Die Aktienkurse sind auf Berg- und Talfahrt - wer in der Krise an der Börse investieren will, hält nach Unternehmen mit hohen Renditen Ausschau.
Ran an die Börse - ausgerechnet jetzt? Die Aktienkurse fahren seit Jahren Achterbahn, die Stimmung ist mies, die Konjunktur launisch. Wenig spricht dafür, dass es künftig steil aufwärts geht. Und doch gibt es keinen schlechten Zeitpunkt zum Einstieg, es gibt nur schlechte Aktien. Stellt sich also die Frage: Welche Unternehmenspapiere taugen auch für Regenwetter?
Miese Stimmung, launische Konjuktur - da stellt sich die Frage, welche Aktien auch für Regenwetter taugen. (© Foto: ddp)
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"Dividendenwerte sind für die lange Frist ideal", sagt Gottfried Heller, Senior Partner der Fiduka Vermögensverwaltung, die er einst mit André Kostolany gründete. Er erinnert an eine alte Aktionärsregel: "Dividende gut, alles gut." Gesucht sind also Unternehmen, die stetige Gewinne erwirtschaften und sie nicht, wie Wachstumsfirmen, vor allem in Investitionen stecken, sondern regelmäßig einen großen Teil davon an ihre Aktionäre ausschütten.
Fokus auf hohe Aktienkurse in den 90er Jahren
Wer Aktien kauft, denkt meist nur an den Kursgewinn - und vernachlässigt die zwei, drei oder vier Prozent Dividendenrendite, die ein Unternehmen bietet. Doch das greift zu kurz: "Dividenden liefern einen wesentlichen Beitrag zum Gesamtertrag von Aktien", sagt der Kölner Vermögensverwalter Bert Flossbach. "Die Hälfte der Gewinne, die Anleger mit dem Deutschen Aktienindex seit seinem Start am 1. Juli 1988 gemacht haben, stammt aus den Ausschüttungen der Unternehmen." Die Bedeutung der Dividenden ist in den wilden neunziger Jahren in Vergessenheit geraten, als Aktionäre nur an einem Spaß hatten: an hohen Aktienkursen. Die paar Prozentchen Dividendenrendite spielten in Zeiten dreistelliger Kursgewinne keine Rolle. Doch das hat sich gewandelt: Seit die Aktienkurse nicht mehr durch die Decke schießen, legen mehr und mehr Anleger wieder Wert auf eine ansehnliche laufende Ausschüttung.
Und da brauchen sich die Unternehmen nicht zu verstecken: Viele Betriebe verzinsen ihre Aktien höher als der Staat seine Anleihen. So rentieren zehnjährige Bundeswertpapiere mit 3,3 Prozent, die 30 größten deutschen Unternehmen bieten im Durchschnitt 3,7 Prozent Dividendenrendite, zieht man die für 2009 erwarteten Ausschüttungen heran. Zu den dividendenstarken Konzernen im Dax gehören beispielsweise die Deutsche Telekom sowie die Energieversorger Eon und RWE. Sie verkaufen Produkte und Dienstleistungen, die immer gebraucht werden. Auch wenn die Wirtschaft einmal schlecht läuft, verdienen sie Geld.
Konstanter Zins bei Anleihen
Nun wird so mancher konservative Anleger sagen: Wenn ich in Bundeswertpapiere investiere, sind mir Kupon und Rückzahlung sicher. "Ich komme immer an meine Kröten", wie Finanzexperte Günther Schild, die Schildkröte, für die Finanzagentur des Bundes wirbt. Nur bleibt der Zins immer gleich bei einer Anleihe, im ersten wie im zehnten Jahr gibt es dann beispielsweise 3,5 Prozent, egal ob die Wirtschaft brummt und die Inflation anzieht. "Kurs und Dividendenrendite einer Aktie entwickeln sich dagegen dynamisch, es gibt praktisch jedes Jahr ein wenig mehr", sagt Heller. "Das gilt freilich nur, wenn die Unternehmen wachsen."
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Moderne Verwaltung
Gelder der EZB fließen per Definition in die Finanzwirtschaft. Es sollte wohl darum gehen, sie hier dem "richtigen" Zweck zuzuführen. Ich stimme Ihnen zu: Zocken sollte Privatsache sein und Verluste beim Zocken dürfen nicht zu Störungen der Realwirtschaft führen.
Die Finanzwirtschaft muss sich auf ihre ureigensten Aufgaben als Dienstleister für die Realwirtschaft besinnen und der Staat sollte diese Aufgaben fördern, und die anderen behindern, soweit sie schädlich sind.
Leider hatt auch die Wissenschaft das Finanzwesen (noch?) nicht vollständig begriffen und durchschaut. Daher kann man von dort auch keine gesicherten Erkenntnisse und Ratschläge erwarten.
Es würde bereits reichen, wenn die EZB Gelder in die Real- statt Finanzwirtschaft fliessen würden. Die vollständige Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken ist überfällig. Wer wieviel zockt ist mir egal, so lange nicht Gelder dort reingepumpt werden und damit an der Realwirtschaft vorbeigehen.
Kaum ein Unternehmen kann die Renditen erwirtschaften, die Spekulationsblasen in kurzer Zeit versprechen.
Die primäre Orientierung an Renditen, die mit der Shareholder Value Welle um sich gegriffen hat, ist auch aus meiner Sicht eine schwere Fehlentwicklung, die die Nachhaltigkeit des Wirtschaftens vergessen gemacht hat.
Die exzessive Spekulation, die, wie die Krise gelehrt hat, auch nicht zu marktgerechten Preisen führt, keinen Mehrwert erzeugt und sogar schwere Fehlentwicklungen verursacht, kann auf einfach Weise wirksam bekämpft werden: Entschleunigung z.B. durch eine Steuer.
Die reine Renditeorientierung sollte einer Nachhaltigkeitspolitik weichen. Hier ist mehr Mitsprache und Mitwirkung der Arbeitnehmer, die ja auch an einem langfristigen Erfolg eines Unternehmen zur Sicherung ihres Arbeitsplatzes interessiert sind, erforderlich.
Unter diesen Randbedingungen kann die Aktienanlage eine langfristige Sicherung von Vermögen (EINE Aufgabe der Finanzwirtschaft) mit einer angemessenen Teilhabe am Wirtschaftswachstum sein.
Das kurzfristige Umschichten von Aktien (Haltedauer bei Aktien in Fonds liegt bei ca. 1 Monat) insbesondere von Rentenfonds dient nur der Abschöpfung von Provisionen. Es würde damit unwirtschaftlich.
durch kurzfristige Gewinnsteigerung durch Massenentlassungen, Kurzarbeit, Nullrunden etc. (und nebenbei springt noch n riesen Bonus für die Führungsmannschaft raus...)
JEDER der Aktien wegen kurzfristiger Gewinne kauft/handelt, hat Schuld an der momentanen Situation in Deutschland. Natürlich kümmert das keinen der Anleger.
wer in der Krise an der Börse investieren will, hält nach Unternehmen mit hohen Renditen Ausschau.
Die Autorin dieses Artikels hat geflissentlich unterschlagen, das genau darin das Problem unserer Tage liegt. Rendite, Rendite. Das Dogma schlechthin. Dann aber fix denn die Rendite wird oft auf Kosten der Nachhaltigkeit und der Eigenverschuldung erkauft. Wer dann zu spät dran ist hat - Pech. Es gibt ganz andere Kennzahlen, die ein langfristiges nicht ganz so gieriges Investment mit Nachhaltigkeit versprechen und bei denen man - schöner Nebeneffekt - ruhig schlafen kann. Gier schadet Dir....und dem Geldbeutel.