Nachdem Experten kürzlich noch das Ende der Finanzkrise angekündigt hatten, schockieren nun neue Hiobsbotschaften die Börsianer.
Die Finanzkrise holt die Anleger erneut ein: Spekulationen über milliardenschwere Verluste bei der US-Investmentbank Lehman Brothers und eine sich zuspitzende Lage bei den staatsnahen Immobilienfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac drückten die Aktienkurse am Dienstag weltweit weiter nach unten. Vor allem Bankenwerte verloren stark. Bis 17 Uhr verlor der Dax 2,2 Prozent, der Dow Jones gab rund ein Prozent ab.
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Neue Verluste bei Lehman und eine mögliche Verstaatlichung der Immobiliengiganten Fannie und Freddie halten die Anleger in Atem. (© Foto: dpa)
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Der frühere IWF-Chefökonom Kenneth Rogoff warnte bei einem Vortrag in Singapur: "Die USA sind noch nicht über den Berg. Das Schlimmste steht noch bevor."Zudem prognostizierte der heutige Harvard-Professor den Kollaps einer großen US-Bank.
Spekulationen über Veräußerungen
Das angeschlagene amerikanische Investmenthaus Lehman Brothers muss zum Ausgleich von Milliardenverlusten offenbar große Geschäftsteile verkaufen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr, erwägt die viertgrößte Investmentbank des Landes, ihre Vermögensverwaltung zumindest teilweise zu veräußern. Lehman könnte sich etwa von dem Geschäftsbereich um die Tochter Neuberger Berman trennen, dessen Wert auf rund acht Milliarden Dollar geschätzt wird.
Nach Angaben aus Finanzkreisen hat Lehman bereits detaillierte Informationen über den Geschäftsbereich in Umlauf gebracht. Als Adressaten werden die Finanzinvestoren Blackstone, Carlyle Group, Hellman & Friedman, General Atlantic, Kohlberg, Kravis & Roberts, J.C. Flowers sowie Apollo Management genannt.Im Juni hatte Lehman erstmals mit 2,8 Milliarden Dollar einen Verlust gemeldet.
Für das dritte Quartal wird mit Abschreibungen von bis zu vier Milliarden Dollar und einem satten Minus unterm Strich gerechnet. Die Lehman-Aktie reagierte auf die Meldungen am Dienstag mit Einbußen von fast acht Prozent.
Neben der Investmentbank machen auch die beiden staatsnahen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac der Wall Street akut Sorgen. Experten befürchten eine baldige Verstaatlichung der beiden Häuser. Das Finanzmagazin Barron's hatte geschrieben, dass eine solche Maßnahme unmittelbar bevorstehen könnte. Das Blatt berief sich auf eine hochrangige, aber anonyme Quelle im Weißen Haus.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie das Finanzministerium einen Rettungsplan erstellt hat.
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Debatte über Urheberrecht
Eine Reform der westlichen Gesellschaft ist insoferne notwendig, damit sich Leute finden, die Gesetze beschließen, die diesen Globalisierungswahnsinn einschränken. Diesen gibt es nämlich auch am Kapitalmarkt.
Solange aber die jetzigen Politiker keinen Sinn für das Gesamte erlangen, sondern nur ihre Klientel bedienen bzw. ihr Horizont nur bis zur nächsten Wahl reicht wird sich nichts ändern.
Und wenn sich nichts ändert ist der Weg auch schon vorgegeben. Zuerst werden die Gesellschaften ihren inneren Zusammenhalt verlieren (kann man schon beobachten) und dann ist es nicht mehr weit bis Staaten ihre Existenzberechtigung verlieren und einfach zerfallen.
Vielleicht ist das aber auch eines der Ziele der neoliberalen Globalisierer (bitte jetzt nicht an ein paar Leute denken, die irgendwo sitzen und das ausgemacht haben). Wenn überhaupt keine Instanzen mehr vorhanden sind, dann zählt nur mehr das Recht des Stärkeren.
Einer "Reform der Weltgeld-Wirtschaft" müsste, Schreiber Clageo, eine Reform der westlichen Gesellschaft und ihrer Führungen vorangehen.
Der Anhänger hinten (Weltwirtschaft) ist das Problem nicht, sondern voran der/die Fahrer mit seinem/ihrem Zugfahrzeug.
r.kendel
... und wer sollte ihrer Meinung nach die Führerschaft von den USA übernehmen? Etwa Russland oder China oder die Ölstaaten? Nicht Häme sondern eine Reform der Weltgeld-wirtschaft ist dringend erforderlich.