Erst war es nur eine Befürchtung, jetzt steht fest: Das griechische Haushaltsdefizit ist höher als bislang bekannt. Nothilfen werden damit immer wahrscheinlicher.
Athen kommt einfach nicht zur Ruhe. Seit kurzem tagen Vertreter von IWF und EU, um das gemeinsame Hilfspaket für den maroden Mittelmeerstaat festzuzurren. Und die Befürchtung, dass griechische Defizit könne noch viel höher sein als bislang bekannt, saß irgendwie mit am Verhandlungstisch. Jetzt steht fest: Die Schuldenkrise Griechenlands ist schwerer als bisher bekannt.
Akropolis in Athen: Das Staatsdefizit ist noch um einiges größer als bislang bekannt. (© Foto: dpa)
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Im vergangenen Jahr belief sich das griechische Haushaltsdefizit auf 13,6 Prozent der Wirtschaftsleistung - das war deutlich mehr als die bislang gemeldeten 12,7 Prozent, teilte das Europäische Statistikamt Eurostat in Luxemburg mit.
Es ist bereits die dritte Korrektur des griechischen Defizits innerhalb eines Jahres. Ende 2009 hatte die neugewählte griechische Regierung die Vorhersage für das Staatsdefizit auf 12,7 Prozent des BIP verdoppelt. Später besserte Athen die Zahl auf 12,9 Prozent nach.
Am Rand der Staatspleite
Das Defizit schraubt sich möglicherweise abermals nach oben: Wegen noch nicht bekannter Daten aus der Sozialversicherung könnte der Wert nochmals um bis zu 0,5 Prozentpunkte steigen, berichteten die Statistiker.
Damit wird immer wahrscheinlicher, dass Griechenland die von den Euro-Ländern in Aussicht gestellten Kredite von bis zu 30 Milliarden Euro in Anspruch nehmen muss.
Griechenland könnte vor der Aktivierung des Hilfspakets Kreisen zufolge einen kurzfristigen Überbrückungskredit von europäischen Ländern erhalten. "Es gibt eine Klausel, wonach kurzfristige Kredite möglich sind bis der Mechanismus aktiviert ist", sagte ein hochrangiger griechischer Regierungsvertreter. "Das ist aber theoretisch, es gibt keine solche Entscheidung oder Notwendigkeit."
Die neuesten Defizitzahlen belegen, dass Griechenland sich an den Rand der Staatspleite manövriert hat. 2009 beliefen sich die Schulden des Euro-Landes auf 273 Milliarden Euro und damit auf 115 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die griechische Regierung hat bereits angekündigt, dass sie dennoch an den bestehenden Sparzielen festhalten will. In diesem Jahr will Athen das Defizit um vier Prozentpunkte des Bruttoinlandsprodukts senken. Dazu hat sie ein drastisches Sparprogramm aufgelegt, das unter anderem Gehalts-und Rentenkürzungen sowie Steuererhöhungen vorsieht.
Abwärts, immer abwärts
Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit von Griechenland um eine Stufe gesenkt. Die Bonitätsnote für griechische Staatsanleihen werde von bisher "A2" auf "A3" reduziert, teilte die Agentur mit. Und: Eine weitere Abstufung sei möglich.
Die Agentur begründete ihr Vorgehen damit, dass Griechenland für den Schuldendienst jetzt mehr bezahlen müsse als bisher angenommen. Erst Anfang April hatte die Ratingagentur Fitch die Bonitätsnote für griechische Staatsanleihen bei weiter negativem Ausblick um zwei Stufen auf "BBB-" reduziert. Ende des vergangenen Jahres hatte auch die Ratingagentur Standard & Poor's ihr Rating auf "BBB+" verringert.
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(sueddeutsche.de/dpa/AFP/mel/hgn)
Eurovision Song Contest
Wird Griechenland durch Kredite und Bürgschaften unter die Arme gegriffen - die griechische Regierung hat (wahrscheinlich wohlwissend) falsche Angaben zur Verschuldungshöhe gemacht, sind Beliebig- und Begehrlichkeiten Tür und Tor geöffnet.
Deshalb: Griechenland zunächst raus aus der Währungsunion der EU...
Soll Unverantwortlichkeit einer Regierung auch noch belohnt werden?
Es wäre das Signal für weitere "geduldete" Pleiten... und der Anfang jeglicher Erpressungsmöglichkeit.
Und wer hat bisher dabei den Reibach gemacht?
Denke darüber nach, wer mag...
nach Eurostat, bei 14,1 % gegen 13,6% Staatsverschuldung.
Warum wird das verschwiegen? Die Information macht nur im Vergleich einen Sinn. Griechenland kann nicht isoliert betrachtet werden.
Falls an eine europäische Union festgehalten werden soll, so müsste Eurostat die Daten der einzelnen Staaten gewichten und nicht die einzelnen Staaten für sich. Wie das ausgegangen ist, kann man nun betrachten, Griechenland lieferte getürkte Daten und Eurostat hat die abgenommen, obwohl sie daran zweifelte. Ob die anderen Staaten dies allerdings in Zukunft so handhaben werden,bezweifle ich stark. Ich schätze, dass nicht nur Griechenland potemkinsche Dörfer besitzt.
Die Pleite Griechenlands wäre keine Gefahr für den Euro, da Griechenland für die Eurozone nicht wirklich wichtig ist. Die Gefahr besteht für unsere Banken (und damit auch für jeden, der bei einer Bank Geld zu liegen hat), weil die Banken sich mit griechischen Anleihen eingedeckt haben.
Deshalb wird die EU Griechenland wohl retten. Die Alternative wäre, am Ende die Banken zu retten.
Aber die Griechen werden unmöglich so weitermachen können. Die Streiks gefährden vollends die griechische Wirtschaft, die ausser Tourismus nichts zu bieten hat. Natürlich wäre es besser, das Geld bei den Reichen zu holen. Die haben es aber schon längst in's Ausland geschafft. Und kein Grieche kann mir erzählen, dass er nicht auch Teil dieses Systems ist, das aus Faulheit, Unfähigkeit und masslosem Schlendrian besteht.
Hat die Regierung nun eigentlich endlich vor, die 80.000 toten Rentenempfänger in Griechenland abzuschalten? Das wäre doch mal ein Anfang.
An johnsonville:@,Ihr Beitrag steht fuer den Realitaetssinn den viele Menschen leider nicht haben.Es stimmt,eine gemeinsame Waehrung braucht auch eine gemeinsame Kontrolle. Hier lag das Hauptversagen der EU,man schloss vor den Tatsachen die Augen. Auch ist es so wie mir Grichische Freunde berichten,der Staat hat viel zu viele Beamte,ohne Beschaeftigung. Auch gibt es da mehr Luxusautos im Verhaeltniss zu Deutschland und der EU. Auch fast alle groesseren Boote und Jachten sind Ausgefaggt und vor den Steuern drueckt sich jeder der kann. Des Grichen groesster Feind ist der Staat,leider eine alte Tradition,nur die kleinen Leute duerfen die Zeche bezahlen. Auch nichts neues,die neue Regierung hat dort eine Herkulesarbeit uebernommen,wenn man ihr richtig hilft,kann der Kraftackt gelingen.
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