Womöglich braucht Griechenland weit mehr Geld als bislang gedacht: Bundesbank-Chef Weber befürchtet, dass die Misere ganz neue Dimensionen erreichen könnte.
Die Länder der Währungsunion wollen Griechenland mit bis zu 30 Milliarden Euro unterstützen. Womöglich reicht das nicht einmal ansatzweise.
Griechenland braucht womöglich bis zu 80 Milliarden Euro. (© Foto: AP)
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Bundesbank-Chef Axel Weber - ein Mann, der gewöhnlich nicht als Laut-Sprecher auffällt - befürchtet, dass Griechenland noch weit mehr Geld braucht. Womöglich sogar fast die dreifache Summe.
Einem Wall Street Journal-Bericht zufolge rechnete Weber in einer Rede vor Abgeordneten des Deutschen Bundestages mit einem Volumen von bis zu 80 Milliarden Euro. Die Bundesbank nahm zunächst keine Stellung dazu.
Wie die HRE
Damit könnte auch der deutsche Anteil erheblich höher ausfallen. Bislang hieß es, Deutschland würde bis zu 8,4 Milliarden Euro übernehmen.
Einem Bericht der Bild-Zeitung zufolge zog Weber einen Vergleich zur Hypo Real Estate (HRE). Auch bei der HRE sei der milliardenschwere Bedarf an Hilfe "nur scheibchenweise" bekannt geworden.
Griechenland steht nach Ansicht von Weber erst am Anfang eines harten Sparkurses. Er hält dem Bericht zufolge EU-Hilfen für alternativlos, warnte aber vor einem europäischen Hilfsfonds.
Unterdessen wurde bekannt, dass für eventuelle Hilfen an Griechenland die schwarz-gelbe Koalition wohl ein wichtiges Gesetzespaket aufschiebt.
Dabei geht es unter anderem um das Zukunftsinvestitionsgesetz, das den Ländern Investitionen aus dem Konjunkturpaket II erleichtern soll, und die sogenannten Härtefallregelungen für Hartz-IV-Empfänger, die die Umsetzung des jüngsten Bundesverfassungsgerichtsurteils zu Hartz IV absichern sollten.
Hilfen als Rechtsbruch
Auch die möglichen Griechenland-Hilfen sollten an dieses Paket gekoppelt werden, berichtet die Financial Times Deutschland unter Berufung auf das Finanzministerium.
Die Beratung des Gesetzes könnte verschoben werden, sagte ein Sprecher der Zeitung. Falls erforderlich, solle ein Änderungsantrag kurzfristig durch die Koalitionsfraktionen eingebracht werden, um die Griechenland-Hilfen rechtlich abzusichern.
Womöglich nicht ohne Grund: Wissenschaftler haben Zweifel, dass die Hilfen für Griechenland durch die Europäischen Verträge gedeckt sind.
Das Centrum für Europäische Politik (CEP) kommt in einer aktuellen Analyse zu dem Ergebnis, dass bilaterale Kredite einen Rechtsbruch darstellen. "Ein Bail-out durch bilaterale Kredite Deutschlands oder eines anderen Mitgliedstaates ist EU-rechtswidrig", zitiert das Handelsblatt aus der Studie.
Deutschland dürfe demzufolge Kredite an Griechenland nur zu marktüblichen Konditionen vergeben. Die Finanzminister der Eurozone hatten sich allerdings darauf verständigt, die Hilfen zu einem Zinssatz von fünf Prozent zu gewähren.
Die Kurse von Griechenland-Anleihen mussten in den vergangenen Wochen schwere Einbußen hinnehmen. Die 30-jährige Anleihe notiert gar nur noch bei knapp 70 Prozent ihres Wertes. Die Anleger bereiten sich offenbar auf einen Zahlungsausfall vor.
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(sueddeutsche.de/Reuters/dpa/hgn/mel)
Ägypten
Ottmar Issing heisst der Verfasser des obigen Aufsatzes....
ich finde die Aussagen von Weber als verantwortungslos. Denn er hätte zumindest - wenn er "alternativlos" benutz sagen müssen, dass Zahlungen bzw. Hilfen erst kommen, wenn der IWF das Steuer übernommen hat.
Das sollte jedem klar sein: Bevor der IWF als unabhänige Behörde nicht aktiv ist, darf von Seiten der anderen EU-Staaten KEINE HIlfe kommen. Es gibt hierzu einen ausgezeichneten Aufsatz in der FAZ..(.war es Herr Ighoff..oder so??)
Darin heisst es, --wie solle man es den Iren, die jetzt massiv sparen--, dass sie eben sparen, wenn es die Griechen viel leichter haben und eben nicht sparen und einfach die Hand aufhalten!!! Genau das ist die größte Gefahr für die Währungsunion, nämlich der Dammbruch!!!!
Anstatt den Spekulanten das Handwerk zu legen, damit endlich die reale Wirtschaft realer MENSCHEN wieder arbeiten kann, diskutiert man, wie man Griechenlands Probleme abzahlt.
Griechenland hätte viel weniger Probleme, wenn nicht Leute ohne jedes Gewissen im Weltfinanzcasino gegen das Land wetten würden.
Wir brauchen ein Verbot rein spekulativer Geschäfte, und wir brauchen eine Transaktionssteuer für solche Geschäfte. Es muss wieder klar sein: Der A gibt dem B einen Kredit. Punkt.
ts ts Axel Weber - sie haben wohl den Beitrag von C Gammelin "Viel Furor, viel Unwissen" hier in diesem Blatt nicht gelesen, was? Gehoeren auch zu denen deren Einstellung was GR und Finanzhilfen aus D einfach "aergerlich" ist?
Weil sie eben nicht wissen dass "am Ende auch Deutschland profitieren wird". Genau. Und wenn D schon bei 8.4 Milliarden Soforthilfe profitiert dann profitiert es natuerlich bei sagen wir mal 20 oder 30 Milliarden Soforthilfe noch viel mehr. Ist ja logisch, oder? Daher ist das alles gar kein Problem und ausserdem liegt laut Gammelin in D das Geld nur so herum, da ist es schon klar dass man "notleidende" Laender wie GR und zukuenftig aud POR, IRL etc unterstuetzt. Muss sein, sonst werden die anderen EU-Staaten wie bspw Malta, Bulgarien oder Finnland "irritiert" auf D schauen. Und DAS kann nun wirklich keiner wollen.
@Mungbohne: Warum soll Griechenland aus der EU austreten?
Viel besser wäre doch wenn Deutschland austreten würden, dann würde automatisch dieses ganze Lügengebilde samt Euro zusammenbrechen!
Paging