An der Rente mit 67 hält die Koalition fest, doch die SPD will Arbeitnehmern ermöglichen, früher in Teilrente zu gehen. Auch in der Union gibt es Sympathien für diesen Vorschlag.
Die SPD will es den Arbeitnehmern ermöglichen, früher in Teilrente zu gehen. Statt - wie bislang - mit 63 Jahren, sollen Beschäftigte bereits ab 60 Jahren Teilrente beantragen können. Der Arbeitnehmerflügel der CDU zeigt sich für diese Vorschläge offen. "Das kann sinnvoll sein. Wir sollten über eine niedrigere Altersgrenze nachdenken", sagte der stellvertretende Chef der Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) Gerald Weiß, der Berliner Zeitung. Nicht alle Beschäftigten könnten bis 65 oder 67 Jahre voll arbeiten. "Da brauchen wir mehr Flexibilität", forderte er. Auch über die derzeitigen Zuverdienstgrenzen müsse gesprochen werden.
Bild vergrößern
An der Rente mit 67 hält die Koalition fest, doch die SPD will Arbeitnehmern ermöglichen, früher in Teilrente zu gehen. (© Foto: dpa)
Anzeige
Die von der SPD geforderte Verlängerung der Ende 2009 auslaufenden Regelung der staatlich geförderten Altersteilzeit um weitere sechs Jahre lehnte Weiß dagegen ab. Aus dem Topf der Bundesanstalt für Arbeit dürfe es "keinen Cent mehr für Altersteilzeit oder sonstige Vorruhestandsmodelle" geben, sagte der Vorsitzende der Arbeitnehmergruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
CSU gegen Verlängerung der Altersteilzeit
Auch die CSU ist strikt gegen eine Verlängerung der Altersteilzeit über 2009 hinaus. CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer sagte der Berliner Zeitung, es gebe schon heute einen Fachkräftemangel, der sich durch die demografische Entwicklung noch weiter verstärke. Es sei "verantwortungslos, ältere Arbeitnehmer aufs Abstellgleis zu schieben", wenn sie dringend gebraucht würden.
Derzeit können Beschäftigte eine Teilrente beziehen und bei entsprechender Verringerung ihrer Erwerbstätigkeit in den Ruhestand hineingleiten. Die Teilrente kann in Höhe von einem Drittel, der Hälfte oder von zwei Dritteln der vollen Altersrente bezogen werden. Je geringer der gewählte Teil der Rente ist, desto mehr können die Rentner nebenbei hinzuverdienen.
(sueddeutsche.de/AFP/tob)
Sparpaket
Das ganze riecht wieder nach Realitätsverweigerung der Parteien.
Die Wirtschaft möchte am liebsten die AN ab 50 Jahre entsorgen. Warum? Weil die ab 50 Jahre AN zu teurer sind. Sollen die über 50 Jahre bis 67 unter einer Brücke leben.
Nein, es muss eine grundlegende neue Organisation des Arbeitslebens her um die vielschichtigen Probleme zu lösen.
vor allem den Unternehmen. So können Sie billig Arbeitskräfte entsorgen statt diese teuer per Sozialplan / Abfindung aus Ihrem Vertrag zu lösen. Der Staat hat genug Geld, soll der die Frührente fördern. Nein Danke.
Müssten diese Arbeitskräfte über einen Tariflichen Pool "entsorgt" werden und wird eine Umlage je Mitarbeiter eingeführt, so wird das ganz schnell teuer. Siehe die Streiks in BaWü der letzten Wochen. In der IG Chemie kostet die tarifliche Regelung zur Altersteilzeit zur Zeit 300 Umlage je Stelle und Jahr. Welche deutlich steigen wird sobald die staatlichen Zuschüssen wegfallen oder welche deutlich später einsetzen wird wenn die Bundesmittel gestrichen und die tariflichen nicht erhöht werden.
Wenn SPD und Union sich einig sind kann man davon ausgehen, daß hier wieder Geld von unten nach oben verteilt wird.
Ob nominal mit 65, 67, 70 oder noch später, es geht einzig allein darum, von den eingezahlten Beiträgen immer weniger wieder austun zu müssen. Zur Zeit sind es 18% (5x3,6) für fünf Jahre, falls man mit 60 geht. Dann eben 7x3,6 (25,2%) und weiter variabel nach oben offen. Den sog. Fachkräftemangel mit über 60-jährigen kompensieren zu wollen ist ein Popanz, soviel Jobs als Berater haben Gazprom etc. überhaupt nicht anzubieten. Hier geht es allein um Kosten, Kosten, Kosten. Der Oma ihr klein Häuschen muß da ran, das ist immer schnellere Umverteilung nach oben und die "Stones" der SPD führen Regie.
Teilrente von was? die Hälfte von 534?