Die Geschäftemacher an den Agrarmärkten spielen mit dem Leben von Menschen und gefährden den Weltfrieden. Sie sollten offenlegen, in welcher Absicht sie handeln.
Mit steigenden Weizen- und Maispreisen wächst die Angst vor neuen Hungerrevolten. Die Erinnerungen an die Unruhen in ärmeren Ländern vor drei Jahren sind noch nicht verblasst. Damals versprach die Politik schnelle Lösungen, ein Krisengipfel jagte den anderen, geschehen ist nichts. Doch das Problem bleibt: Die Weltbevölkerung wächst und damit die Zahl der Menschen, die satt werden wollen. Für einen großen Teil geht es ums nackte Überleben. Das macht Investitionen in Nahrungsmittel zu einem lukrativen Geschäft und lockt Spekulanten an.
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Die Weltbevölkerung wächst rasant - für einen großen Teil geht es ums nackte Überleben. (© AP)
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Der größte Teil der Handelsumsätze an den Rohstoffbörsen geht inzwischen auf reine Finanzinvestoren zurück und nicht auf Agrarproduzenten und Lebensmittelhersteller. Doch Anleger treiben die Preise zusätzlich in die Höhe. Wer den Anstieg der Nahrungsmittelpreise bremsen will, muss genau hier ansetzen. In der Politik hat man den Handlungsbedarf erkannt. Auf Ebene der G-20-Staaten soll in den nächsten Monaten über eine Regulierung verhandelt werden. Erste Ergebnisse sind noch für dieses Jahr angekündigt. Ein ehrgeiziges Ziel, das sich nur durch einen gemeinsamen internationalen Kraftakt erreichen lässt.
Nationale Alleingänge versprechen wenig Erfolg. Der Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen ist global. Die Regulierer müssen für mehr Transparenz sorgen. Akteure an den Börsen müssen sich zu erkennen geben und offenlegen, in welcher Absicht sie handeln. Der Anteil der institutionellen Anleger könnte dann zum Beispiel über Quoten reglementiert werden. Die Zeit drängt. Es steht viel auf dem Spiel. Denn die Geschäftemacher an den Agrarmärkten spielen mit dem Leben von Menschen und gefährden den Weltfrieden.
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(SZ vom 24.01.2011/mel)
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Obwohl derzeit Getreide deutlich teurer ist, als vor einem Jahr, kostet es nicht mehr als vor 50 Jahren. Real ist der Getreidepreis in dieser Zeit um ~90% gesunken! Brotgetreide ist billiger als in Körnerform gepresstes Sägemehl und das Verheizen ist rentabler als der Verkauf an die Mühle. Der Brotpreis steigt völlig unabhängig vom Getreidepreis:
http://getreideheizung.de/news/uploads/roggen-brot-preisentw.jpg
Sie schießen mal wieder eine geballte Ladung Vorurteile ab, ohne auch nur ein einziges Beispiel für den verderblichen Kapitalismus / Marktwirtschaft anführen zu können. Ist das nicht bemerkenswert? Man kann zig Beispiele dafür finden, wie Staaten dazu beitrugen Menschen verhungern zu lassen, aber - zumindest im 20 Jahrhundert - kein einziges, das man den Kräften des Marktes anlasten kann. Denken Sie darüber einmal nach, warum dies so ist.
Auch die letzte große Hungersnot in Afrika wurde nicht durch Spekulanten verursacht, sondern durch eine große Dürreperiode. Oder sind an der nun auch die Spekulanten schuld? Nicht der Kapitalismus hat - trotz aller Auswüchse - 100 Millionen Hungertote auf dem Gewissen, sondern die marxistischen u. maoistischen Experimente.
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