Russland hat seine Gaslieferungen über die Ukraine nach Westen wieder aufgenommen - doch bis das Gas ankommt, wird es noch etwas dauern.

Die Durchleitung habe begonnen, meldete die Agentur Interfax nach ukrainischen Regierungsangaben. Das russische Staatsfernsehen Westi zeigte einen Gazprom-Mitarbeiter an der Gas-Station "Sudscha" an der Grenze zur Ukraine, wie er telefonisch Anweisungen zur Wiederaufnahme der Lieferungen gab.

Russland dreht den Hahn auf

Streitpunkt Gas - Gazprom liefert wieder Energie. (© Foto: Reuters)

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Der russische Staatsmonopolist drehte demnach wie versprochen um 8.00 Uhr MEZ den Gashahn für die Lieferungen über seine wichtigste Transitstrecke wieder auf. Das erste Gas fließe über die Ukraine in Richtung Balkan, wie Agenturen nach Unternehmensangaben meldeten.

Nach der Wiederaufnahme der Lieferungen dürften nach Einschätzung der EU-Kommission wegen des langen Transportweges rund 24 Stunden vergehen, bis tatsächlich Gas in der EU eintrifft. Nach Informationen aus Moskau und Kiew könnte das russische Gas binnen zehn Stunden die ukrainische Ostgrenze und nach weiteren zwölf Stunden die EU erreichen, hatte die EU am Montag mitgeteilt.

Auftrag in der Nacht erteilt

Gazprom hatte noch in der Nacht bei dem ukrainischen Unternehmen Naftogas beantragt, zunächst 76 Millionen Kubikmeter Gas pro Tag durchzuleiten. Die Menge soll auf mehr als 300 Millionen Kubikmeter steigen. Die EU hofft auf rasche Entspannung in der Energie-Krise.

Vor allem Südosteuropa ist von dem Gas-Notstand betroffen.

Experten erwarten, dass das erste Gas aus Russland im Westen frühestens an diesem Mittwoch ankommt. In der Ukraine und in Russland kontrollieren internationale Experten an den Gasmessstationen und entlang der Leitungen, ob der Transit reibungslos läuft. Moskau hatte Kiew zuletzt wiederholt "Gas-Diebstahl" vorgeworfen.

Rund 80 Prozent des russischen Gases fließen über Pipelines in der Ukraine nach Westen. Der Auslöser der Krise, der Energiekonflikt zwischen Moskau und Kiew, geht ungeachtet der wieder aufgenommenen Lieferungen weiter. Beide Seiten streiten über Preise für Gas aus Russland sowie über künftige Lieferbedingungen. Die Ukraine blieb weiter ohne russisches Gas.

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(sueddeutsche.de/dpa/AP/mel)