Die Krankenkassen DAK und BKK Gesundheit mit mehr als sechs Millionen Kunden schließen sich zusammen. Beiden Unternehmen laufen die Versicherten davon, weil sie seit Anfang 2010 Zusatzbeiträge erheben. Schon im vergangenen Jahr hatten sie einen Zusammenschluss diskutiert. Im zweiten Anlauf kommen sie nun zusammen - denn der gesamtwirtschaftliche Rahmen hat sich gravierend verändert.
DAK und die BKK Gesundheit verschmelzen zu einer neuen gesetzlichen Großkasse. Der Krankenversicherer mit dem Namen DAK-Gesundheit wird 6,6 Millionen Versicherte betreuen und wäre Nummer drei der Branche. Das ist die DAK zwar jetzt auch schon. Jedoch schwindet der Abstand zum Primus Barmer/GEK und zur Nummer zwei, der Techniker Krankenkasse. Die neue Kasse soll zu Beginn des kommenden Jahres an den Start gehen. Sitz der DAK-Gesundheit soll Hamburg sein. Sie wird vom derzeitigen DAK-Vorstandschef Herbert Rebscher geführt. Der Chef der BKK Gesundheit, Thomas Bodmer, erhält einen Stellvertreter-Posten.
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DAK und BKK Gesundheit haben ein Problem: Sie verlangen 96 Euro im Jahr von ihren Mitgliedern neben dem prozentualen Kassenbeitrag von 15,5 Prozent des Bruttolohns. (© dpa)
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DAK und BKK Gesundheit gehören zu den wenigen gesetzlichen Versicherern, die seit Anfang 2010 Zusatzbeiträge erheben. 96 Euro im Jahr verlangen sie von ihren Mitgliedern neben dem prozentualen Beitrag von 15,5 Prozent des Bruttolohns. Die Kassen mussten den zusätzlichen Beitrag erheben, weil sie nicht mit den Geldern aus dem Gesundheitsfonds auskommen. In der Folge haben beide Kassen sehr viele Mitglieder verloren, die zu Anbietern ohne Zusatzbeiträge gewechselt sind. Etwa eine halbe Million Versicherte verließen die DAK. Die BKK Gesundheit verlor etwa 30 Prozent ihrer Mitglieder. Sie ist derzeit mit etwa 725 000 Mitgliedern die Nummer 16 unter den Krankenkassen.
Große Überschüsse
Die Fusion der beiden Kassen gelingt im zweiten Anlauf. Schon im vergangenen Jahr hatte es Gespräche gegeben. Diese waren aber nach kurzer Zeit abgebrochen worden. Die DAK erklärte damals, es gebe keine tragfähige Basis für einen Zusammenschluss. Die BKK Gesundheit argumentierte, man wolle doch lieber eigenständig bleiben. Im Hintergrund hieß es, wegen des dramatischen Mitgliederschwundes nach Einführung des Zusatzbeitrags habe man damals keine geeignete Grundlage gefunden über eine Fusion zu sprechen.
Heute sieht der gesamtwirtschaftliche Rahmen völlig anders aus. Die Bilanzen der etwa150 Kassen sehen im laufenden Jahr deutlich besser aus als 2010. Ihr Überschuss lag nach sechs Monaten bei etwa 2,4 Milliarden Euro. Experten erwarten deshalb zum Ende des Jahres einen milliardenschweren Überschuss im Gesundheitsfonds, also in der zentralen Geldsammelstelle des Gesundheitssystems. Der Schätzerkreis des Bundesversicherungsamtes will dieser Tage eine neue Prognose vorlegen. Die guten Daten sind jedoch nicht alleine Folge der positiven Wirtschaftslage. In der jüngsten Gesundheitsreform hatte der damalige Minister Philipp Rösler (FDP) zur Stützung der Kassen die Beiträge kräftig erhöht und außerdem ein Spargesetz auf den Weg gebracht.
Die DAK wird nach Rebschers Worten am Ende des Jahres voraussichtlich 270 bis 300 Millionen Euro Überschuss erzielen. Auch die BKK Gesundheit schreibe schwarze Zahlen, sagte er der Süddeutschen Zeitung. "Mit dem Zusammenschluss können wir von den jeweiligen Stärken als eine Kasse profitieren", betonte er. Die DAK profitiere vom Alter der Versicherten der BKK Gesundheit, das im Schnitt um zehn Jahre niedriger. Zudem falle es der DAK mit der um zwanzig Prozent steigenden Zahl der Versicherten leichter, ihr flächendeckendes Netz von Filialen aufrecht zu erhalten. Schließlich profitiere die DAK von der Expertise der BKK bei der Betreuung von Firmenkunden. "Das wird in der Zukunft immer wichtiger", so Rebscher.
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(SZ vom 12.10.2011/hgn)
sollte von einem fähigeren Geschäftsführer geführt werden.
Der bisherige hat ja die Reserven verwirtschaftet und damit Zusatzbeiträge erzwungen.
Ausserdem sollte die neue Kasse unter Finanzaufsicht gestellt werden, mindestens so lange, bis sie wieder gesund ist.
Der Staat fordert eine Rücklagen- Quote, wird diese nicht erreicht, muss der Zusatzbeitrag erhoben werden. Werden Zusatzbeitraäge erhoben, laufen den Kassen die (meist gesunden) Mitglieder davon, das Problem verschärft sich.
Da werden z.B.90jährige aufwendig operiert um dann 4 Wochen später zu sterben...und da reden wir nicht von 1000€ sondern von Hunderttausend und mehr Euro (am Beispiel Lungentransplantation). Oder was es kostet, alte Sterbende am Leben zu erhalten mit aufwendiger Intensivmedizin. Um nicht missverstanden zu werden, auch alte Menschen haben eine Recht auf Gesundheit und auf ein langes Leben. Aber...eine OP muss schon sinnvoll sein und nicht Kassenfüller der Ärzte sein.
Die Kassen müssten mal offenbaren, was wieviel kostet. Aber die Diskussion will keiner führen.
Wer Zusatzbeiträge erhebt, dem laufen die Mitglieder davon.
Und das sind ausgerechnet die mobilen Mitglieder, die oft das 4-fache für wesentlich weniger Leistungen als einer der teuren Rentner bezahlt. Also müssen die Zusatzbeiträge angehoben werden und es laufen dann noch die letzten Nettozahler weg, bis nur noch die Kranken und Alten übrig bleiben. Der Zusatzbeitrag war ein Danaergeschenk zum Vertreiben der Beitragszahler.
Politiker/Innen, gerade Sozialpolitikerinnen haben Schwierigkeiten, die den Änderungen innewohnenden Dynamik zu antizipieren.