Das Land Nordrhein-Westfalen hat satte 300 Millionen Euro in griechische Staatsanleihen investiert. Deren Ausfall verhindert jetzt der deutsche Steuerzahler.
Wird schon gut gehen, müssen sich die Geldanlage-Manager des Landes Nordrhein-Westfalen gedacht haben, als sie in die Anleihen Griechenlands investiert haben.
Euromünze mit griechischer Prägung: "Aus Sicht des Landes ist die Rückzahlung der Anleihen nicht gefährdet", heißt es in NRW. (© Foto: dpa)
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Der Glaube, dass die EU trotz ausdrücklichen Verbots in den EU-Verträgen irgendwie für die Euro-Länder geradestehen würde, war offenbar weit verbreitet. Anders ist es nicht zu erklären, warum 300 Millionen Euro der Beamtenpensionen - wohl völlig regelkonform - in Papiere des chronisch defizitären Landes gesteckt wurden.
Das Geld sei aber nicht in Gefahr, versicherte das Düsseldorfer Finanzministerium. "Aus Sicht des Landes ist die Rückzahlung der Anleihen nicht gefährdet", sagte eine Sprecherin. Diese Einschätzung teile auch die Bundesbank.
Anlagen aus vergangenen Jahren
Durch die geplanten Hilfen von Euro-Ländern und Währungsfonds bleibe Griechenland zahlungsfähig und könne fällig werdende Anleihen bedienen. Praktischerweise werden Banken und Anleger an dem Finanzdesaster-Griechenlands nicht beteiligt - die Steuerzahler haben sämtliche Risiken übernommen.
Die Griechenland-Anleihen seien im Bestand der Versorgungsrücklage, die das Land auf der Basis von Vorgaben des Bundes seit 1999 aufbaue. Sie wurden nach Angaben des Ministeriums in den Jahren 2004 und 2005 gekauft.
Die Rücklage betrage mittlerweile 2,9 Milliarden Euro. Bei der Anlage der Gelder aus diesem Sondervermögen werde das Land von der Bundesbank beraten.
Euro-Staaten und Internationaler Währungsfonds (IWF) wollen dem vom Staatsbankrott bedrohten Griechenland bis 2012 Kredite von bis zu 110 Milliarden Euro geben. Deutschlands Anteil beträgt bis zu 22,4 Milliarden Euro, davon 8,4 Milliarden in diesem Jahr.
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(sueddeutsche.de/dpa/hgn/pak)
müssen eigentlich die Entscheidungsträger gewesen sein die sich für einen seinerzeit minimalen Risikoaufschlag (= minimal mehr Rendite) mit griechischen Staatsanleihen eingedeckt haben?
Da würde mich mal das Parteibuch interessieren...
Durch unsere Politik zieht sich seit Jahren eine Schleimspur der Unverbindlichkeit von Regeln, die man früher den sog. Südländern nachgesagt hat. Das reicht von EU-Verträgen bis zu den Verkehrsregeln. Im Zweifel wird immer wieder nachgeregelt, bis schließlich jede Alternative möglich ist (oder gerichtlich erstritten werden kann). Das endet im besten Falle beim Konkurs wie in Griechenland oder bei den Warlords wie in Afghanistan.
Konsequent wäre bei den Griechenland-Anleihen das teilweise Abschreiben. Warum sollen die Bayern, Niedersachsen usw. für die Fehler im Lande NRW aufkommen?
"Der Glaube, dass die EU trotz ausdrücklichen Verbots in den EU-Verträgen irgendwie für die Euro-Länder geradestehen würde, war offenbar weit verbreitet. Anders ist es nicht zu erklären, warum 300 Millionen Euro der Beamtenpensionen - wohl völlig regelkonform - in Papiere des chronisch defizitären Landes gesteckt wurden."
Liebe Süddeutsche, was ist denn das für ein Journalismus? Stammtisch?
Ja, ein Pensionsfonds aus dem chronisch defizitären Deutschland mit AAA Rating hat 2004 in Staatsanleihen aus dem chronisch defizitären Griechenland mit damals A Rating investiert. Skandal! In ein europäisches Land! Nur mit A Rating! Aus dem unsicheren Euroraum! Und das anscheinend Regelkonform! Nein!
Da muss wohl blindes Gottvertrauen oder politische Manipulation eine Rolle gespielt haben...anders ist dies nicht zu erklären.
Und jetzt wackelt Spanien! Im Moment zwar noch AAA aber das kann sich ja ändern. Ich wittere den nächsten Skandal.
Bitte liebe Süddeutsche, finde zu deinem gewohnt guten Journalismus zurück. Alles andere hast du nicht nötig.
Sie sind mir ein richtig Aufgeklärter!
Ich kann JR zwar auch nicht leiden aber 2004 war Rüttgers noch Oppositionsführer, er kam erst Mitte 2005 an die Macht. Aber bevor man jetzt auf alle einprügelt, die mal Anleihen Griechenlands gekuaft haben, bitte lesen sie den 4. Kommentar!
Jetzt wissen wir mal, warum die CDU FDP Landesregierung die Straßen nicht repariert, sie spekulieren. Wollten Sie wieder mit Steuergeldern freie Wählerinitiativen gründen, um am Fleischtopf zu bleiben. Der Rüttgers läßt ja nichts aus.
Paging