Von Corinna Nohn

Warum es sich für Privatleute nur ganz selten lohnt, eine Immobilie zu kaufen und zu vermieten.

Die Zinsen sind niedrig, verglichen mit dem Durchschnittswert der vergangenen Jahrzehnte. Gleichzeitig erwarten viele Experten einen Anstieg der Miet- und Wohnungspreise in Deutschland.

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Derzeit sind Immobilienkredite günstig, sagen Experten. (© Foto: dpa)

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Es scheint also der richtige Zeitpunkt zu sein, ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen - auch im Hinblick auf die Altersvorsorge, wo Immobilien wegen ihrer Wertbeständigkeit und der Möglichkeit, sie selbst zu nutzen, einen wichtigen Bestandteil ausmachen können.

"Es ist gerade relativ günstig, in Immobilien zu investieren'', sagt denn auch Tobias Just, Branchenexperte der Deutschen Bank. Er nennt ein weiteres Argument: Es herrsche reger Wettbewerb unter den Immobilienfinanzierern, was Kredite günstiger mache.

Andere Branchenkenner weisen auch darauf hin, dass sich der wirtschaftliche Aufschwung mit Verzögerung auf die Bautätigkeit und die Preisentwicklung am Wohnungsmarkt niederschlagen müsse.

Aktuell wird allerdings so wenig gebaut wie selten zuvor. Die Landesbausparkassen (LBS) gehen von 200.000 Wohnungsbaugenehmigungen in diesem Jahr aus - zuletzt wurden 1949 weniger Genehmigungen erteilt.

Laut einer LBS-Umfrage unter elf Wohnungsmarkt-Forschungsinstituten ist deshalb 2010 in vielen Regionen mit einem Engpass im Wohnungsangebot zu rechnen. Die Mehrheit der Experten glaubt, dass die Hauspreise spätestens 2008 deutlich steigen.

Es gibt nicht den Immobilienmarkt

"In attraktiven Ballungsräumen wie Hamburg oder München wird zu wenig gebaut'', urteilt auch der Deutsche-Bank-Experte Just. "Das wird dort sicherlich zu steigenden Mieten und Preisen führen.''

Die Analyse-Gesellschaft Feri Research & Rating schätzt das durchschnittliche Renditepotential von Wohnobjekten an den deutschen Top-Standorten Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München und Berlin bis zum Jahr 2016 auf jährlich 8,78 Prozent - und damit etwa zwei Prozentpunkte höher als zurzeit.

In diesen Städten müssen Investoren allerdings auch mit höheren Einstiegskosten rechnen, wie ein Vergleich der durchschnittlichen Preise für Eigentumswohnungen zeigt.

Die Renditeschätzungen gelten aber bei weitem nicht für das gesamte Bundesgebiet. "Es gibt nicht den deutschen Wohnimmobilienmarkt'', sagt Günter Vornholz von der Immobilien-Researchabteilung der NordLB. So wird es wegen der ungünstigen demografischen Entwicklung in vielen Regionen keine Wertzuwächse geben, ganz im Gegenteil.

Zwar nimmt der pro Person genutzte Wohnraum in Deutschland kontinuierlich zu. Doch nach Angaben des Statistischen Bundesamts wird die Zahl der Bundesbürger von derzeit 82,5 Millionen bis 2050 auf 69 bis 74 Millionen schrumpfen, was in zahlreichen Gegenden zu einem Überangebot an Wohnungen führen wird.

Deshalb sagt Vornholz: "Entwicklungen wie in Großbritannien oder Spanien sehe ich in Deutschland nicht.'' Dort realisierten Investoren zum Teil Renditen in zweistelliger Höhe. Ähnlich äußern sich die Analysten der Privatbank M.M. Warburg. Es sei nicht damit zu rechnen, dass deutsche Immobilien ,,auch nur annähernd Anschluss an die Preisniveaus anderer wichtiger europäischer Immobilienstandorte finden''.

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