Privatinvestoren wie HRE-Anteilseigner J. Christopher Flowers wollen sich im großen Stil ins US-Bankwesen einkaufen. Noch werden sie von der Regierung zurückgehalten.
Herr Flowers hat sich eine Bank gekauft. Der US-Investor J. Christopher Flowers, der am Milliardengrab der deutschen Hypo Real Estate selbst gigantische Verluste befürchten muss, ist auf Einkaufstour gegangen und hat die örtliche Bank des verschlafenen Nests Cainsville in Missouri mit einem Bilanzwert von 17 Millionen Dollar erworben. Das ist zwar nur etwa ein Drittel der Summe, die Flowers für ein Wohnhaus in New York ausgab, aber es ist ein Zeichen.
Eine Bank zum Frühstück: Investor J. Christopher Flowers. (© Foto: Reuters)
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Der Großinvestor hat die kleine Bank mit eigenem Geld im September 2008 gekauft und im Februar 2009 von First National Bank of Cainsville in Flowers National Bank umbenannt, so ist es auf der Website www.jcfbank.com zu lesen. Dann ließ er - so berichtet es die New York Times - die Angestellten mit Blumen (engl: Flowers) vor die Tür gehen und mögliche Kunden mit dem Slogan des Instituts ansprechen: "Grow with us" ("Wachsen Sie mit uns").
Wachsen im großen Stil
Flowers und andere Privatinvestoren wollen wachsen, und das im ganz großen Stil. Hauptziel sind marode Krisenbanken, deren angegriffene Finanzgerüste gerade mit Staatsgeldern und Staatsgarantien ausgeschäumt werden. Sollten die Banken mit Hilfe des Staates durch die Krise kommen, dann gibt es nichts Besseres, als große Anteile daran zu halten. Ein sicheres Investment, sozusagen.
Gemeinsam mit anderen großen Investoren wie der Carlyle Group hat Flowers deshalb ein Team von Rechtsanwälten und Lobbyisten unter Vertrag, die vor allem eine Aufgabe haben: Den Widerstand des Staates gegen den Einstieg privater Eigner zu brechen.
Flowers selbst hat seine Milliarden mit dem Kauf und Verkauf von Banken verdient. Noch unter dreißig fädelte er für Goldman Sachs große Deals wie die 62-Milliarden-Dollar-Fusion von Nations Bank und BankAmerica, die damit zur Bank of America wurde. Er machte sich selbständig und übernahm vom japanischen Staat die Long-Term Credit Bank of Japan, die nun Shinsei Bank heißt. Mit dem Börsengang verdiente Flowers Milliarden. Während Flowers sein Geld längst sicher hat, kämpft die Regierung immer noch darum, ihre Staatshilfen wieder zurückbezahlt zu bekommen.
"Der Staat trägt das Risiko"
Genau dies ist der Trick, mit dem private Investoren wie Flowers nun auch in Europa und den USA Milliarden verdienen wollen: Sie beteiligen sich als Kapitalgeber an maroden Banken und überlassen es dem Staat, die Bank zu retten und zu sanieren. Wird die Bank dann wieder liquide, ziehen sie sich wieder mit Gewinn zurück, bevor der Staat die Rechnung präsentiert. Flowers selbst hat diese Investmentidee auf einer Investorenkonferenz laut NYT mit den Worten gepriesen: "Der Staat trägt das Risiko und wir machen den Gewinn."
Das einzige wirkliche Risiko für solche Spekulationen ist die Pleite einer Bank. Doch seit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers ziehen Regierungschefs aller Länder durch die Welt und sprechen Generalversicherungen für halbtote Banken aus. Das ist auch der Grund, warum Flowers derzeit alles unternimmt, um weiter Großaktionär der Krisenbank HRE zu bleiben. Er kann nur gewinnen.
Noch zu lösen haben die großen Privatinvestoren das Problem mit der Regulierung. In den USA beispielsweise verbietet das Bankgesetz bisher privaten Investoren, die Kontrolle über eine Bank zu übernehmen. Dabei wacht die Bankenaufsicht insbesondere darüber, dass Bankeigner nicht in die Lage versetzt werden, mit ihrem Einfluss auf Geldströme eigene kommerzielle Interessen zu verfolgen.
Wie das Spiel um den Milliarden-Reibach in den USA ausgeht, ist noch nicht ausgemacht. Die Investoren haben bereits einige Modelle entwickelt, die klaren Regeln des Staates zu umgehen. So wollen sie der NYT zufolge beispielsweise eigene "Silos" aufbauen - Banking-Einheiten im eigenen Unternehmen, die nichts mit dem kommerziellen Teil zu tun haben. Die sehen die Bankenaufseher bisher noch als scheinheilige Finte.
Die andere Methode hat Flowers mit der Privat-Übernahme der Kleinstbank in Cainsville vorgemacht. Als Privatperson darf er das, er darf nur nicht die Milliarden seines Unternehmens dafür verwenden. Findet er aber einen Weg, auch dies zu umgehen, dann ist nur noch der Himmel die Grenze für das Wachstum phantastischer Gewinne.
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(sueddeutsche.de/cmat/mel)
Erstens kann man Flowers kaum als Banker bezeichnen. Auch ist es kein Betrug, er nutzt nur Vorteile. Sie können z. B. auch einen Rister-Vertrag machen und Steuervorteile bekommen. Und wenn sie die Vorgänge aufmerksam verfolgt hätten, wüßten sie das unsere "Polit-kasper" so etwas nicht so einfach mit sich machen lassen.
Wie kann es eigentlich angehen, dass Banker oeffentlich von Moeglichkeiten sprechen, wie sie Voelker betruegen koennen und schliesslich Erfolg haben? Das klingt eigentlich noch absurder als die ganzen Welteroberungsplaene der james Bond-Schurken, aber unsre Polit-kasper und vor allem wir lassen das auch noch mit uns machen.
PS: Bitte um Entschuldigung wegen der Rechtschreibfehler.
""Der Staat trägt das Risiko und wir machen den Gewinn."" Was im Mittelater mit soclhen halsabschniedern gemacht worden waere, muss ich hier hoffentlich nicht erwaehnen. Teer und Federn stuenden ihm und den Politikern, die solches Vorgehen billigen und rechtlich ermoeglichen jedenfalls sehr gut.
Nö. In Punkt 1 täuschen sie sich gewaltig. Es gibt meinerseits nicht das geringste wirtschaftliche Interesse. Und die Erhaltung der HRE ist mir eigentlich egal. Wenn sie sich in dem Punkt schon so täuschen, könnte es nicht sein, das sie im Punkt 2 auch täuschen? Zumindest ist ihr Punkt 2 etwas widersprüchlich. Nachdem der HRE Staatsgarantien gegeben wurde, ist die größte Gefahr für den Steuerzahler eine Insolvenz der HRE. Wenn diese große Gefahr wirklich eintritt, dann bekommt Flowers nichts mehr für seine Aktien.
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