Die Strategie von Kanzlerin Merkel in der Causa Griechenland lässt sich nur schwer vermitteln - aber sie ist aus Sicht der Bundesregierung alternativlos.
Erfolg ist immer auch eine Frage des Maßstabs. Man stelle sich einmal vor, die Spieler des FC Bayern würden Mitte Mai mitsamt Meisterschale durch München kutschiert, verlören aber wenige Tage später die Endspiele um den DFB-Pokal und in der Champions League: Wie fiele dann die Bilanz der gesamten Spielzeit aus? Hätte man einen Titel gewonnen? Oder zwei verloren? Wäre es eine gute Saison gewesen oder eine schlechte?
"Machen Sie eine typische Handbewegung!": Kanzlerin Angela Merkel. (© Foto: ddp)
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45 Milliarden Euro für das marode Athen
Ähnlich verhält es sich mit der Frage, ob das Krisenmanagement der Bundeskanzlerin im Fall Griechenlands als Erfolg zu bewerten ist oder nicht. Nimmt man die offiziellen Botschaften zum Maßstab, die Angela Merkels Getreue lange Zeit in dieser Angelegenheit aussandten, dann ist sie auf ganzer Linie gescheitert: Die Griechen müssten ihre Finanzprobleme selbst lösen, so hieß es damals. Die Frage eines europäischen Rettungspakets stelle sich gar nicht, Hilfen von außen seien rechtlich nicht einmal zulässig.
Von all dem ist heute keine Rede mehr. Mit insgesamt 45 Milliarden Euro wollen die Euro-Partner und der Internationale Währungsfonds der Regierung in Athen zur Seite springen, allein Deutschland wird sich an dem Paket mit bis zu 8,4 Milliarden Euro beteiligen. Und was vielleicht noch schlimmer ist: Mit ihrer störrischen Haltung hat sich die Bundesregierung in der EU politisch vollständig isoliert.
Doch so offenkundig die Niederlage auch zu sein scheint, so unklar werden die Dinge, wenn man ein wenig genauer hinschaut. Intern nämlich hatte Merkel von Beginn an klargemacht, dass sich die EU am Ende mit den Griechen selbstverständlich solidarisch werde zeigen müssen - in welcher Form auch immer. Schließlich könne man das Land nicht einfach aus der Währungsunion werfen. Dabei ging es der Kanzlerin gar nicht in erster Linie um die Hellenen, sie sorgte sich vielmehr um die Stabilität des Euro, die im Bewusstsein der Deutschen einen viel größeren Stellenwert einnimmt, als das in anderen Ländern der Fall ist. Und gerade deshalb, auch wenn es paradox klingt, durfte die EU nach ihrer Lesart nicht einfach ein Rettungspaket schnüren, ja sie durfte es den Griechen zunächst nicht einmal in Aussicht stellen.
Denn was wäre geschehen, hätten sich Italiener, Portugiesen und Franzosen, aber auch der Bundesfinanzminister und viele deutsche Oppositionspolitiker mit ihrer Forderung nach schnellen Hilfen durchgesetzt?
Zunächst einmal wäre der Druck auf die griechische Regierung, das Problem zu hoher Staatsausgaben bei gleichzeitig mangelnder Steuermoral der Bürger endlich anzugehen, sofort weg gewesen. Ministerpräsident Giorgos Papandreou hätte keinerlei Möglichkeit mehr gehabt, ein radikales Sparprogramm, wie es jetzt vorgesehen ist, durch das Parlament zu bringen. Zum Zweiten hätte das Hilfsprogramm für die Griechen mittlerweile längst aufgestockt werden müssen, weil - wie sich vergangene Woche zeigte - die Haushaltszahlen des Landes noch desaströser sind als zunächst angenommen. Drittens hätten sich die Regierungen in Portugal, Spanien und Italien gefragt, warum sie eigentlich an den Finanzmärkten so hohe Zinsen zahlen sollen, wenn das gleiche Geld bei den Euro-Partnern doch sehr viel billiger zu haben ist.
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Eurovision Song Contest
Das "revolutionäre" und von der Bundesregierung mitgetragene Konzept der Entschuldung; bis dato nur für die Banken. Wäre nur konsequent.
Hat sich doch für die Deutsche Bank bestens bewährt, - sie fährt gerade mit weiteren Spekulationen zwischenzeitlich bis zur nächsten Pleite Rekordgewinne ein, die Vorstand und Aktionäre in Prämien bzw. Dividenden umsetzen können.
Frau Merkel befindet sich vollkommen zu Recht "in Europa allein zu Hause"! Die zögerliche Haltung dieser Regierung gegenüber Griechenland ist fatal, peinlich und einer sich entwickelnden EU schlicht unwürdig - und deutsche Banken profitieren auch noch davon. Ähnlich wie schon am Beginn der Finanzkrise beweist die deutsche Regierung eine vollkommene Unfähigkeit das Richtige zur rechten Zeit zu tun. Lehman lässt grüßen und Herr Bush steht sicherlich als Brater zur Verfügung.
Europaweit paart sich diese schwache Politik mit einem arrogant zur Schau gestellten "neuen" deutschen Selbstwertgefühl.
Armes Europa - armes Deutschland: Eine solche Bundesregierung ist für alle verzichtbar!
Die Schulden aller EU Länder werden auf Griechenland übertragen welches dann in Insolvenz geht.
Als Gegenleistung finanzieren die EU-Länder den Griechen während des Insolvenzverfahrens alle staatlich notwendigen Ausgaben, was auch kinderleicht wäre bei dem Batzen an Zinsen die diese nun nicht mehr bezahlen müssen.
....und schwupps (@osborne) müssen sich auch die Bankenhalunken (nach Jean Ziegler) aus Zürich beteiligen.
Leute, es wird echt Zeit sich zu überlegen wie es weitergehen soll.
Den SZ Kommentar finde ich richtig.
Leider muß ich außer Haus
Die meißten Bürger wollten doch keine Hilfe für GR
Angela wollte die Bedingungen für die Hilfe so schwer wie möglich, also unter Einbeziehung des IWF, machen. Natürlich im Bewusstsein, daß sie den EU Vertrag nicht kippen kann, aber wenigstens die Hürden für zukünftige Aspiranten so hoch wie möglich setzt.
Das ist halt die Wahl zwischen Pest und Colera.
Die ewigen Besserwisser sollten doch mal logisch denken.
Aus verfassungsrechtlichen Gründen muß die Kreditbürgschaft freiwillig sein.
Gläubiger sollten allerdings mit bezahlen wenn die Sache schief geht.
Allerdings, wie soll man die Schweizer und andere dazu bringen
beinhaltet, dass die ökonomische Basis einer Volkswirtschaft nur in dem Maße zu nutzen ist, dass auch die nachfolgenden Generationen diese Basis ungeschmälert nutzen können. Der maßlose unverantwortliche Schuldenaufbau der Griechen (der Rest der Pigs ist genauso unverantwortlich) gefährdet die Zukunft der kommenden Generationen in Europa. Die Griechen scheinen nur zur Zeit der grundlosen Illusion anheim zu hängen, dass für ihr Schuldendebakel der deutsche Michel den dummen Zahlmeister abgibt. (Was bei uns dann die Mittel- und Unterschicht über höhere Abgabenlast und Leistungskürzungen zu finanzieren hat).
Wer den Griechen jetzt nicht die Folgen ihrerer eigenen Verantwortungslosikeit spürren lassen will, soll später nicht über die Zeche lamentieren, die der deutsche Arbeitnehmer zu zahlen hat.
Bisher waren die Spar- Reformbemühungen der Greichen nur heiße Luft. (Da werden Reformpaket im Parlament beschlossen, die in 5-10 Jahren zu Einsparungen führen).
Diese von den Griechen grossspurig als radikale Bemühungen angekündigten Maßnahmen sind nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt wurden.
Deshalb sage ich:
"Angie bleib eisenhart in Sachen Griechenschuldenkrise"
Paging