Wenn es eine schärfere Konkurrenz zum Dollar gäbe, würde das den US-Notenbankern erschweren, mit Minizinsen die nächste Blase zu erzeugen, weil sie einen Absturz ihrer Währung fürchten müssten.

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Wie sehr das globale Ungleichgewicht von den Handelsbeziehungen zwischen den USA und China verantwortlich ist, sehen Sie in dieser Grafik. (© Grafik: SZ)

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Auf kurze Sicht rät Rees aber zur Vorsicht, was Pekings Forderungen nach mehreren Leitwährungen angeht. Und was eine Kommission unter Vorsitz des Nobelpreisträger Joseph Stiglitz angeht, die einem Uno-Gipfel Anfang Juni Vorschläge für eine neue Währungsordnung unterbreiten will. "Im Moment haben solche Diskussionen immer den Beiklang, man sollte Dollars verkaufen. Turbulenzen auf dem Devisenmarkt jedoch können wir uns mitten in der Krise gar nicht leisten." Kursschwankungen würden zum Beispiel den ohnehin schrumpfenden Welthandel stören.

Für eine Ablösung des Dollars als Leitwährung bleibt Zeit, weil eine gewisse Korrektur der globalen Ungleichgewichte in der Rezession ohnehin stattfindet. Wegen Jobverlusten und fallenden Immobilienpreisen mussten die Amerikaner ihren Konsum im Ausland reduzieren. Das Leistungsbilanzdefizit wird nach der Prognose der Commerzbank dieses Jahr unter drei Prozent schrumpfen - halb so viel wie Ende 2006. Diese Korrektur der Ungleichgewichte dämpft Sorgen um die Solidität des Dollars. Und sie beruhigt die Chinesen, was ihre Anlagen in Dollar betrifft, die mit einem schwachen Greenback dahinschmelzen.

Gefahr einer neuen Finanzkrise

Auf Sicht einiger Jahre aber bleibt die Frage, ob die globalen Ungleichgewichte nicht ein Ausmaß behalten werden, das die Gefahr einer neuen Finanz- und Wirtschaftskrise heraufbeschwört. Zwar könnte es tatsächlich sein, dass die Amerikaner dauerhaft mehr sparen als bisher und ihren Konsum auf Pump reduzieren. Einfach deshalb, weil womöglich weniger Anleger aus aller Welt bereit sind, das US-Wirtschaftsmodell auf Pump zu finanzieren.

Um die Ungleichgewichte zu reduzieren, müsste aber noch mehr geschehen. So müsste die amerikanische Zentralbank auf Dauer die Finger von einer Politik des billigen Geldes lassen. Je wichtiger der Dollar als Leitwährung der Welt bleibt, desto unwahrscheinlicher, dass die Notenbank ihren Kurs ändert.

Zum zweiten müßte die chinesische Regierung ihre Währung Yuan aufwerten. Deren künstlich niedriger Kurs verbilligt chinesische Exporte und verteuert amerikanische (oder deutsche) Importe. Bisher jedoch halten die Chinesen daran fest, mit ihren künstlich günstigen Waren den Erdball zu überschwemmen.

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  1. An den Dollar gekettet
  2. Sie lesen jetzt Korrektur des Ungleichgewichts
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(SZ vom 26.05.2009/kaf/mel)