Sollte der radikale Marktglaube durch strengere Regeln ersetzt werden? Die Politik wird in nächster Zeit die Entwicklung an den Finanzmärkten bestimmen. Die Frage ist nur: in welche Richtung?
Europäische Aktienkurse haben sich seit ihrem Tief vor einem Jahr kräftig erholt. Doch die Investoren sind nicht davon überzeugt, dass die erfreuliche Entwicklung auch gerechtfertigt ist. Das zeigen die außerordentlich heftigen Kursrückschläge, die den Anstieg immer wieder unterbrechen. Nach jedem Absturz fragen sich die Anleger, ob sie nicht besser umkehren sollten.
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Die Unsicherheit ist groß an den Finanzmärkten. Wie geht es weiter mit den angeschlagenen Banken, den verschuldeten Staaten dem Euro? Das Auf und Ab spiegelt auch der Dax-Kurs seit dem 6. März 2009 wider. (© SZ-Graphik, T.F. Datastream)
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Die Orientierungslosigkeit mag erstaunen, erwartet man von den Börsianern doch, dass sie wissen, wo es langgeht. An den Aktienmärkten wird die Zukunft gehandelt, heißt es immer. Doch was diese Zukunft bietet, ist seit dem Kollaps der Weltwirtschaft und den beispiellosen Rettungsversuchen der Regierungen ungewiss.
Wann ist ein Staat hoffnungslos überschuldet?
Auf viele drängende Fragen sind noch keine Antworten gefunden: Muss die Welt nun auf viele Jahre mit niedrigem Wachstum leben? Sollte der radikale Marktglaube durch strengere Regeln ersetzt werden? Wie viele Kredite kann ein Staat aufnehmen, bevor er hoffnungslos überschuldet ist? "Es ist schwer zu kalkulieren, wie es an den Börsen weitergeht", sagt deshalb der Kölner Vermögensverwalter Bert Flossbach. "Die große Unbekannte dabei ist und bleibt die Politik."
Die Anlageprofis staunen selbst über die neue Börsenwelt, auch Peter Oppenheimer, der Chefstratege der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs für europäische Aktienmärkte. "Wenn ihnen vor fünf Jahren jemand erzählt hätte, dass sie 2010 europäische Aktien kaufen können, die nur neun mal so viel kosten wie die für 2011 erwarteten Unternehmensgewinne, während Staatsanleihen nur drei Prozent Rendite bieten und die Weltwirtschaft um die fünf Prozent wächst, dann hätten sie geglaubt, ein goldenes Zeitalter bricht an", sagt er.
Risikoprämien steigen und steigen
Nun sind viele gute Aktien sehr günstig bewertet, doch von endlosem Wachstum träumt niemand, auch wenn die Unternehmen mit hohen Gewinnen beeindrucken und attraktive Dividenden zahlen: Ein Fünftel der europäischen Aktien lockt sogar mit einer höheren Dividendenrendite als Anleihen derselben Firmen. Mehr noch: Die Risikoprämie von Aktien beträgt 6,5 Prozent.
Mitten in der Technologieblase der späten neunziger Jahre, als die Investoren nicht den geringsten Zweifel an einer rosigen Zukunft hegten, schrumpfte der Aufschlag auf nahezu null, Anleger forderten also keine Zitterprämie, um für das Risiko entlohnt zu werden, das Aktien im Vergleich zu Staatsanleihen bergen.
Doch mit der Finanzkrise kletterten die Risikoprämien so hoch wie seit zwei Jahrzehnten nicht, ein unwiderstehliches Angebot, glaubt Oppenheimer. Der Goldman-Sachs-Stratege ist überzeugt, dass die günstige Bewertung 20 Prozent Kurssteigerungspotential in Europa birgt - wenn nicht mehr.
Und er ist nicht allein mit seinem Optimismus. Auch Teun Draaisma, verantwortlich für europäische Aktien beim Konkurrenten Morgan Stanley, setzt verstärkt auf Unternehmenstitel. Tatsächlich spricht die moderate Bewertung für eine nachhaltige Erholung der Kurse. Doch die Anleger trauen den Aktien nicht, sie wollen sich nicht auf den Aufschwung verlassen.
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Debatte über Urheberrecht
Im Juni 2009 erhielten Europas Bankster von der EZB fast zinslose Gelder in Höhe von 442 Mrd. Euro, US-Bankster sogar 1500 Mrd. Dollar, um die Wirtschaft mit Krediten zu versorgen und einen Aufschwung einzuleiten. Doch die dachten nicht mal im Traum daran und verzockten diese Milliarden entgegen den Vereinbarungen im Eigenhandel und an den Börsen. So wurde der DAX von einem Höhepunkt zum nächsten gepuscht. Nix Aufschwung ohne Konjunkturstrohfeuerpakete. Aber die Bankster belohnten sich für diese Straftaten selbst mit horrenden Bonis, die Wall-Street Gangster mit 144 Milliarden Steuergeldern. Toll gell. Und keiner sitzt im Knast, wo er hingehört. Im Juni 2010 laufen die Tender der Zentralbanken aus und die Bankster müssen das (schon wieder verzockte) Geld zurückzahlen. Die Börse im freien Fall wird dann neu definiert. Oder die Bankster bekommen das Geld einfach nochmal geschenkt, weil sie sonst schon wieder pleite sind, die Armen. In einem Monat wissen wir mehr. Vor ein paar Monaten kommentierte ein Forist in der SZ: „Es ist wieder an der Zeit, dass die Bürger die Guillotinen flott machen“. Oder Bertold Brecht: „Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht“.
Wie lange wollen wir denn diesem schamlosen Treiben noch zuschauen?
Schuldenfreies Eigenheim/ETW, keine Miete im Alter, sorgenfreier Ruhestand, Wertbeständigkeit, Schutz vor Inflation, Sachwert, der Willkür des Vermieters entgehen, keine Mietsteigerungen mehr, usw, usw.
Mit diesen Argumenten habe ich jahrelang mein Geld verdient. Andere machen es heute immer noch. Leider. Damals war es vollkommen richtig, heute rate ich jedem davon ab. Aus nachvollziehbaren Gründen. Zum einen wegen dem demographischem Problem. In ein paar Jahren wollen so viele Erbengemeinschaften ihre Immobilen verkaufen, weil der/die Eigentümer gestorben, oder im Pflegeheim sind. Ein massives Überangebot am Markt trifft auf einen Markt, wo jegliche Nachfrage zusammengebrochen ist. Ein Blick nach Spanien reicht aus. Bereits 2003 stand an fast jedem zweiten Haus „Se Vende“. Das Problem ist mit Sicherheit nicht kleiner geworden. Großes Angebot – Nachfrage zusammengebrochen – Preise im Keller. Und welche Arbeitslose, Kurzarbeiter, oder Arbeiter mit Zeitarbeitsverträgen wollen bei uns in ein paar Jahren eine Immobilie erwerben? Und zum anderen brechen den Kommunen sukzessive die Gewerbesteuern weg. Diese Situation wird sich in den westlichen Industriestaaten noch verschärfen. Wie entgeht eine Kommune dem finanziellen Kollaps? Na ja, da sind andere schon vor mir auf diese Idee gekommen. Man nehme das Geld von denen, die noch was haben. Von den Immobilien-Besitzern, die ein ganzes Leben lang auf vieles verzichtet und für ein schuldenfreies Eigenheim im Alter geschuftet haben. Heute zahlt man 100, 200 oder 500 Euro Grundsteuer pro Jahr. In ein paar Jahren werden daraus 500 Euro je Monat. Die Rente reicht dann gerade mal für die Grundsteuer und die laufenden Unterhaltskosten. Und zum Essen bleibt die Suppenküche. Schön für alle, die ein Leben lang ihr Geld verjubelt haben. Denen wird im Alter die Miete vom Staat bezahlt und die können im Alter ihre Rente für alles ausgeben, was man sich so wünscht. Auch mit dem Geld, das man im Ausland angelegt hat natürlich.
"Kopfzerbrechern bereitet der Geldverwaltern der Zustand der Staatsfinanzen.."
Und natürlich nicht der Umstand, dass sie selber schuld daran sind!
" Die europäischen Politiker haben die Botschaft der Zocker vernommen und sind auf Sparkurs umgeschwenkt..."
Durch weitere Privatisierungen und Abbau von Sozialleistungen trägt der Bürger und der Sozialstaat die Verluste der Zocker!
"Furcht vor einer stärkeren Bankenregulierung, die das Wachstum hemmt..."
Wir haben ja gesehen, wie gut die Degerulierung für die Wirtschaft war.
Ein völlig unkritischer Bericht, an dem nur interessant ist, mit welcher Offenheit ( Naivität) beschrieben wird, wer die Macht im Land hat.
Nicht Neues unter der Sonne. Den Rat bekommt man schon seit ich denken kann von den Anlagestrategen. Und es ist wohl auch der vernünftigste, den sie jemals gegeben haben.