Einst als Teuro und Weichei verunglimpft, findet das Währungsexperiment mittlerweile breite Anerkennung - auch bei deutschen Urlaubern.
Auf den Tag genau fünf Jahre ist es her, da konnten 80 Millionen Deutsche den Euro zum ersten Mal in die Hand nehmen.
Anfangs standen viele Deutsche der neuen Währung noch recht skeptisch gegenüber. (© Foto: AP)
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Zwei Wochen bevor die gemeinsame europäische Währung in zwölf Staaten als Bargeld in Umlauf kam und die nationalen Währungen endgültig ablöste, nestelten die Bundesbürger skeptisch an ihren Starter-Kits. Sie befühlten vorsichtig die ungewohnten Münzen, beäugten kritisch Zahlen und Symbole und diskutierten, ob es dieses fremde Zahlungsmittel mit der guten alten D-Mark aufnehmen könne.
Fünf Jahre später steht fest: Die Ängste der Bürger haben sich überwiegend nicht bewahrheitet, die gemeinsame Währung ist wirtschaftlich und politisch ein Gewinn für Europa, ja ein historischer Erfolg.
Beispielloses Vorhaben
Nie zuvor haben Nationen ein vergleichbares wirtschafts- und währungspolitisches Projekt gewagt. Eine Währungsreform berührt die wirtschaftlichen Entscheidungen von Verbrauchern, Unternehmen und Investoren.
Neues Geld bedeutet für viele Menschen jedoch weitaus mehr als ein Wechsel des Zahlungsmittels: Vielen Bürgern stiftet die Währung Identität. Den Deutschen etwa hatte die D-Mark in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg Sicherheit und ein Stück Selbstbewusstsein zurückgegeben, weil sie stabil war, weil die Menschen das Gefühl hatten, sich auf sie verlassen zu können. Deshalb war die Skepsis gegenüber der neuen Währung in Deutschland besonders groß.
Auch die drei Jahre vor der Bargeldeinführung, in denen der Euro als Buchgeld de facto bereits gemeinsame Währung der Europäer war, hatten das Misstrauen der Bürger nicht ausräumen können. Im Gegenteil: Der Euro hatte vom ersten Tag an Wert verloren und war bis zum Oktober 2000 auf ein Rekordtief von 0,82 Dollar gefallen.
Schwächelnd zu Beginn
Befürchtungen, der Euro könnte eine weiche Währung werden, schienen sich zu bestätigen. Hinzu kam, dass die Stimmung der Bürger Ende 2001 aus Gründen gedrückt war, die mit der neuen Währung nichts zu tun hatten: Die Terroranschläge vom September 2001 hatten die Menschen verunsichert, die Wirtschaft stand am Rande einer Rezession.
Da fürchteten viele Bürger, mit ihren nationalen Währungen einen weiteren Halt zu verlieren und sich wirtschaftlich weiter zu verschlechtern.
Die Ängste der Menschen entluden sich in der Teuro-Diskussion, deren Ausläufer bis in die Gegenwart reichen. Noch immer sind Leute vor Supermarktregalen zu beobachten, wie sie empört konstatieren, dass Butter heute zwei Euro koste, wo sie früher für zwei Mark zu haben war.
Zu wenigen wirtschaftlichen Phänomenen sind so viele Studien geschrieben worden, wie zu der Frage, ob die Euro-Einführung die Preise nach oben getrieben hat. Die Antwort mag für jeden Verbraucher anders lauten, je nachdem welche Produkte er im Warenkorb hat. Im Durchschnitt aber, gemessen an den offiziellen Inflationsraten, hat der Euro keinen Teuerungsschub ausgelöst.
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