Mea culpa: Deutschlands oberster Bankenaufseher gesteht eine Mitschuld an der Finanzkrise ein - und reicht den Schwarzen Peter an die Ratingagenturen weiter.
Dass die Finanzkrise derart eskalieren konnte, ist auch dem Versagen der Finanzaufsicht geschuldet. Das sagt ausgerechnet Deutschlands oberster Bankenaufseher, der Bafin-Präsident Jochen Sanio. "Wir Aufseher haben nicht erkannt, welcher Müll sich bei den Banken rund um den Globus aufgetürmt hat", sagte Sanio auf einer Branchenveranstaltung in Frankfurt. "Wir haben uns mit der Gier nicht ausreichend beschäftigt."
Deutschlands oberster Bankenaufseher Jochen Sanio gibt eine Mitschuld am Finanzdesaster zu. (© Foto: ddp)
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Allerdings habe die Aufsicht, die in Deutschland in der Verantwortung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) und der Bundesbank liegt, auch nicht ausreichend Handlungsspielraum gehabt, weil die gesetzlichen Regeln unzureichend gewesen seien. "In der jetzigen Finanzkrise hat sich in dramatischer Weise gezeigt, welche gefährlichen Lücken und Unzulänglichkeiten das Regulierungssystem hat", sagte Sanio.
Aufgeblähte Bankbilanzen
Noch größere Verantwortung würden allerdings die Ratingagenturen tragen, meinte der Bankenaufseher. "Sie sind für mich die Hauptschuldigen und müssten mit Strafen belegt werden", sagte er. Ratingagenturen wie Standard & Poor's und Fitch haben Papiere, in denen im Nachhinein große Risiken sichtbar wurden, oft mit Top-Noten versehen und Banken damit glauben lassen, sie kauften solide Papiere.
Jahrelang hatten die Institute weltweit ihre Bilanzen mit komplexen Finanzprodukten aufgebläht, die ihnen satte Gewinne brachten. Als die Kapitalmärkte Mitte 2007 jedoch zusammenbrachen, offenbarten sich bei den Instituten nach und nach massive Risiken aus diesen Papieren, die zahlreiche Banken zu Fall brachten. In Deutschland gerieten die Mittelstandsbank IKB, die Immobilienbank Hypo Real Estate und einige Landesbanken an den Rand der Pleite. Nur durch Milliardenhilfen des Bundes konnten sie gerettet werden.
Der Bafin-Präsident machte deutlich, dass eine Reform des Aufsichtssystems weltweit dringend notwendig sei. "So eine Finanzkrise wie die jetzige darf es nicht ein zweites Mal geben", betonte er. Vor allem auf internationaler Ebene müsse es Verbesserungen bei der Finanzaufsicht geben.
- Hypo Real Estate Der Wert toter Aktien 28.05.2009
- Bafin eingeschaltet Datenaffäre bei der Deutschen Bank 22.05.2009
- Bafin: Der Wert der Liste Ungeheuerliche Zahlen 26.04.2009
- Internes Papier der Bafin Bilanz des Schreckens 24.04.2009
- Hypo Real Estate: Georg Funke Lob für den Buhmann 23.04.2009
(sueddeutsche.de/Reuters/tob)
Bis heute existiert keine Kontrolle!
Diese "B...." wird weiter auf staatskosten (Steuergelder des kleinen Mannes) zocken!
Viele der Verursacher haben neue Firmen gegründet und machen einfach weiter!
Die BaFin war ein nützliches Instrument und Asmussen die Schlüsselfigur als Helfeshelfer!
Das Spiel mit den Ratingagenturen war bekannt! Die 'USA' haben aktuell wieder ein AAA erhalten!????!
Das zeigt doch - wie es weiter geht!
Wir zahlen für diese "B....." die sich auf unsere Kosten die Taschen vollgestopft hat und in einem unglaublichen Luxus lebt!
Bescheidenheit und Gottesfurcht kennen die nicht! Die amüsieren sich auf unsere Kosten!
Aber Hallo!
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... sagen die, die den bisherigen Zustand herbeigeführt haben. Der Bundespräsident hat ja auch so eine Art Schuldbekenntnis abgelegt. Jetzt arbeitet er für Afrika und kritisiert die Politik.
Als "Sherpa" von Helmut Kohl, in dessen Amtszeit viel "Deregulierung" stattgefunden hat, hätte er real etwas bewegen können - aber da hat er lieber mit dereguliert.
Herr Sanio hätte ja auch bei der Politik und in der Öffentlichkeit bessere Gesetze fordern können. Ich kann mich nicht erinnern, davon gehört zu haben.
Aber auch die "Süddeutsche" war jahrelang (bis auf das Feuilleton) auf dem Dampfer des Wirtschaftsliberalismus. Und jetzt scheint auch sie sich nicht mehr daran zu erinnern, wie oft und laut in ihrem Wirtschaftsteil nach Deregulierung gerufen worden ist und wie sie das Wachstum der Finanzbranche bejubelt hat. Wie wurde uns London als das große Vorbild hingestellt.
Das ist das Unglück: Es gab keine Instanz mehr, die vorsichtig und kritisch war. Alle haben versagt: Volkswirtschafts- und Betriebswirtschaftsprofessoren, Ministerien, Politiker, Journalisten. Man hat sich von "Erfolgen" blenden lassen.
DAS ist es, was wir lernen müssen: den "Erfolg" selbst anzweifeln und hinterfragen.
Noch größere Verantwortung würden allerdings die Ratingagenturen tragen, meinte der Bankenaufseher. "Sie sind für mich die Hauptschuldigen und müssten mit Strafen belegt werden".
Die Hauptschuldigen sind die Lobbyisten und die Politiker, die sich gegenseitig decken und die Taschen voll schaufeln.
Die Betrügereien, die zu Milliardenverlusten der Steuerzahler führten, sogar die Weltwirtschaft in den Abgrund stürzten, sollen vertuscht werden.
Staatsanwälte werden angewiesen, nicht zu ermitteln! Unser Rechtsstaat verkommt immer mehr zur Lachnummer. So wird da kein Schuh draus.
Was muss noch alles passieren, damit sich das Volk erhebt und die Verantwortlichen dieser Betrügereien selbst richtet? Weltweit!
GG Art.20 Abs. 3 und 4. Das einzige was Schäuble fürchtet. Wir Deutsche haben am meisten zu verlieren.
Die Banken zocken schon wieder fleißig mit den Milliardenpaketen der Steuerzahler. Und wir schauen alle nur tatenlos zu. Selbst schuld, oder?
Zitat: "So eine Finanzkrise wie die jetzige darf es nicht ein zweites Mal geben", "
Hohohohihihihihahahaha - tut es sowieso nicht, weil diejenigen, die die nächste Krise verursachen werden, einfach ein bisschen schneller und brutaler und gieriger sind.
Nur wenn man das System radikal umbaut und wieder zum Grundsatz kommt "Was nicht ausdrücklich erlaubt ist, ist verboten" und nicht wie jetzt "Alles was nicht verboten ist, ist erlaubt und das Verbotene versuchen wir zu umgehen", wird eine nachhaltige Kontrolle möglich sein
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