Alt und pflegebedürftig in einem Heim auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein, ist für viele Menschen eine Horrorvorstellung - die nicht sein muss.
Wenn bereits frühzeitig über eine Anpassung der Wohnsituation an das Alter nachgedacht wird, kann das ein längeres selbstständiges Leben in den eigenen vier Wänden ermöglichen - ob in einer gezielt umgebauten Wohnung oder einem eigens für den neuen Lebensabschnitt gebauten Haus. Noch viel zu oft wird seniorengerechtes Bauen oder Umbauen aber von den Betroffenen verworfen, weil sie eine Krankehausatmosphäre befürchten.
Ganz wichtig im Alter, aber noch eher selten: ein geräumiges Bad mit rutschsicherem Boden, wenig Bodenkanten und Sitzgelegenheit (© Foto: euco)
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"Die Chance, durch durchdachte Planung auf Barrieren wie unnötig viele Türen, Schwellen oder Wände zu verzichten, wird durch diese ablehnende Haltung unwiderruflich vertan", sagt der Architekt Thomas Drexel aus Augsburg.
Barrierefreies Baues ist ein Konzept
Denn in der Planungsphase lassen sich noch viele Details ohne größeren bautechnischen oder finanziellen Aufwand umsetzen. Später koste ein barrierefreier Umbau erheblich mehr oder sei nur sehr schwer zu verwirklichen, so Drexel.
"Eine altengerechte Umgestaltung einer bestehenden Wohnung oder Immobilie ist aufwendig", warnt auch Susanne Woelk von der Aktion Das sichere Haus (DSH) in Hamburg. Bauarbeiten verursachten zudem immer erheblichen Schmutz und Arbeit, die von älteren, gebrechlicheren Menschen nicht mehr bewältigt werden könnte. Wohnungsbesitzer sollten deshalb bei einer anstehenden Sanierung in jüngeren Jahren bauliche Maßnahmen vorausschauend barrierefrei planen.
Barrierefreies Baues ist ein Konzept. "Es beginnt bei der Eingangsplanung mit dem Verzicht auf unnötige Treppen und Schwellen zum Haus", erklärt Drexel. Auch breitere Haustüren und Innentüren, die möglicherweise mit einem Rollstuhl oder Rollator bewältigt werden können, seien selbstverständlich.
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- Serie "Einrichten" (13) Wohnen ohne Barriere 20.06.2005
- Barrierefreies Wohnen Gefangen im Dachgeschoss 25.08.2008
- Altersgerechtes Wohnen "Schlusslicht in Europa" 25.10.2007
- Altersgerecht planen Schöner wohnen im Alter 08.01.2007
ausser, dass einer der wichtigeren Aspekte meiner Meinung nach nicht erwähnt wird: Die Treppe. Oftmals ein verwinkelt-enges Etwas, das im Alter zum größten Hindernis wird.
Aber: Eigentlich wäre es zu wünschen, dass man in Deutschland Abschied nimmt von der Nur-Einmal-Im-Leben-Mentalität. Private Wohnhäuser werden oftmals für Familien gebaut aber nach kurzer Zeit (gemessen am Lebensalter von Häusern) von diesen nicht mehr bewohnt. Die Kinder verlassen das Haus, die Eltern bleiben und pflegen und unterhalten eine zu große Wohnung, oftmals über mehrere Geschosse verteilt, einen Garten, der für die Kinder geeignet für die gelegentliche Grillparty am Wochenende aber zu groß ist.
Mit der zunehmenden Anzahl älterer Mitbürger, die Dank der heutigen Medizin auch immer länger leben und agil bleiben, gehört eigentlich schon längst einmal eine neue Wohnform propagiert, zwischen Wohnungen für Familien und Altenheim oder betreutem Seniorenwohnen: Wohnungen und Häuser die ausreichend Platz bieten für zwei Personen, idealerweise ohne Treppe und auch mit den in dem Artikel genannten Ausstattungen. Der geringere Aufwand für Reinigung und Unterhalt kann ein Mehr an Lebensqualität sein.
Aber hierzulande tut man sich noch schwer damit, sich von der einmal erworbenen Scholle zu trennen. Das wird in anderen Kulturen wesentlich entspannter gesehen. Man kauft und verkauft das Haus oder die Wohnung, passend zum Lebensabschnitt. Natürlich ist das oftmals schwer, das angestammte Umfeld zu verlassen. Aber wenn man genauer hinschaut, ändert sich im Laufe eines Lebens, mehr als es scheint. Auch der Freundeskreis, die Freizeitinteressen, der Ort des tagtäglichen Einkaufs.
Nebenbei würde so Wohnraum frei für Familien und der Energieverbrauch würde bei einer Verschlechterung von 120 auf 80 Quadratmeter für zwei Personen auch eher sinken als steigen.
ja, das wäre schön. Frage immer meine Kunden, obs was barrierefreies oder wenigestens gemäßigt seniorengerechtes sein darf. Unter Hinweis, daß man auch mit 35 schon einen komplizierten Bruch haben kann ...
Habe da schon oft gehört "WIR SIND DOCH NICHT BEHINDERT!!!", "SCHAUEN WIRD DENN SO ALT AUS?". Nun, manche wollen länger leben...
Die meisten Menschen wollen sich nicht mit den Risiken des täglichen Lebens beschäftigen. Krankheit und Schmerz (bis hin zum Sterben) gehört zu den großen Tabus.
Arztserien sind fürs Vorabendprogramm, da darf vieles nicht "kommen"....
Noch viel zu oft wird
seniorengerechtes Bauen oder Umbauen aber von den Betroffenen
verworfen, weil sie eine Krankehausatmosphäre befürchten.
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Und die "kranke Hausatmosphäre" könnte um ein "n" ergänzt werden.