Geldanlage Wo kaufe und lagere ich physisches Gold?

1000-Gramm-Feingoldbarren sind in einem Safe sicher aufgehoben.

(Foto: dpa)

Wer Gold kaufen möchte, wird oftmals nicht bei seiner Hausbank fündig, sondern muss sich an einen Spezialanbieter wenden. Mit welchen Kosten Anleger rechnen müssen und wo Gold am besten gelagert wird.

Von Larissa Holzki

Wer Geld in Gold anlegen will, kann zunächst bei seiner Hausbank nach einem Angebot fragen. Allerdings haben sich viele Banken und Sparkassen aus diesem Geschäft zurückgezogen. Eine Alternative ist zum Beispiel ein Spezialanbieter wie die Reisebank. Sie bietet auch Nicht-Kunden Goldprodukte an. Daneben gibt es weitere kommerzielle Edelmetallhändler wie Pro Aurum, Westgold und Degussa Sonne/Mond Goldhandel, die Scheideanstalten sowie zahlreiche Internetshops. Gelegentlich bieten sogar Supermärkte Goldmünzen an, aber Achtung: Hier handelt es sich meistens um Sammlermünzen.

Bei Fachhändlern vor Ort können Kunden Gold im Wert von bis zu 15.000 Euro bei Barzahlung anonym kaufen. Erst bei größeren Summen ist der Kauf meldepflichtig. Wer im Internet bestellt, muss seine Daten schon aus technischen Gründen angeben. Außerdem muss Vorkasse gezahlt werden. Erkundigen Sie sich auch, wie das bestellte Gold geliefert wird und ob Sie es gegebenenfalls abholen können.

Es lohnt sich auf jeden Fall, Angebote von verschiedenen Händlern einzuholen. Vergleichen Sie den Preis von Münzen und Barren mit identischem Gewicht, Feingoldgehalt und gleicher Prägung. Achten Sie dabei auch auf die Uhrzeit, zu der der Preis angegeben wurde. Das ist wichtig, weil der Goldpreis stark schwankt und der Zeitpunkt ein Grund für den Unterschied sein kann. Zudem sind fehlende Aktualisierungen Hinweise auf unseriöse Händler.

Achtung: Das günstigste Angebot ist nicht immer das beste. Im Internet werden auch Fälschungen angeboten. Wenden Sie sich daher nur an professionelle Anbieter und nutzen Sie Beratungsangebote.

Wie entsteht der Goldpreis?

Der Goldpreis variiert ständig. Weil Gold vor allem als Sicherheit geschätzt wird, lautet die Faustregel, dass der Preis steigt, sobald sich eine Krise ankündigt. Dass der Kurs zuletzt gefallen ist (Stand Frühjahr 2014), ist also auch auf das Abflauen der Finanzkrise zurückzuführen.

Der Preis für Barren und Münzen hängt eng mit dem so genannten Spotpreis zusammen. Dieser wird aus verschiedenen Werten gebildet, die elektronisch bei jedem Handelsvorgang an den weltweiten Börsen übermittelt werden: dem Kurs, zu dem der letzte Handel realisiert wurde, dem günstigsten Preis, der aktuell für eine Feinunze Gold verlangt wird und dem Höchstgebot, das für diese gerade vorliegt. Dieser Kurs wird nicht von einer offiziellen Stelle festgelegt, er ist vielmehr ein Durchschnittswert. Diesen Kurs können Sie zum Beispiel auf Süddeutsche.de oder in Tageszeitungen verfolgen.