Gesetzliche Krankenversicherung Was die Pflichtversicherung von der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung unterscheidet

Eine Krankenversicherung muss jeder Deutsche abschließen. Aber wer muss sich pflichtversichern - und für wen ist der Beitritt in die gesetzliche Krankenversicherung freiwillig?

Die Marke von 50.850 Euro teilt die Arbeitnehmer in Deutschland in zwei Gruppen: Wessen Jahreseinkommen unter dieser Summe liegt, muss sich als Pflichtversicherter bei einer gesetzlichen Kasse krankenversichern. Angestellte, die 50.851 Euro oder mehr verdienen, haben dagegen die Wahl: Sie können sich freiwillig bei einer gesetzlichen Kasse versichern oder einen Vertrag mit einem Privatunternehmen abschließen. Diese so genannte Jahresarbeitsengeltgrenze wird vom Bundesarbeitsministerium jedes Jahr neu festgelegt. Für 2013 ist eine weitere Erhöhung geplant.

Neben den besser verdienenden Arbeitnehmern sind Beamte und Selbständige von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreit, und zwar unabhängig von ihrem Einkommen. Sie können, müssen sich aber nicht gesetzlich versichern. Für Beamte lohnt sich die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung in der Regel jedoch nicht, da sie und ihre Familienmitglieder als privat Versicherte einen staatlichen Zuschuss von bis zu 80 Prozent zu den Krankenkosten erhalten.

Die Beiträge aller gesetzlich Versicherten - ob freiwillig oder pflichtversichert - betragen 15,5 Prozent des Bruttojahreslohns (bei Angestellten) bzw. des Jahresgewinns zuzüglich anderer Einnahmen (bei Selbständigen). Bei Angestellten zahlt der Arbeitgeber 7,3 Prozent, Selbständige müssen den Beitrag alleine aufbringen. Bei maximal 592,88 Euro (Stand 2012) im Monat ist jedoch Schluss: Auch wer monatlich mehr als 3825 Euro verdient und damit über der so genannten Beitragsbemessungsgrenze liegt, muss nicht mehr hinblättern.

Um eine eigene Beitragszahlung kommen Familienmitglieder von gesetzlich Versicherten herum, sofern sie keine eigenen Einkünfte haben, die 375 bzw. 400 Euro (bei Minijobbern) im Monat übersteigen: Eine Angestellte kann so etwa ihren kinderhütenden Hausmann und die gemeinsamen Schulkinder kostenlos mitversichern. Studenten können sich bis zum 25. Lebensjahr im Rahmen der Familienversicherung umsonst mitversichern.