Gebühr bei der Postbank Verbraucherschützer raten, zu widersprechen

Dabei ist die Postbank nicht das erste Institut, das für Überweisungen per Beleg eine Gebühr verlangt. Andere Institute machen das teilweise schon seit Jahren, weil sie die Kunden in für sie weniger aufwendigen Überweisungsformen per Internet oder Telefon locken wollen. So kostet die einzelne Überweisung bei vielen Sparkassen und Volksbanken zwischen 50 Cent und 1,50 Euro.

Dabei hängt es vom Kontomodell ab, wie hoch die Gebühr ausfällt. Kostet das Girokonto eine monatliche Grundgebühr, ist die einzelne Buchung in der Regel günstiger oder gratis. Am teuersten ist es bei reinen Onlinebanken oder Online-Kontomodellen. So verlangt die Targobank in ihrem Onlinebanking für die Überweisung per Beleg drei Euro. Bei der Direktbank Consors sind es 2,95 Euro, bei DAB Bank und VW-Bank je zwei Euro.

Die Stiftung Warentest hält die neue Gebühr der Postbank für möglicherweise rechtswidrig. So habe der Bundesgerichtshof (Az.: XI ZR 174/13) erst in der vergangenen Woche entschieden, dass Gebühren unzulässig sind, wenn sie "pro Buchungsposten" gezahlt werden müssen. Die Begründung der Richter: Eine solche Vertragsklausel erfasst auch Buchungen zur Korrektur von Bankirrtümern; dazu sind die Banken aber gesetzlich verpflichtet. Der Bundesgerichtshof erklärte die Klausel deshalb insgesamt für unwirksam. Banken und Sparkassen müssen Kunden gezahlte Gebühren rückerstatten, wenn sie auf der Grundlage der Geschäftsbeziehung "Preis pro Buchungsposten" gezahlt wurden.

Das Urteil ist nach Meinung der Stiftung Warentest zwar nicht eins zu eins auf die Postbank übertragbar. Trotzdem könnten künftige Klagen erfolgreich sein. Die Verbraucherschützer raten Kunden deshalb, der neuen Gebühr zu widersprechen mit dem Satz: "Ich halte die Regelung wegen Verbraucherbenachteiligung für unwirksam und behalte mir vor, die Gebühren zurückzufordern." Die Postbank dagegen sieht die neue Gebühr "nicht vom aktuellen BGH-Urteil betroffen".

Verzockt mit dem Franken

Die Aufwertung des Schweizer Franken trifft nicht nur Kommunen und Spekulanten. Allein die Volks- und Raiffeisenbanken haben Zehntausende Franken-Kredite an Privatkunden vergeben. Für die wird es nun teuer. Von Heinz-Roger Dohms und Meike Schreiber mehr ...