Grundstückskauf Schändlich vernachlässigt

Viele Hausherren sind schon vor Baubeginn Experten in Küchenplanung und Fliesenmustern. Mit dem künftigen Grundstück beschäftigen sie sich dagegen manchmal nur wenig.

Tatsächlich kann jedoch beim Grundstückskauf jede Menge schief laufen. Wer von Anfang in klar definierten Lagen sucht, spart Zeit. Ein wichtiger Punkt ist die Anbindung an den Arbeitsplatz. Erfordert der Job viele Reisen, sollte im Idealfall nicht nur eine Bus- oder U-Bahn-Haltestelle in der Nähe sein - auch der Flughafen respektive der Bahnhof sind vom neuen Haus aus möglichst gut zu erreichen.

Energiesparende Häuser

mehr...

"Zwar sind Grundstücke im ländlichen Raum günstiger als in der Stadt, doch die Kosten des Arbeitswegs müssen einkalkuliert werden: Wenn es keine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr gibt, führt oft kein Weg am zweiten Auto vorbei", warnt Dirk Wohltorf, Immobilienmakler in Berlin und Vorsitzender des Immobilienverbands Deutschland (IVD) Berlin-Brandenburg. Eine solche Rechnung kann durchaus zugunsten eines teureren Grundstücks im Stadtbereich ausgehen. Dieses hat aus der Sicht des Maklers noch einen weiteren Vorteil, nämlich einen höheren Wiederverkaufswert.

Versteckte Hindernisse

Die Infrastruktur ist ebenfalls wichtig: Sind Einkaufsmöglichkeiten und Ärzte, Kindergarten, Schule und Sportstätten gut erreichbar? Sobald ein Grundstück ins Zentrum des Interesses rückt, wird dessen "Mikro-Lage" beleuchtet. "Wichtige Informationen sind beim Bauplanungsamt an Ort und Stelle zu bekommen", erklärt Klaus Kellhammer, Gutachter im Verband Privater Bauherren (VPB) in Tübingen. Ein Bebauungsplan für das betreffende Gebiet gibt Planungssicherheit.

Wünschenswert ist die Lage in einem reinen Wohngebiet. Aber: Welche Bebauung gibt es in der Umgebung? Das besondere Augenmerk gilt baurechtlichen Vorgaben. Einschränkungen in der Bebaubarkeit können sich auch durch Leitungs- oder Wegerechte ergeben. Diese sind im Grundbuchauszug oder im Baulastenverzeichnis der Gemeinde erkennbar.