Wenn es an den Märkten abwärts geht, verdient er prächtig: David Einhorn, der König der Leerverkäufer. Nun ermittelt das US-Justizministerium gegen ihn.
Kritiker halten ihn für skrupellos. Seine Freunde hingegen bezeichnen ihn als hochintelligent und preisen seine fast seherischen Fähigkeiten. Insofern ist der Hedgefonds-Manager David Einhorn so etwas wie das Paradebeispiel eines Spekulanten, von dem in diesen Tagen, da der Euro unter Druck gerät, so oft die Rede ist.
Aktien leihen, verkaufen und später billig zurückerwerben: Mit den umstrittenen Leerverkäufen macht Hedgefonds-Manager David Einhorn sein Geld. (© Foto: Reuters)
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Er verwaltet Milliardenbeträge und verdient prächtig, wenn es an den Märkten abwärts geht. Auch den Schwächeanfall des Euro soll er versilbert haben. Damit hat Einhorn den Ruf bestätigt, den er sich in Investoren-Kreisen erworben hat. Den König der Leerverkäufer nennt man ihn. Mit Leerverkäufen setzen Investoren auf fallende Kurse.
Dabei leihen sie sich Aktien und verkaufen sie dann in der Hoffnung, dass ihr Kurs weiter fällt. Später können sie die Aktien billig zurückkaufen, um ihre Schulden zu begleichen und einen Profit einzustreichen.
Mit diesem Kniff hat Einhorn schon kräftig an der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers verdient. Erstmals schaffte er es 2002 in die Schlagzeilen, als er auf den Kursverfall der Finanzfirma Allied Capital setzte. Bald darauf nahm die amerikanische Börsenaufsicht SEC die Ermittlungen gegen Einhorn auf. Der Vorwurf: Marktmanipulation.
Schon diese Episode zeigt: Leerverkäufe sind umstritten. Während der Finanzkrise 2008 klagten Banken, Opfer von Spekulanten zu sein, und forderten ein Verbot von Leerverkäufen. Heute sind es nicht mehr einzelne Banken, sondern ganze Staaten, die sich bedrängt fühlen - Staaten wie Griechenland, Portugal, Irland oder Spanien.
Ihn reizt das Risiko
Für Einhorn sind das gute Zeiten. Kritik weist er zurück. Denn anders als viele seiner Kollegen ist Einhorn nicht öffentlichkeitsscheu. Er hat ein Buch geschrieben, in dem er seinen Streit mit der SEC über Allied Capital schildert. Hin und wieder hält er Reden, in denen er sich seinem Lieblingsthema widmet: unfähigen Kontrollbehörden.
Einhorn pokert. Eigentlich bevorzugt der dreifache Vater Bridge, doch gelegentlich reizt ihn das Risiko. 2006 bluffte er sich bei der Poker-Weltmeisterschaft in Las Vegas auf den 18. Platz. Der Hang zum Wagnis hat sich für Einhorn ausgezahlt. Er gründete seinen Fonds Greenlight Capital vor 14 Jahren, mit gerade einmal einer Million Dollar.
Gemeinsam gegen den Euro wetten
Heute macht er Milliardengeschäfte. Doch seit ein paar Monaten hat er wieder Ärger mit den US-Behörden. Im Februar war Einhorn Gast bei einem Spekulanten-Dinner in New York. Dort besprachen Hedgefonds-Manager die Möglichkeit, gemeinsam gegen den Euro zu wetten.
Wochen später berichtete das Wall Street Journal über das Treffen - nun ermittelt das US-Justizministerium. Illegale Absprachen, lautet der Anfangsverdacht. Einhorn zeigte sich empört. Ein paar Hedgefonds könnten doch gar nichts ausrichten an den Märkten, sagt er. Da waren sie wieder, die vermeintlich unfähigen Kontrollbehörden. Einhorns Lieblingsthema.
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(SZ vom 12.05.2010/nog/mel)
Debatte über Urheberrecht
Dieser Artikel (und manche Kommentare) hier ist ein gutes Beispiel fuer die vorherrscehnde Unwissenheit wenn es um Finanzmaerkte und Anlagen geht.
"Dabei leihen sie sich Aktien und verkaufen sie dann in der Hoffnung, dass ihr Kurs weiter fällt. Später können sie die Aktien billig zurückkaufen, um ihre Schulden zu begleichen und einen Profit einzustreichen."
Hoert sich ganz einfach an. Natuerlich erwaehnt der Artikel nicht dass es sich dabei um eine der riskantesten Formen des Aktienhandels handelt. Ausserdem werden die Aktien nicht "zurueckgekauft" (der Leerverkaeufer hat sie ja nie besessen sonder aus einem fremden Depot virtuell geliehen) sondern eben auf dem Markt erworben - zum momentanen Marktpreis. Und sollte der eben nicht gefallen sein wird es schnell teuer fuer den Leerverkaeufer. Viele Fonds haben in der Vergangenheit Milliarden mit solchen Geschaeften verloren. Es handelt sich hier auch nicht um einen "Kniff" wie der Artikel beschreibt sondern um eine ganz normale Anlageform, die Kehrseite der Wette auf steigende Kurse. Dass Leerverkaeufe momentan (seit etwa 2 Jahren) wieder stark im Kommen sind (nachdem sie einen ganze Weile ziemlich vergessen waren) liegt nicht zuletzt daran dass die Politik massiv in das risk-reward Schema der Finanzmaerkte eingegriffen hat - siehe Griechenland.
Solche Typen wie der Einhorn greifen am Ende die Hunderte von Milliarden ab. Und man kann ihnen nicht mal einen Vorwurf machen, das beste für sich selbst am Markt rauszuholen.
Den Vorwurf würde ich eher der Frau Merkel machen, so viel Geld ins System reinzupumpen. Und so naiv zu sein, zu glauben, das würde nicht von Ackermann, Einhorn und Konsorten ansgenützt werden. Wenn das Geld das Steuerzahlers nicht da drin stecken würde, könnten diese Spekulanten auch nichts verdienen.
Aber die Öffentlichkeit wird komplett für dumm verkauft. Ich frage mich ja, was macht die Presse eigentlich den ganzen Tag? Liebe Süddeutsche, habt Ihr eigentlich noch kompetente Redakteure? Alles nur im Kuschelkurs zum Ackermann, oder wie? Soll das hier etwa eine kritische Berichterstattung sein?
Wenn demnächst in Guantanamo ein paar Zellen frei werden, könnte man doch endlich diejenigen dorthin verfrachten, die durch ihr Handeln komplette Regierungen destabilisierten und sich somit als wahrhaftige Terroristen herausgestellt haben. Man stelle sich vor, Mahdoff, Blankfein, Dick Fuld & Consorten mit Augenbinde im orangenen Strampelanzug teilen sich eine Fluppe wärend der täglichen 5 Minuten Ausgang entlang am Stacheldrahtzaun. Wir könnten uns auch entgegenkommend zeigen und unseren Ackermann entsorgen. Was für eine Chance!
..fünf Hedge-Fond-Manager auf dem Grund des Ozeans?
Einen guten Anfang.
"Glauben Sie ernsthaft die Politik würde untätig zusehen wie die eigene Volkswirtschaft ruiniert wird nur damit der eigene Sack voll ist?"
Für so etwas gibt es in der Tat Beispiele.
Paging