Hilfe für Ungarn: Nach Island ist auch Ungarn von der Finanzkrise massiv bedroht. IWF und die EU wollen das Land deshalb massiv unterstützen.
Nach Island ist nun auch Ungarn durch die Finanzkrise in starke Bedrängnis geraten. Deshalb beantragt Ungarn höchstwahrscheinlich als erster europäischer Staat Kredite des Internationalen Währungsfonds (IWF).
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Ungarns Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány hofft auf Hilfe des IWF und der EU, um das Land durch die Finanzkrise zu leiten. (© Foto: Reuters)
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Die Hilfe des IWF ist üblicherweise an strenge Auflagen gebunden. Der IWF erklärte jedoch am Montag, er stehe in Gesprächen mit der Regierung in Budapest und sei zur Unterstützung Ungarns bereit.
Auch die Europäische Union kündigte Unterstützung für das osteuropäische Mitgliedsland an: "Wir sind bereit, alle zur Verfügung stehenden Instrumente nutzen, damit Ungarn seine Wirtschaft durch diese schwierigen Zeiten steuern kann", erklärte der französische EU-Ratsvorsitz gemeinsam mit der EU-Kommission.
Zudem wolle die EU alle verfügbaren Mittel einsetzen, um die Maßnahmen des IWF zu unterstützen und Ungarn dabei zu helfen, dem Druck der Märkte zu widerstehen.
Forint verliert deutlich an Wert
Zwar steht Ungarn noch kein Staatsbankrott bevor, wie er Island bedrohte, doch die Finanzkrise hat auch in Ungarn dramatische Spuren hinterlassen: Mit 5,5 Prozent bezogen auf 2007, hat Ungarn das größte Haushaltsdefizit innerhalb der gesamten Europäischen Union.
In der vergangenen Woche verlor der Forint rund zehn Prozent an Wert. Damit steht die ungarische Währung gegenüber dem Euro auf einem Zweijahrestief. Viele Investoren zogen daraufhin ihr Geld aus dem Land ab. Die ungarische Zentralbank musste stützend einspringen.
Die Unterstützung des IWF und der EU soll nun Zustände wie in Island abwenden: Um einen Staatsbankrott zu vermeiden, hatte das isländische Parlament die Regierung berechtigt, die Banken unter staatliche Kontrolle zu stellen.
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(sueddeutsche.de/AP/AFP/ld/tob)
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Ich würde doch sehr darum bitten, die Finanzkrise in Ungarn nicht mit der gegenwärtigen Krise in Verbindung zu bringen. Sicher ist sie ein auslösendes Moment. Tatsache ist jedoch, dass Ungarn schon vor Jahren durch eine überaus liberale Politik sich selbst in die Krise manövriert hat. Zur Erinnerung: Die Einkommens - und Körperschafts-Steuer wurde auf 15 % festgelegt. Die Mehrwertsteuer wurde angehoben und somit die Bevölkerung über Gebühr belastet. Die Folge waren massive Ausschreitungen, weil die Regierung zugeben musste, dass sie das Volk vor der letzten Wahl belogen hat und der Staat eigentlich pleite sei. Es wurde sogar versucht, z.B. bei Audi die Unternehmenssteuer anzuheben, was man natürlich abgelehnt hat. So taumelt Ungarn schon seit Jahren am Rande des Abgrunds. Leider scheint der IWF harte Forderungen zu stellen, die die Bevölkerung immer mehr verarmen lassen.