Finanzkrise "Deutsche Bank hat enormen Kapitalbedarf"

Kommt die Deutsche Bank tatsächlich so gut durch die Krise wie immer behauptet? Die Analysten von JP Morgan sind außerordentlich skeptisch.

Die Deutsche Bank hat nach Einschätzung der Analysten von JP Morgan den stärksten Kapitalbedarf aller großen Investmentbanken weltweit.

Finanzkrise

Das führende deutsche Geldhaus soll einen zu hohen Verschuldungsgrad haben

(Foto: Foto: ddp)

Das führende deutsche Geldhaus habe im Vergleich zur internationalen Konkurrenz einen zu hohen Verschuldungsgrad, heißt es in der am Mittwoch veröffentlichten Studie der US-Großbank.

Starke Abhängigkeit vom Investmentbanking

Die in Bezug auf die Deutsche Bank traditionell skeptischen JP-Morgan-Experten Kian Abouhossein und Jacob Kruse sehen einen zusätzlichen Bedarf an frischem Kapital in diesem Jahr von 7,8 Milliarden Euro. Dies führe auf Basis des aktuellen Kurses zu einer Verwässerung des Ergebnisses je Aktie von 29 Prozent.

Die Schweizer Rivalen UBS und Credit Suisse sowie Goldman Sachs hätten dagegen einen ausreichenden Kapitalpuffer, um die Finanzkrise durchzustehen. Morgan Stanley brauche lediglich 200 Millionen Dollar, heißt es in der Studie.

Die Deutsche Bank hat eine Kapitalerhöhung wiederholt ausgeschlossen und lehnt auch Staatshilfen ab. Sie sieht sich mit einer Kernkapitalquote von gut zehn Prozent ausreichend ausgestattet, um die Krise zu meistern. Andere Investmentbanken haben auch dank Milliardenhilfen ihrer Staaten indes eine höhere Quote.

Die Analysten von JP Morgan sehen bei dem Frankfurter Geldhaus eine starke Abhängigkeit vom Investmentbanking, was sie als Risikofaktor bezeichnen. Denn die Erträge im Kapitalmarktgeschäft seien in diesem Jahr rückläufig.

Anders als bei der Schweizer Konkurrenz spiele dagegen die vergleichsweise stabile Vermögensverwaltung eine nur untergeordnete Rolle. Als weitere Risiken nennen die Analysten anhaltend hohe Abschreibungsgefahren und negative Folgen der Rezession für die Kreditqualität.