Goldbarren oder Goldmünzen Welche Goldprodukte kommen als Anlageobjekte in Frage?

Goldbarren gibt es in verschiedenen Stückelungen zu kaufen.

(Foto: dpa)

Bei physischem Gold hat der Anleger die Wahl zwischen Goldbarren in verschiedenen Stückelungen oder Goldmünzen. Welche Vor- und Nachteile die Produkte haben - und ab welchen Summen die Anlage sich lohnt.

Von Larissa Holzki

Nicht alles was glänzt, eignet sich auch unter Rendite-Gesichtspunkten als Geldanlage. Der Wert eines Schmuckstückes bemisst sich nicht nur aus dem verwendeten Gold. Der Künstler, der viele Stunden daran geschmiedet, gelötet und geschliffen hat, berechnet für seinen Arbeitsaufwand möglicherweise einen höheren Preis als für das Edelmetall. Schmuck ist in erster Linie Geschmacksache. Wenn Sie das Geld irgendwann wieder brauchen und keinen Käufer für Kette und Ringe finden, bleibt Ihnen nur die Schmelze - und damit lediglich der Materialpreis (wie Sie den Wert Ihres Goldschmucks selbst einschätzen können, erfahren Sie in diesem Ratgeber-Text). Ähnlich verhält es sich mit Kunst und Antiquitäten, die sich nur für Kenner als Anlageobjekt eignen. Wer klassisch in physisches Gold investieren will, kann zwischen zwei Produktgruppen wählen.

Goldbarren

Wenn es bei der Geldanlage hauptsächlich um Rendite geht, eignen sich auf dem Goldmarkt Barren am besten für das Portfolio. Ihre Herstellung ist verhältnismäßig einfach und der Preis kommt dem reinen Materialwert daher am nächsten. Deshalb liegen die An- und Verkaufspreise der Händler auch relativ nah beieinander. Auf jedem Barren sind Informationen über Gewicht und Feingehalt sowie der Name oder das Logo des Herstellers aufgeprägt.

Da sich die wenigsten Anleger den Standardbarren mit einem Gewicht von mehr als 12,4 Kilogramm leisten können, bieten die gängigen Hersteller wie Heraeus, Umicore, Pamp Suisse und Perth Mint auch Stückelungen zwischen einem Gramm und einem Kilo an.

Von der Anlage in Kleinstbarren bis fünf Gramm ist jedoch abzuraten. Die An- und Verkaufspreise klaffen hier weit auseinander. Die Mini-Barren lassen sich nur selten gewinnbringend wieder verkaufen. Ein Beispiel: Sie erwerben einen 1-Gramm-Goldbarren für 43 Euro, für den Ihnen der Händler am gleichen Tag seinerseits nur 31,50 Euro bietet. Kauften und verkauften Sie diesen Barren am selben Tag, würden Sie 11,50 Euro verlieren. Wenn Sie aber in der Hoffnung auf Wertsteigerung investieren, dann müsste der Wert ihres Barrens schon um mehr als ein Drittel steigen, nur damit Sie keinen Verlust machen - von Gewinnen ganz zu schweigen.

Goldmünzen

Bei den Münzen unterscheidet man Anlagemünzen (auch Bullion- oder Barrenmünzen) von Sammlerstücken. Für den Preis von Anlagemünzen ist in erster Linie der Goldpreis entscheidend. Anders verhält es sich bei Sammlermünzen: Hier werden unter Umständen Preise weit über dem Materialwert gehandelt.

Wie bei Goldprodukten allgemein, spricht vor allem die Werterhaltung und Sicherheit für den Erwerb von Goldmünzen. International anerkannt sind zum Beispiel Krügerrand, Eagle, Maple Leaf, Britannia, Känguruh und Philharmoniker. Aufgrund der eingeprägten Motive haben Münzen eine höhere Fälschungssicherheit als Barren.

Die Anlage in großen Münzen ist vorteilhafter, da geringere Stückkosten anfallen. Westgold-Geschäftsführer Martin Siegel rät, in ganzen Unzen (etwa 31,1 Gramm) anzulegen. "Die Handelsspanne beim Krügerrand liegt bei der 1-Unzen-Münze erfahrungsgemäß etwa bei drei Prozent, bei einer Viertelunze sind es schon zehn Prozent." Wer in Gold anlegen will, sollte demnach an die tausend Euro in die Hand nehmen können - das etwa kostet der Krügerrand 1 Unze derzeit (Stand Mai 2014).

Auch von einer Stückelung gemessen an der Anzahl der Erben hält der Westgold-Geschäftsführer nicht viel: "Die Kinder können das Gold verkaufen und das Geld untereinander aufteilen. So haben Sie in der Regel mehr davon."