Die Eigenheimzulage ist abgeschafft - nun soll die Immobilie besser in die Riester-Rente einbezogen werden. Die vorgelegten Modelle von Experten sind teilweise aber sehr kompliziert.
Der Bundestagsabgeordnete Georg Brunnhuber (CDU) hat eine Mission: Er möchte, dass mehr Deutsche in der eigenen Wohnung leben. Die Bedingungen dafür haben sich verschlechtert, denn die Eigenheimzulage wurde zum Jahresbeginn abgeschafft. Die Koalitionsparteien wollen die Wohneigentumsbildung stärker in die private Altersvorsorge integrieren, und zwar schon vom nächsten Jahr an.
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Die zuständige Arbeitsgruppe der CDU hat mehrere Vorschläge zu diskutiert, die es Riester-Sparern von 2007 an erleichtern könnten, mit Wohneigentum für das Rentenalter vorzusorgen. Welche Variante zum Zuge kommt, soll bis Ostern mit der SPD verhandelt werden. Das Unterfangen ist aber schwierig, denn die Riester-Rente eignet sich eher für Rentenversicherungen und Fondssparpläne.
Fast 700 Euro Zuschuss
Der staatliche Zuschuss liegt momentan bei 114 Euro Grundzulage. Für jedes Kind gibt es 138 Euro. Von 2008 an werden außerdem 154 Euro Grundzulage pro Jahr gezahlt. Der Kinderzuschlag steigt auf dann 185 Euro. Eine vierköpfige Familie erhält also jährlich 678 Euro. Da die Förderung bis zum Renteneintritt gezahlt wird, summiert sich der Zuschuss im Laufe der Jahrzehnte.
Voraussetzung für die Förderung:
Der Sparer muss von 2008 an jährlich mindestens vier Prozent seines Vorjahreseinkommens abzüglich der Zulage auf einen Vertrag einzahlen. "Das Problem ist: Ein 25-Jähriger hat oftmals noch nicht so großes Interesse daran, 35 Jahre lang Geld auf einen Riester-Vertrag einzuzahlen - selbst wenn er dafür einen Zuschuss bekommt", sagt Brunnhuber.
Integriere man die Immobilienförderung besser in die Riester-Rente, hätte er schon einen Mehrwert, nämlich die eigenen vier Wände. "Er zahlt seine Wohnung ab und muss im Alter keine Miete zahlen", resümiert der Politiker.
Die Einbeziehung der Immobilie in die Riester-Rente ist jedoch schwierig. Wer ein Haus oder eine Wohnung kauft, nimmt meist ein Darlehen auf und zahlt ab; bei der Riester-Rente wird dagegen jahrzehntelang angespart, später dann ausgezahlt und vor allem besteuert.
Fünf Modelle liegen vor
Derzeit existieren mindestens fünf Modelle, die Eigenheim und Riester-Sparen besser zusammenbringen sollen: Eines von den Spitzenverbänden der Immobilienwirtschaft, eines von den Bausparkassen; außerdem ein bayerisches Modell und ein Konzept vom Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen. Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) möchte demnächst ein weitere Variante vorlegen und hat damit das Institut für Finanzdienstleistungen (IFF) beauftragt. "Vor allem die Situation der Kunden soll dabei berücksichtigt werden", sagt der IFF-Jurist Andreas Tiffe.
Ein Vorschlag: Mit Riester-Zulage Zinsen tilgen
Intensiv diskutiert werden momentan wohl vor allem die Modelle der Immobilienverbände und der Bausparkassen. Die Immobilienwirtschaft schlägt vor, die Tilgungsleistungen für ein Immobiliendarlehen mit Riester zu fördern.
Die Idee: Der Hausbesitzer zahlt seinen Kredit zurück und erhält für die Tilgungsraten die Zulage. Im Alter muss er aber Steuern dafür zahlen. Zudem wollen die Immobilienexperten, dass man ohne Probleme Kapital aus dem angesparten Riester-Vermögen entnehmen kann, um es zur Finanzierung einer selbst genutzten Immobilie einzusetzen. Die entnommenen Beträge sollen jederzeit in beliebigen Raten zurückgezahlt werden können.
"Derzeit muss die Rückzahlung schon nach einem Jahr beginnen", kritisiert ein Sprecher der Immobilienverbände. Zahlt der Kunde das entnommene Kapital nicht in den Riester-Vertrag zurück, muss er im Alter für eine fiktive Rente - die er ja sonst bekommen hätte - Steuern zahlen. "Das ist sicher die richtige Richtung", kommentiert Arno Gottschalk von der Verbraucherzentrale Bremen.
In jedem Fall sollte aber nur die eigene Immobilie in die Riester-Rente integriert werden. "Vermietete Objekte sollten auf keinen Fall gefördert werden", warnt der Finanzexperte. Viel zu kompliziert, heißt es bei Kritikern. "Nicht unsere Vorschläge sind das Problem, die Riesterförderung ist so bürokratisch", wehrt sich Walter Rasch, Vorsitzender des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen.
Auch die Bausparkassen haben ein Modell vorgeschlagen. Es klammert die so genannte nachgelagerte Besteuerung der Renten aus. Für den Bau und Kauf von selbst genutztem Wohneigentum sollen Sparer für die Dauer der Finanzierung eine Förderung erhalten, und zwar 80 Prozent der bisherigen Altersvorsorge-Zulage. "Der Abschlag von 20 Prozent ist ein angemessener Ausgleich dafür, dass bei dieser Anlageform keine nachgelagerte Besteuerung stattfinden soll", heißt es. Eine Familie mit zwei Kindern erhielte demnach von 2008 an eine jährliche Zulage von 542 Euro.
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