Eine "gewisse Legalisierung" und damit verbunden einen bescheidenen Auftragsaufschwung für die eigenen Agenturen erhofft sich der Verband nun aber durch die Neuregelungen im Zuge der Reformen des Arbeitsmarktes: Demnach kann künftig jeder für "haushaltsnahe Dienstleistungen" bis zu 600 Euro im Jahr von der Steuer absetzen - aber natürlich nur, wenn er einen Haushüter bei einem ordentlich angemeldeten Betrieb anfordert.

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Zwischen 40 und 50 Euro kostet ein Einsatztag; Zuschläge werden fällig, wenn Tiere oder Personen mitbetreut werden sollen. Etwa ein Viertel davon bleibt beim Haushüter selber. "Reich werden Sie dabei also nicht", sagt Amelie Wolfsberger, "Idealismus gehört dazu."

Aber das verstünden die meisten nicht, daher solle man doch bitte ihren richtigen Namen nicht in die Zeitung schreiben. Idealismus sei für sie der Kontakt zu Menschen, die dankbar seien, dass ihr Haus "gut behütet", der Briefkasten geleert und der Installateur bei einem Wasserrohrbruch gerufen würden. Und dass der Hund in seiner gewohnten Umgebung bleiben könne, wenn Herrchen in den Urlaub aufbricht.

Tiere seien in 80 Prozent der Fälle die Hauptmotivation, sich einen Haushüter zu leisten, sagt auch VDHA-Vize Kratz. Und natürlich die Sicherheit: Noch nie sei in ein von einem Haushüter bewachtes Heim eingebrochen worden - im Gegenteil: Zwei Fälle seien ihm bekannt, in denen ein Haushüter einen Einbruch habe verhindern können. Daher dürften Haushüter das Haus auch nur maximal für drei Stunden am Tag verlassen.

Die Idee des professionellen "Housesittings" kommt aus den USA. "Dort ist das seit 30 Jahren gang und gäbe", sagt Kratz. In Deutschland wurde die erste Agentur vor 18 Jahren gegründet. Inzwischen gibt es laut VDHA hierzulande gut 1000 Haushüter, die meisten sind Rentner, die im Ruhestand eine neue Aufgabe suchen.

"Es gab mal Versuche, Studenten in den Semesterferien einzusetzen", erzählt Kratz. Das aber habe sich nicht bewährt - wohl wegen deren mangelnder Lebenserfahrung und weil mancher die Abwesenheit der Hausherren für private Partys genutzt habe. Vertrauen sei wichtig, erläutert Kratz, denn ein Haushüter trage nicht nur große Verantwortung, sondern dringe auch in die Privatsphäre anderer ein. "Viele kommen wegen dieser Hemmschwelle zu uns - weil sie nicht wollen, dass der Hüter aus dem Ort oder aus der Verwandtschaft kommt."

Eine gewisse Neugier verleugnen aber auch VDHA-Haushüter nicht: "Mir macht es Spaß zu sehen, wie andere Leute leben", sagt Hans-Jörg Lampmann, seit zehn Jahren in Diensten einer Münchner Agentur. Gleichwohl: "In Schubladen gucke ich nicht", versichert der 65-Jährige. "Persönliches und Privates ist tabu."

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(SZ vom 24.5.2004)