Warum China trotz aller Zweifel weiter in US-Anlagen investiert - und globale Ungleichgewichte auch künftig die Welt bedrohen.
An den Finanzmärkten tritt zur Zeit ein Käufer auf, der manchen Beobachter überrascht: China kauft in großem Stil amerikanische Staatsanleihen. Und das, obwohl die Volksrepublik mit 700 Milliarden Dollar in US-Bonds längst größter Gläubiger Amerikas sind. Und das, obwohl die Regierung in Peking vor kurzem massive Zweifel am Dollar und damit an ihren eigenen Investments der Vergangenheit äußerte - und den Greenback als einzige Leitwährung der Welt ablösen will. Wie passt das zusammen? Und was wird in der globalen Wirtschaftspolitik geschehen?
Der Yuan umzingelt von Dollarnoten: Eine schärfere Konkurrenz zum Dollar wäre für die Zukunft sinnvoll. Der Yuan ist dafür allerdings noch zu schwach. (© Foto: Getty)
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Für Ökonomen wie Antje Praefcke von der Commerzbank handeln die Chinesen ganz logisch. Zumindest kurzfristig bleibe ihnen wenig anderes übrig: "Sie haben kaum eine andere Wahl, als in Dollar anzulegen". Für die Einnahmen aus den chinesischen Exportüberschüssen gebe es wenig andere Anlagemöglichkeiten. Das britische Pfund verliert zur Zeit wegen Sorgen um die Kreditwürdigkeit des Landes.
Der Euro ist eine Alternative, aber kein homogener Wirtschaftsraum, sondern eine in 16 Nationen mit verschiedenen Problemen zersplitterte Währung. Die Chinesen investieren bereits in Gold oder ausländische Firmen, doch dabei gibt es Grenzen. Daher bleiben sie zunächst in gewisser Weise an den Dollar gekettet, obwohl sie ihm misstrauen.
Hemmungslose Zinssenkung
Diese Zwangsbindung ruft die globalen Ungleichgewichte in Erinnerung, die den Erdball seit Jahren dominieren. Die Amerikaner lebten auf Pump, importierten weit mehr, als sie exportierten. Die Waren kauften sie immer öfter in China, das aus seinen gigantischen Exportüberschüssen die höchsten Währungsreserven der Welt anhäufte - und damit unter anderem das amerikanische Handelsdefizit finanzierte (siehe Grafik).
Eine der Tücken dieser Konstruktion: Weil die Chinesen so viel in Dollar anlegten, konnte die US-Notenbank hemmungslos die Zinsen senken, ohne einen Absturz des Dollar und Mega-Inflation fürchten zu müssen. Mit ihren Minizinsen regten die Notenbanker die Konjunktur an, förderten aber auch gewaltige Investments in Immobilien, verbriefte Krediten und andere neue Anlageprodukte - jene Blase, die seit ihrem Platzen als Finanzkrise den Globus durchschüttelt und Millionen Arbeitsplätze vernichtet.
Damit so etwas nicht wieder vorkommt, müssen die globalen Ungleichgewichte schrumpfen: Geringere chinesische Überschüsse, geringere amerikanische Defizite, geringere Bedeutung des Dollar, auf den zur Zeit noch zwei Drittel aller globalen Währungsreserven entfallen. "Die Ungleichgewichte waren ein wesentlicher Treiber der Finanzkrise. Andere Leitwährungen neben dem Dollar zu etablieren, ist langfristig wünschenswert", findet Andreas Rees, Chefvolkswirt der HVB.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum eine schärfere Konkurrenz zum Dollar sinnvoll wäre - und warum möglicherweise sogar die Gefahr einer neuen Finanzkrise droht.
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Deutschland ist doppelt so exportabhängig wie China.
In China hängt die Wirtschaft zu weniger als einem Drittel vom Export ab.
In Deutschland zur mehr als der Hälfte.
Und Merkel sagt wörtlich, sie wolle an dieser Abhängigkeit nichts ändern!!!
Dabei werden die Billigwaren unter erbärmlichen ökologischen und sozialen Bedingungen hergestellt.
Es gäbe viel effizientere Methoden, Techniken, Maschinen usw. um das Zeugs besser herzustellen, aber die Wettbewerbsverzerrung durch Ungleichgewichte im Außenhandel behindern die Entwicklung, bewirken sogar eine Rückentwicklung.
In Indien und China herrschen Bedingungen wie im 18., 19. Jahrhundert.
Da will uns Merkel auch wieder sehen.
In diesem Artikel wird das Scheitern der Exportstrategie gut aufgezeigt.
www.ftd.de/politik/deutschland/:Exportnation-auf-Heimatsuche-Kritik-an-Deutschlands-starkem-Au%DFenhandel/516220.html
dem Tausch ihrer Waren gegen bald fast wertlose Dollars, US-Anleihen und US-Giftpapiere oder einem "New Deal" mit massiver Erhöhung der Binnenkaufkraft und der eigenen Währung.
Letzteres hieße Neuland betreten und mutig zu handeln, deshalb vertraut lieber man auf Ersteres, obwohl die Pleite vorhersehbar ist.
Irgendwie hat der Wahnsinn Methode.
Mal angenommen, die Amerkaner würden ihren Wohlstand wieder selber verdienen, dann müssten sie den ganzen Billigkrempel, den sie zur Zeit aus China importieren, selber herstellen.
Ähnlich dumm würden wir aus der Wäsche schauen, wenn die Chinesen ihre Währung aufwerten würden, dann würde unser Außenhandelsüberschuss plötzlich ganz dramatisch zusammenschrumpfen. Und natürlich gäbe es bei uns selbst bei Kik keine T-Shirts mehr um 2 Euro.
Andererseits, könnten wir immer noch bei den Indern oder den Vietnamesen oder in Kambodscha einkaufen. Die sind noch billiger als Chinesen, weil in Indien viel mehr Kinder arbeiten und schamlose Ausbeutung durch das Kastenwesen seit Jahrhunderten bestens eingeführt ist.
Wir können also aufatmen, es gibt ausreichend Gelegenheiten für weitere Jahre mit Billigstimporten. Und auch für die Amerikaner kann weiterhin gelten: Die Hände könne sich die anderen schmutzig machen.
Es liegt auf der Hand, dass Finanzkrisen durch Ungleichgewichte im Außenhandel verursacht werden.
Wann begreift die Regierung das endlich mal. Exportüberschussweltmeister ist nichts Gutes!
Paging