Heizkosten 2011 Worauf Mieter bei der Nebenkostenabrechnung achten sollten

Gute Nachrichten für Mieter: Die Heizkostenabrechnungen für das Jahr 2011 könnten trotz steigender Energiepreise geringer ausfallen als im Vorjahr - dank des milden Wetters. Saftige Nachzahlungen drohen allerdings jenen, die mit Öl heizen.

Von Andreas Jalsovec

Millionen Mieter bekommen derzeit ihre Nebenkostenabrechnungen für 2011. Trotz zum Teil drastisch gestiegener Energiepreise fallen sie in vielen Fällen kaum höher aus als im Jahr zuvor. "Die Verbraucher haben 2011 Glück gehabt", sagt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund. Hintergrund sei die relativ milde Witterung des vergangenen Jahres. "Das hat die Energiepreissteigerungen größtenteils kompensiert", meint Ropertz. Die Heizkosten waren daher trotz der teureren Energie oft geringer als 2010.

Tatsächlich gehörte 2011 zu den fünf wärmsten der vergangenen hundert Jahre. Der Verbrauch an Heizenergie sank daher um gut ein Viertel gegenüber dem Vorjahr, hat der bundesweite Abrechnungsdienstleister Brunata-Metrona ausgerechnet. Das Unternehmen leitet aus einer Stichprobe von mehreren zehntausend Haushalten in der gesamten Bundesrepublik den Heizenergie-Verbrauch der Deutschen ab. "Gemessen am Verbrauch müssten die Heizkostenabrechnungen im Schnitt deutlich geringer ausfallen als im Vorjahr", sagt Franz Schröder, Energieexperte des Unternehmens.

Vermieter oder Hausverwaltung sind zur Auskunft verpflichtet

Ausnahmen davon kann es aber geben - vor allem bei Häusern, die mit Öl beheizt werden." Bei Heizöl waren die Preissteigerungen so hoch, dass die milde Witterung das nicht ausgleichen konnte", meint Mieterbund-Sprecher Ropertz. Er rechnet deshalb in diesen Fällen mit Kostensteigerungen.

Sie können im Einzelfall durchaus drastisch ausfallen. "Wir sehen derzeit Nachzahlungen von 600, 700 oder gar 800 Euro", berichtet etwa Thomas Fuhrmann vom Bayerischen Wohnungs- und Grundeigentümerverband. Immer wieder komme es deshalb zu Streitfällen zwischen Vermietern und Mietern. "Meinem Eindruck nach gibt es sogar mehr Ärger als letztes Jahr", sagt Fuhrmann. Viele Mieter weigerten sich, fällige Nachzahlungen zu begleichen. Die Vermieter verschickten laut Fuhrmann derzeit vermehrt Mahnbescheide.

Wie hoch die Nachzahlungen sind, hängt dabei nicht nur von den Verbrauchswerten und Kostensteigerungen ab. Entscheidend ist auch, ob ein Vermieter nach dem Sprung bei den Heizkosten im Jahr 2010 die Vorauszahlungen seiner Mieter angepasst hat. "Längst nicht alle Vermieter tun das", weiß Thomas Fuhrmann. Blieb die Anpassung aus, kann die Nachzahlung für 2011 sehr hoch sein.

Jede zweite Abrechnung ist falsch

Wer Zweifel an der Höhe seiner Heizkosten hat, sollte die Abrechnung mit einem aktuellen Heizkostenspiegel vergleichen (etwa auf www.mieterbund.de). Überschreiten die Werte im eigenen Haus die des Heizspiegels deutlich, sollten Mieter beim Vermieter oder der Hausverwaltung nachfragen. Diese sind zur Auskunft verpflichtet. "Solange der Mieter keine befriedigende Auskunft bekommt, muss er auch die Nachzahlung nicht leisten", erläutert Ulrich Ropertz.