Düsteres Szenario der Steuerschätzer: 200 Milliarden Euro werden den öffentlichen Kassen in den nächsten Jahren fehlen. Und es könnten noch mehr werden - denn Wünsche an die Regierung gibt es genug.
Die Wirtschaftskrise wird sich drastisch auf die Steuereinnahmen von Bund, Länder und Gemeinden auswirken. Steuerschätzer erwarten einem Bericht der Berliner Zeitung zufolge in den nächsten vier Jahren Mindereinnahmen in einem historisch beispiellosen Ausmaß. Bis zu 200 Milliarden Euro weniger sollen die öffentlichen Kassen demnach einnehmen. Alleine in diesem Jahr fehlten aufgrund der Rezession zwischen 25 und 30 Milliarden Euro, berichteten demnach mit der Schätzung befasste Experten.
Bis zu 200 Milliarden Euro werden den öffentlichen Kassen in den nächsten vier Jahren fehlen. (© Foto: dpa)
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Danach werde das Steuer-Loch immer größer, weil auch für die Folgejahre die Schätzungen nach unten korrigiert werden müssten, berichtete die Zeitung. Zusätzliche Ausfälle entstünden durch die Steuererleichterungen im Rahmen der beiden bereits beschlossenen Konjunkturpakete. Die offizielle Steuerschätzung für den Zeitraum 2009 bis 2013 wird am 14. Mai vorgelegt.
Raus aus der Kreditklemme
Wie die bereits beschlossenen Konjunkturpakete wirken, wollen Bundesregierung, Wirtschaft und Gewerkschaften am Mittwoch bei einem Spitzengespräch im Kanzleramt überprüfen. Die beiden Maßnahmenpakete mit einem Gesamtvolumen von 80 Milliarden Euro zeigen bereits erste Wirkungen. Allerdings wollen Regierung und Wirtschaft abwarten, bis die Maßnahmen voll greifen. Ein drittes Konjunkturpaket, wie es vor allem die Gewerkschaften fordern, lehnen sie deshalb ab. Thema der Spitzenrunde dürfte auch das gemeinsame Gutachten der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute sein, das morgen vorgelegt werden soll.
Aus diesem Grund wird wohl ein anderes Thema bei dem Treffen in den Mittelpunkt rücken. Arbeitgeber-Präsident Dieter Hundt will auf eine angemessene Finanzierung der Unternehmen durch die Banken dringen. Dies habe "oberste Priorität", da sich das Problem verschärfe - "zunehmend insbesondere auch zulasten des Mittelstandes", sagte er dem Hamburger Abendblatt.
Zudem sollten die Arbeitgeber befristet für 2009 und 2010 vollständig von den Sozialversicherungsbeiträgen auf Kurzarbeitergeld befreit werden.
Das findet auch der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegiesser. "Wenn Kurzarbeit das wichtigste flankierende Arbeitsmarktinstrument in der Konjunkturkrise ist, dann sollte man dieses in den möglichen zwei Krisenjahren konsequent nutzen", sagte er der Financial Times Deutschland.
Zudem sprach sich Kannegießer dafür aus, Fachkräfte bei drohender Arbeitslosigkeit besonders zu unterstützen. Statt sie in der Krise dem freien Fall zu überlassen, sollen sie in neu gegründeten Beschäftigungsgesellschaften betreut werden.
- Koalition: Steuerflucht härter bekämpfen Die Angst der Kanzlerin 20.04.2009
- Vorschlag der SPD Steuern gegen die Kluft 17.04.2009
- Steuervorschlag der SPD "Populistisches Wahlkampfgetöse" 16.04.2009
- Plan der SPD Höhere Steuern für Top-Verdiener 14.04.2009
- Abwrackpämie "Wahlkampf zu Lasten der Steuerzahler" 11.04.2009
(sueddeutsche.de/Reuters/dpa/AFP/tob/hgn)
Bruce Springsteen in Frankfurt
... nein nicht der jetzige, denn der ist zwar auch nicht schlecht, aber eigentlich geht´s um den Meaggau der Zukunft. Das dürfte ein Hammer sein, wenn das Volk diese Rechnung zahlen soll - aber nicht mehr gewillt ist .... oh oh das wird heftig .... richtig heftig !!!
Angesichts der dramatischen Ausweitung der Staatsverschuldung kann spätestens für nächstes Jahr eine drastische Anhebung des Steuersatzes für Gut- und Spitzenverdiener erwartet werden. Wahrscheinlich wird die Grenze, ab der die so genannte Reichensteuer erhoben wird, nach unten verschoben und der Steuersatz wird von 45% auf 50% angehoben.
Selbst bei einer schwarz-gelben Bundesregierung wird es die FDP schwer haben, sich gegen entsprechende Bestrebungen durchzusetzen, für die sich auch die CDU und vor allem die CSU einsetzen. Sollten wir eine rot-rot-grüne Bundesregierung bekommen, dann ist mit einer Erhöhung des Steuersatzes für Einkommensmillionäre auf mindestens 60 - 70% zu rechnen. Gleichzeitig würde dann die Vermögensteuer mit exorbitanten Steuersätzen für große Vermögen wieder eingeführt. Das Ergebnis wäre natürlich, dass die wirtschaftlichen Eliten aus Deutschland auswandern - so wie damals der Ikea-Gründer Ingvar Kamprad Schweden verlassen hat und in die Schweiz ausgewandert ist.
"Die beiden Maßnahmenpakete mit einem Gesamtvolumen von 80 Milliarden Euro zeigen bereits erste Wirkungen" schreibt SZ- Autor hgn (ich nehme an, Alexander Hagelüken).
Tatsächlich? Wie kommt er nur darauf? Wo hat er dieser Wirkung beobachtet? Schreibt die SZ heute nicht das Gegenteil? ("Konjunkturforscher erwarten Mega-Minus", sueddeutsche.de/wirtschaft/343/465928/text/)
Der Schlüssel zur Lösung liegt in Pressemitteilung Nr. 105/2009 des Statistischen Bundesamtes. Demnach lag der Netto-Umsatz aller Unternehmen in Deutschland 2007 bei 5,148 BILLIONEN Euro.
80 Mrd. "Konjunkturpaket" sind also recht bescheiden - zumal sie durch das föderale Tauziehen nur über Jahre verteilt fließen - wenn überhaupt.
Die 5,148 Billionen Umsätze, die jährlich am deutschen Binnenmarkt erzielt werden, drängen sich für eine radikale Steuerreform auf: Alle bisherugen Steuern streichen, und an deren Stelle eine reine Umsatzbesteuerung.
Siehe bandbreitenmodell.de/umsatzsteuergesetz.html
Die Einnahmen liegen im ungünstigsten Fall (auch auf Basis der Destatis-Zahlen von 2007) bei 1,57 Billionen Euro.
Siehe Tabelle unter bandbreitenmodell.de/umsatzsteuereinnahmen.html
Deutschland kann nicht sparen, ohne die Aufgaben des Staates so weit abzubauen, daß er sich seiner Legitimation beraubt. Deutschland hat keine Ausgabenproblem, sondern eine EINNAHMENproblem. Und das kann man ganz einfach lösen (siehe oben). Und zwar, ohne die Bürger zu belasten. Im Gegenteil steigt die Kaufkraft.
Und es könnten noch mehr werden.
Wir wollen das Kind mal beim Namen nennen: es werden garantiert noch mehr werden. Alles andere wäre die wundersame Realvermögensvermehrung. Und die gibt es nur im Märchen - oder bei sog."Experten"...
bei gleichzeitig 300 Milliarden Bankenrettung macht +500 Milliarden Euro zusätzliche Staatsverschuldung.
Was niemand in aller Deutlichkeit sagt: 2008 hat sich trotz fast ausgeglichenem Haushalt die Statsverschuldung Deutschlands um satte 65 Milliarden Euro erhöht. Grund: Bankensanierung.
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