld wird maximal zum Hauptrefinanzierungssatz direkt bei der EZB aufgenommen. Zinseszinsen werden abgeschafft.
Oder kann mir einer erklären, warum die EZB den Geschäftsbanken für 1% Geld gibt und die es dann für 4% an den Staat weitergeben? Zum Schaden aller Bürger (die keinen 2-stelligen Prozentanteil an einer solchen Bank haben).
Die Empörung bei steigenden Spritpreisen zieht sich immer durch alle Medien.
Die Empörung bezüglich horrender Zinszahlungen wird totgeschwiegen. Nettolöhne stiegen von 1991 bis 2001 um 23%, das BIP um 37% die Zinszahlungen um 95% (!). Das Geldvermögen stieg in diesem Zeitraum um 99% (soviel zur angeblichen Inflation von etwa 2%).
So kommen wir aus der Sache raus, alles andere verlängert nur die Zinsknechtschaft von 90% der Bevölkerung zugunsten einer kleinen Elite.
Der neoliberale Bund der Steuerzahler hat eine tolle Schuldenuhr, warum hängt er wohl keine Zinsuhr darunter? Wir als Volkswirtschaft haben dieses Jahr bereits über 90.000 Millionen Euro an Zinsen bezahlt (nur Staatsschulden) für den Leistungslosen Wohlstand einiger weniger die eh schon genug haben.
Davon spricht der WW aber nicht wenn er von Dekadenz redet.
Deutschland muss sich fortwährend für alles entschuldigen und sei es nur für ein unbedacht gesprochenes Wort ohne böse Absicht.
Griechenland betrügt in übelster Weise um sich den Euro zu sichern, Griechenland lügt und betrügt bei den Staatsfinanzen, Griechenland betrügt bei der Erschleichung von Subventionen und betrügt auch jetzt bei der scheibchenweisen Offenlegung der Misere. Griechenland macht die EU zum Gespött, schwächt die Währung zum Schaden aller und bringt das ganze EU-Gebäude zum Wanken.
Aber entschuldigt sich Griechenland? Nein, Griechenland stellt rotzfrech Forderungen, belastet eine Gemeinschaft zu der es aufgrund Betruges bei den diversen Verträgen garnicht gehört, greift in die übliche Schublade und verpasst Merkel einen Schnauzbart und schmückt das Brandenburger Tor mit Nazi-Symbolen.
Nein Griechenland entschuldigt sich nicht, wir müssen uns entschuldigen weil wir bei erwiesenen kriminellen Machenschaften Fragen stellen und nicht schnell genug das Geld in die griechischen Liegestühle werfen.
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