Der Mieterbund hat vorgerechnet: Der Heizölpreis hat sich in den letzten 20 Monaten verdoppelt. Das bedeute Mehrkosten von 370 Euro für eine 70 Quadratmeter große Wohnung.

Zum Stopp der Energie- und Heizkosten-Explosion fordert der Deutsche Mieterbund (DMB) jetzt einen "Runden Tisch". Mieter- und Verbraucherschützer sollten mit Bundesregierung, Energie- und Wohnungswirtschaft über mögliche Hilfen für Bedürftige reden, erläuterte Mieterbund-Direktor Franz-Georg Rips.

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"Der Winter 2005 droht der teuerste der Nachkriegsgeschichte zu werden. Bis zu 500 Euro mehr (im Vergleich zum Winter 2004) werden Verbraucher dann für Heiz- und Stromkosten zahlen, wenn nicht gegengesteuert wird." Nötig seien schnelle Beschlüsse, denn "viele werden in diesem Winter frieren".

Diskutiert werden solle auch über eine größere Transparenz der Gas- und Stromtarife sowie die Abkoppelung der Gas- von den Ölpreisen.

Viele Mieter und Verbraucher könnten den hohen Heizkosten nicht ausweichen. "Sie sind nicht in der Lage, die Mehrkosten für Heizung aus eigener Kraft aufzubringen", sagte Rips. "Wird die von der CDU vorgesehene Mehrwertsteuererhöhung umgesetzt, müssen Mieter für Heiz- und Betriebskosten noch tiefer in die Tasche greifen." Je nach Haushaltsgröße führte dies zu Mehrbelastungen zwischen 20 und 50 Euro im Jahr. Es mache "auch wenig Sinn, zum Teilausgleich die Ökosteuer etwas zu senken", hieß es zu den CDU-Plänen. Autos könne man stehen lassen, Wohnen sei dagegen ein Grundbedürfnis. Hohen Heizkosten, die auch Vermieter beträfen, könne man sich nicht entziehen.

Im Herbst 2000 waren schon einmal befristete Heizkosten-Zuschüsse für bedürftige Haushalte beschlossen worden, die 2001 ausgezahlt wurden. "Damals lag der Heizölpreis bei 40 Cent je Liter, heute bei 60 Cent - also um 50 Prozent höher", betont der Mieterbund.

Der Runde Tisch sollte auch über Anreize oder Fördermaßnahmen zu Energieeinsparungen und Modernisierungen bestehender Wohnungen reden, aber auch über verbesserte Wettbewerbsbedingungen auf dem Energiemarkt, sagte Rips. Ferner müsse über den Energiepass als Steuerungselement für energieeffiziente Gebäude, die Durchleitungskosten für die Benutzung der Stromnetze sowie die Sicherung und den Ausbau erneuerbarer Energien diskutiert werden.

Nach Angaben des Mieterbundes hat sich der Heizölpreis in den letzten 20 Monaten verdoppelt. Das bedeute Mehrkosten von 370 Euro für eine 70 Quadratmeter große Wohnung und von 476 Euro für 90 Quadratmeter.

Nachdem der Gaspreis, anders als der Ölpreis, schon zwischen 2000 und 2004 um 21,4 Prozent angestiegen sei, sollten die Preise in diesem Jahr nochmals um rund 21 Prozent klettern, klagte Rips. Das bedeute eine Verteuerung von 119 Euro (70 Quadratmeter) oder 153 Euro (90). Für den Strom müsse ein typischer Haushalt mit zwei Personen Ende dieses Jahres 120 Euro mehr zahlen als noch im Jahr 2000. Für vier Personen bedeute dies entsprechend 172 Euro mehr.

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(dpa)