Noch ist unklar, zu welchen Preisen die neuen Aktien des Duft- und Geschmackstoffherstellers Symrise ausgegeben werden. Die Konsortialbanken beurteilen den Wert des Unternehmens sehr unterschiedlich.
Am späten Donnerstagabend hat sich der Symrise-Vorstand mit Vertretern der Konsortialbanken über die letzten Details des voraussichtlich größten Börsengangs in diesem Jahr beraten.
Symrise stellt Aromen her, die unter anderem in Desserts, Limo-naden, Zahnpasten, Kaugummis oder Parfuems zu finden sind. (© Foto: ddp)
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Erst dabei sollte festgelegt werden, wie viele Aktien innerhalb welcher Preisspanne zum Verkauf angeboten werden. Zuvor hatte das Management in Gesprächen mit verschiedenen institutionellen Investoren ausgelotet, welchen Betrag diese möglicherweise zu zahlen bereit sind.
Kapitalerhöhung von 650 Millionen Euro
Bisher ist lediglich bekannt, dass Symrise durch eine Kapitalerhöhung etwa 650 Millionen Euro einnehmen will. Zu diesem Zweck hatte das Unternehmen im Wertpapierprospekt die Ausgabe von bis zu 65 Millionen Aktien angekündigt.
Auch die Altgesellschafter, darunter der skandinavische Finanzinvestor EQT mit einem Anteil von knapp 80 Prozent, hatten angekündigt, sich von bis zu 65 Millionen Papieren zu trennen.
Mit dem insgesamt angestrebten Volumen von 1,3 Milliarden Euro überträfe Symrise die bisher größte Emission des Jahres, den Börsengang von Wacker Chemie. Das Unternehmen hatte im April Aktien im Wert von 1,2 Milliarden Euro verkauft (Tabelle).
Unsicherheiten am Kapitalmarkt
Allerdings hat die Unsicherheit am Kapitalmarkt nach den starken Kursschwankungen in den vergangenen Tagen zugenommen. Indiz dafür ist, dass der Solartechnik-Zulieferer Sic Processing sein Börsendebüt, das für diesen Donnerstag vorgesehen war, kurzfristig abgesagt hat.
Symrise wird den im Prospekt gesteckten Rahmen von bis zu 130 Millionen Aktien jedoch bei weitem nicht ausschöpfen. Das bestätigte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag. Aus diesem Grund sei es auch falsch, auf der Basis des angestrebten Emissionsvolumens und der Zahl der zum Verkauf gestellten Aktien auf einen Ausgabepreis von zehn Euro zu schließen. "Auch der Streubesitz wird deutlich unter dem im Prospekt genannten Höchstwert von 90 Prozent liegen", sagte der Sprecher.
Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) bezeichnet es nicht als ungewöhnlich, dass ein Börsenkandidat die Preisspanne und die Zahl der angebotenen Aktien bis zuletzt offen lässt. "Erst in den Gesprächen mit Großinvestoren, die wenige Tage vor dem Verkaufsstart stattfinden, bekommt das Management ein Gespür, welcher Preis erzielbar ist", sagte er.
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