Der Euro ist auf Talfahrt, die Aktienkurse stürzen ab - Politiker sehen überall gefährliche Zocker am Werk. Doch im Grunde ist fast jeder ein Spekulant.
Ein Mann geht ins Restaurant und bestellt Austern. Er hat kein Geld, aber er hofft, dass er mit einer darin gefundenen Perle die Rechnung bezahlen kann. Der Mann ist ein Spekulant.
Bei näherem Hinsehen ist es gar nicht so leicht, den bösen Zocker von einem guten Investor zu unterscheiden. (© Foto: Reuters)
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Der Euro setzte auch am Mittwoch seine Talfahrt fort, der deutsche Aktienindex (Dax) blieb unter der 6000-Punkte-Marke und die Renditen für griechische und portugiesische Staatsanleihen zogen wieder deutlich an - "im Moment", schimpft Jochen Sanio, Chef der deutschen Finanzaufsicht Bafin, "wird hier von Spekulanten ein Angriffskrieg gegen die Euro-Zone geführt".
Damit trifft Sanio den Nerv vieler Menschen. Schon werden Politikerstimmen laut, die ein schärferes Vorgehen gegen Spekulanten fordern. Das ist leicht gesagt, denn bei näherem Hinsehen ist es gar nicht so leicht, den bösen Zocker von einem guten Investor zu unterscheiden.
Was ist ein Spekulant?
Der Wortursprung kommt vom lateinischen Verb speculari. Das bedeutet: spähen und beobachten. Der Begriff Spekulation bezieht sich historisch auf Geldgeschäfte. Ein Spekulant produziert keine Ware, um sie mit Gewinn zu verkaufen. Vielmehr geht es ihm darum, aus Preisveränderungen an den Finanzmärkten Profit zu schlagen. Auch jeder Privatsparer, der sein Geld in einen Fonds steckt, ist mittelbar ein Spekulant. Er vertraut darauf, dass der Fondsmanager ein gutes Gefühl dafür hat, wie sich die Preise für Aktien oder Anleihen entwickeln.
Wie tickt ein Spekulant?
Es geht ihm um Profit, es geht ihm nicht darum, ein Land wie Griechenland zu zerstören. Für einen Spekulanten, der gegen Griechenland spekuliert, ist das südeuropäische Land bereits zerstört. Und deshalb wettet er auf das Eintreten des Kollaps", und zwar meist lange bevor es andere tun. So hat er die Chance auf hohe Gewinne. Wer im Herbst 2009 auf eine Pleite Griechenlands setzte, der konnte sein Kapital bis Mai zeitweise verfünffachen. Ein Spekulant klebt nicht bedingungslos an seiner Einschätzung. Er kann heute auf die Pleite und bereits morgen wieder auf die Genesung Griechenlands wetten. Für ihn gibt es kein Gut oder Böse, nur richtig oder falsch.
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Debatte über Urheberrecht
Der wichtigste Satz des Artikels: "Es ist ein Nullsummenspiel."
Spekulation ist Leben!
Es beginnt schon in der Schule, wenn man sich für bestimmte Themen profiliert. Die Wahl des Studiums. Die Berufswahl. Die schwierigste Wahl ist die des Lebenspartners!
Aber über Spekulanten zu schimpfe hat hie Methode.
In meiner Schulzeit konnte man sich nicht genug über Plütokraten und Spekulanten aufregen. Aber das näher zu erläutern ist heute politisch inkorrekt.
Ich fand es nur heute bezeichnend, daß das Geld Griechenlands angeblich in den Schatzhöhlen der Plütokratie (Banken und ähnliche Institute) zu suchen ist. Man beachte die Wortwahl!
Ich habe mich geschämt, als CSU Singhammer "Ehrliche Arbeit statt Spekulation" verkündete. (Hier haste ne Schüppe, damitste siehst, was Arbeit ist!
Meine Generation mußte allerdings mit der Schüppe das Studium verdienen.
Wenn Allianz-Vorstand sich über Finanzbeschränkungen ausläßt, sollte er sich sagen lassen, was Vorstände von MUNICH RE und Linde zu diesem Thema zu sagen haben.
Ich bin sehr glücklich über den sachlichen Artikel von Markus Zydra.
Spekulation ist ein zweischneidiges Schwert und jeder Mensch benutzt dieses Schwert jeden Tag indem er im Alltag spekuliert z.B. ob die Milch bei diesem und jenem billiger wird, ob der Kraftstoff billiger oder teuerer wird ...
Die Spekulation liegt eben in den Genen.
Den Zusammenbruch von Volkswirtschaften haben nicht Spekulanten verursacht sondern die Regierungen der Länder die sich über Jahre ohne Sinn und Verstand zu hoch verschuldet haben. Das dann die Banken (zu spät!!!!) den Geldhahn zudrehen ist dann die natürliche Folge dieser Misswirtschaft.
Desweiteren spekuliert auch jeder Staat! Ohne Spekulation wäre kein Land dieser Erde mehr finanziell handlungsfähig!
Das Fiasko mit Griechenland, Spanien, Portugal ... hat Gründe die weiter zurückliegen wie die Spekulation seit 1-2 Monaten.
Man sollte Vorsichtig sein und nicht in die Hand beissen die einen füttert sprich wer heute an den Finanzmärkten die falschen Regulierungsschrauben anzieht wird morgen nichts mehr bei den Finanzmärkten aufnehmen können wenn sich diese Regeln gegen sich selbst richten. Nicht weil das Finanzsystem keine Kredite mehr geben will, sondern sie darf es dann ncht mehr. Für Deutschland hieße der abgedregte Geldhahn das Ende sprich Rentensystem weg, Gesundheitssystem weg, Sozialleistungen weg ...
Wer auch nur wagt zu denken - der spekuliert. Wer denkt versucht halt nichts zu tun was unvernünftig ist. Und wer was vernünftiges macht - der kann dabei eigentlich ja auch nichts verlieren.
Die Frage bei den Kreditversicherungen ist halt bloß:
A versichert sich bei B, B versichert sich bei C, C versichert sich bei D...
Aber wer bezahlt am Schluss? Ist überhaupt irgendwo eine reale Deckung vorhanden?
Ja, beim Steuerzahler.