SZ: Was konnten Sie sich leisten?
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Gindullis: Samstags bin ich zum Markt gefahren, ab Nachmittag gab es Rabatt. Da hat man eine Kiste Tomaten für ein Pfund bekommen. Meine Mutter konnte nicht mit Geld umgehen, sie kann es bis heute nicht (lacht). Überhaupt nicht. In Nürnberg ging es uns dann etwas besser. Da erbte meine Mutter zwei Häuser mit vielen Wohnungen. Die Mieteinnahmen habe ich dann verwaltet. Mit 14 Jahren. Learning bei doing war das.
SZ: Was hat Ihnen Ihre Mutter mit auf den Weg gegeben?
Gindullis: Ich bin mit sehr vielen Idealen aufgewachsen: Vegetarisches Essen und eine bestimmte Religion: Meine Mutter gehört einer religiösen Gemeinschaft an, der Brahma Kumaris. Es geht hauptsächlich darum, Gutes zu tun, um Schlechtes auszugleichen, das man getan hat.
SZ: Haben Sie deshalb einen Club aufgemacht?
Gindullis: Natürlich. (lacht)
SZ: Waren Sie immer sicher, dass es klappt?
Gindullis: Nein, es kann auch jederzeit schiefgehen.
SZ: Bis heute?
Gindullis: Ja. Die erste Kellerbar war winzig, wie gesagt. Da kamen vor allem Freunde und Nachbarn. Das Haus wurde dann saniert und ich musste raus. Und das, was ich gespart hatte, habe ich dann in die nächste Bar investiert. Es ging immer weiter und wurde immer teurer. Die Kosten sind mittlerweile so hoch, aber die Gäste erwarten leider die gleichen Preise wie vor fünf Jahren.
SZ: Was macht einen guten Club aus?
Gindullis: Die Gäste müssen sich so fühlen, als wäre es ihr Wohnzimmer. Zum Beispiel müssen Stammgäste erkannt werden, wenn sie kommen. 40 bis 50 Prozent unserer Gäste kommen umsonst rein, weil wir sie kennen. Und die Musik muss immer eine konstante Qualität haben. Und man muss immer kleine Überraschungen machen.
SZ: Zum Beispiel?
Gindullis: Vor ein paar Wochen ist ein Freund von mir aufgetreten mit seinem Orchester: vier Herren, alle über 75 Jahre alt, mit Metall-Instrumenten. Ich hatte Herzklopfen, weil ich nicht wusste, ob das beim Publikum ankommt. Aber es hat geklappt, die Gäste waren überrascht.
SZ: Gab es Zeiten, in denen es hart war?
Gindullis: Doch, letztes Jahr. Der neue Club war eben sehr teuer, und wir haben zu viele Freigetränke ausgegeben.
SZ: Wie haben Sie reagiert?
Gindullis: Beim Einkauf und Personal sparen, und natürlich bei den Freigetränken. Es geht einfach nicht, dass ein Drittel des Umsatzes für Freidrinks draufgeht. Und ich habe die Kommunikation geändert.
SZ: Das heißt?
Gindullis: Facebook, MySpace war ich immer sehr reserviert gegenüber, weil ich wollte, dass das Cookies was Exklusives bleibt. Aber man muss das machen, sonst bekomme ich nicht die jungen neuen Gäste. Früher ging man in ne Bar und fragte, wo gehst du heute hin, heute erfährt man im Internet, was heute los ist, und sagt sich: Okay, ich geh da hin.
SZ: Man kann nicht nur cool sein, man muss auch Geld machen.
Gindullis: Ja, da beißt sich die Katze in den Schwanz. Wenn du nicht cool bist, dann hast du kein Geld, aber wenn du mit dem Geld nicht wirtschaften kannst, dann hast du auch keine Coolness. Was ist wichtiger? (denkt nach) Eigentlich die Coolness, dass der Laden sexy ist - weil wenn das nicht da ist, hab ich keine Lust mehr, Clubbing zu machen.
SZ: Wie oft sind Sie selbst im Club?
Gindullis: Mir macht es Spaß, hier zu sein, das ist super. Da bekommst du gleich live mit: Ist die Party gut oder schlecht.
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