Wir sind Zeugen einer Krise, die fassungslos macht. Sie endet nicht, wenn das laute Beben der Banken verhallt ist. Eigentlich beginnt sie dann erst.
Erstmals in der Geschichte werden die Deutschen gezwungen, sich mit der Zahl "Billion" (in den USA: "Trillion") auseinanderzusetzen. Die Billion, eine Million mal eine Million, ist die Zahl der großen Dinge: die Wirtschaftsleistung von Ländern etwa.
(© Foto: AP)
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Der Wert dessen, was pro Jahr in deutschen Fabriken und Büros produziert wird, beträgt beispielsweise rund zwei Billionen Euro. Weil sich aber solche Zahlen jeglicher Vorstellungskraft entziehen, interessierte sich kaum jemand für die Billion.
Plötzlich ist sie allgegenwärtig. Denn der Schaden, den die aktuelle Finanzkrise anrichtet, lässt sich nur noch mühsam in Milliarden beziffern. Das zeigt, was für eine ungeheuere Dimension diese Krise hat.
In der Welt der Banker ist die Billion schon lange Alltag. Im Devisenhandel werden täglich mehr als drei Billionen Dollar umgesetzt. In einer anderen Ecke des Finanzmarktes, dort wo es um künstlich von den Finanzingenieuren geschaffene Produkte geht, ist gar ein 60-Billionen-Dollar-Monster herangewachsen.
Angst vor 1929
60 Billionen Dollar - eine Summe, mehr als die Wirtschaftsleistung der gesamten Welt - beträgt das Nominalvolumen aller Kreditderivate.
Das sind die Papiere, die ursprünglich einmal Kredite absichern sollten, mit denen sich aber auch trefflich Hypotheken jonglieren ließen.
Dummerweise wurde das Monster nie an die Kette gelegt, wenngleich man ahnte, dass es auch gefährlich werden könnte. Es ist aus der schönen Modellwelt ausgebrochen, mit denen sich die Banken ihre Wirklichkeit geschaffen hatten.
Und jetzt bekommt die Welt die Kraft des Monsters - die Hebelwirkung der Derivate - zu spüren. Ohne die Derivate hätte die Kreditkrise nie eine solche Wucht entfalten können.
Mehr als eine halbe Billion Dollar wurden im Rahmen der Krise bereits abgeschrieben - plattgemacht, vernichtet. Und die Befürchtung ist da, dass es noch viel, viel mehr werden könnte.
Erst recht, wenn die Krise endgültig auf die Realwirtschaft überschwappt. Zu gut weiß man noch, was nach dem Börsenzusammenbruch 1929 geschah: Die Arbeitslosigkeit schnellte in vier Jahren von knapp vier Prozent auf fast 25 Prozent.
Nur diese Angst erklärt, warum die Ökonomie die politische Bühne beherrscht und ein Rettungspaket eingefordert hat, das mit einem Volumen von 700 Milliarden Dollar alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt.
Die Finanzindustrie könnte sich auch selbst helfen - genügend Geld ist da. Doch das Misstrauen ist zu groß. Man weiß, welche Banken derzeit Geld brauchen. Man kennt die Tricks, mit denen Bilanzregeln gedehnt werden, um die wirkliche Lage zu verschleiern. Welchen Teil des Monsters der Nachbar also noch im Keller haben könnte, ist unbekannt.
Carte blanche
Darum behält jeder sein Geld für sich. Was für eine bittere Ironie! Banken zogen sich jahrelang mit den toxischen Hypothekenpapieren gegenseitig über den Tisch und und machten damit glänzende Geschäfte. Den Giftmüll soll nun mit den 700 Milliarden Dollar der Steuerzahler kaufen - Cash for Trash eben.
Wie höhnisch klingen da die Kommentare derer, die jetzt schon sagen, dass die Vereinigten Staaten am Ende womöglich noch verdienen. Die Banken lassen sich das Geschäft mit dem Giftmüll jedenfalls nur allzu gerne entgehen. Und die vorläufige Ablehnung im Repräsentantenhaus zeigt, dass viele Abgeordnete genauso denken.
Die Arroganz der Finanzindustrie hatte mit Ex-Goldman-Chef Henry Paulson, dem gegenwärtigen US-Finanzminister, ihre Fortsetzung in der Politik gefunden. Er hatte das Rettungspaket durchgedrückt und wollte es eilig mit einer Carte blanche paaren: Keinem sollte er Rechenschaft schuldig sein.
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Konsequenz der Loveparade-Katastrophe
... wahrscheinlich hat deshalb niemand bei der SZ bislang die Zeit gefunden, den Teaser zum Dossier "1x1 der Geldanlage" zu löschen.
Dieses unsägliche Dossier ist von mehreren Artikeln über die Finanzkrise aus verlinkt. Passt doch gut zusammen, dass links dann über Milliardensummen zur Rettung der Banken geschrieben wird und in der Leiste rechts daneben die Überschrift verkündet, wie man sein "Erspartes sicher investieren" kann. Ratschläge u.a.: Fondsparpläne, geschlossene (Industrie-)Fonds, Immobilienfonds, hohe Renditen ("finden sich nur in spekulativen Märkten" usw.
Ja habt Ihr sie noch alle?
denn sonst wird der Schaden noch viel größer. Klingt gut, ist aber die einfache, die feige Variante. Wenn Banker, Politiker und Wirtschaftler alle das Gleiche sagen, muss es trotzdem nicht richtig sein. Sicher ist es aber ein Milliardengrab für Steuergelder.
Es lohnt sich also zu überlegen: Wollen wir das derzeitige Bankensystem in die Zukunft hinüberretten?
Gibt es Alternativen, wenn das derzeitige Bankensystem zusammenbricht? Ja, ein neues Bankensystem auf genossenschaftlicher und kommunaler Basis, das keine Lizenz zum Spekulieren mehr hat, sondern auf seinen Ursprung zurückgeführt wird, Spareinlagen in Kredite für Unternehmen und Privathaushalte zu transformieren.
Zu mehr braucht die Gemeinschaft die Banken nicht. Für Zocker gibt es dafür Spielbanken.
So wie es aber derzeit läuft werden Abermilliarden Steuergelder zur Behandlung der Symptome vergeudet. Nach einer Schamfrist wird wieder gezockt wie bisher, denn es reizt ungemein, nicht durch Wirtschaften, sondern durch Spekulieren Profit zu machen.
Der Aberwitz ist ja, falls der Staat all seine finanziellen Resourcen in die Rettung der Banken steck, hat er kein Geld mehr für die Unterstützung der notleidenden Masse. Die Abgeordneten in den USA, die sagen, die Main Street sei wichtiger als die Wall Street, haben absolut recht.
Staatsschulden Deutschland 1.5 Billionen Euro ! Neue Zahl ?
Das Wiedererwachen der Extremisten:
"als erstes ein Berufsverbot für die Finanzkünstler, die die derzeitige Misere zu verantworten haben. "
Die Populisten rufen wieder nach Berufsverboten, so wie sie es immer geatn haben. In den 70ern im Radikalerlassen, juristisch strenger aber gegen ganz andere Bevölkerungsgruppen:
"Historische Beispiele für Berufsverbote sind die Entlassungen von Ju den und politischen Gegnern des National sozialismus in Folge des Berufsbeamtengesetzes vom 7. April 1933 sowie die nach 1945 von den Alliierten Siegermächten gegen politisch belastete Filmkünstler verhängten Arbeitsverbote."
de.wikipedia.org/wiki/Berufsverbot
Zu einem Kreditvertrag wie zu jeder finanziellen Transaktionen gehören immer zwei Parteien. Gegen wen sollen denn die Berufsverbote der Extremisten verhängt werden: gegen die Kreditnehmer oder gegen dei Kreditgeber der faulen Hypothekenkredite, die heute die Bilanzen in gebündelter Form der Banken krank machen und die Liquidität verhindern? Berufsverbote gegen US-Hausbseitzer, di eleichtsinnig einen Kredit genommen haben, den sie gar nicht bedienen können und die mit ihrer millionbenfachen Naivität die eine Hälfte der Subprime-Krise verursacht haben?
Es ist schon recht seltsam, was sachunkundige Extremisten heute alles an populistischen Forderungen auf den Tisch legen.
"Bei aller Wut und Enttäuschung über die Misere sollte man einen klaren Kopf behalten, bevor man sich in Schadenfreude und Kopf-ab Phantasien wälzt."
Die Andeutungen von Lynchjustiz sind ebenfalls starker Tobak. Wann werden solche Menschen durch wen zivilisiert? Schocks in der Finanzwelt, die auf dem Arbeitsmarkt noch gar nocht angekommen sind, der im Gegenteil wieder mehr Arbeitslose von der Strasse geholt hat, verleiten Extremisten schon wieder unverhohlen zum Exzessaufruf. Ungehemmt heute in den Medien wie weiland in der Weimarer Republik auf der Strasse.
Ungeachtet zu dem offenen Extremismus, den der Artikel hervorruft, ist er mit Unsinn durchsetzt:
"Erstmals in der Geschichte werden die Deutschen gezwungen, sich mit der Zahl "Billion" (in den USA: "Trillion") auseinanderzusetzen. Die Billion, eine Million mal eine Million, ist die Zahl der großen Dinge: die Wirtschaftsleistung von Ländern etwa."
Es ist Quatsch, dass wir uns das erste Mal mit dem Begriff der Billion auseiandersetzen würden. China, Arabien, BIP alles schon seit Jahren im Billionen-Bereich, Auch wenn der Autor nicht damit vertraut ist. Eher negativ für
Das Wiedererwachen der Extremisten:
"als erstes ein Berufsverbot für die Finanzkünstler, die die derzeitige Misere zu verantworten haben. "
Die Populisten rufen wieder nach Berufsverboten, so wie sie es immer geatn haben. In den 70ern im Radikalerlassen, juristisch strenger aber gegen ganz andere Bevölkerungsgruppen:
"Historische Beispiele für Berufsverbote sind die Entlassungen von Ju den und politischen Gegnern des National sozialismus in Folge des Berufsbeamtengesetzes vom 7. April 1933 sowie die nach 1945 von den Alliierten Siegermächten gegen politisch belastete Filmkünstler verhängten Arbeitsverbote."
http://de.wikipedia.org/wiki/Berufsverbot
Zu einem Kreditvertrag wie zu jeder finanziellen Transaktionen gehören immer zwei Parteien. Gegen wen sollen denn die Berufsverbote der Extremisten verhängt werden: gegen die Kreditnehmer oder gegen dei Kreditgeber der faulen Hypothekenkredite, die heute die Bilanzen in gebündelter Form der Banken krank machen und die Liquidität verhindern? Berufsverbote gegen US-Hausbseitzer, di eleichtsinnig einen Kredit genommen haben, den sie gar nicht bedienen können und die mit ihrer millionbenfachen Naivität die eine Hälfte der Subprime-Krise verursacht haben?
Es ist schon recht seltsam, was sachunkundige Extremisten heute alles an populistischen Forderungen auf den Tisch legen.
"Bei aller Wut und Enttäuschung über die Misere sollte man einen klaren Kopf behalten, bevor man sich in Schadenfreude und Kopf-ab Phantasien wälzt."
Die Andeutungen von Lynchjustiz sind ebenfalls starker Tobak. Wann werden solche Menschen durch wen zivilisiert? Schocks in der Finanzwelt, die auf dem Arbeitsmarkt noch gar nocht angekommen sind, der im Gegenteil wieder mehr Arbeitslose von der Strasse geholt hat, verleiten Extremisten schon wieder unverhohlen zum Exzessaufruf. Ungehemmt heute in den Medien wie weiland in der Weimarer Republik auf der Strasse.
Ungeachtet zu dem offenen Extremismus, den der Artikel hervorruft, ist er mit Unsinn durchsetzt:
"Erstmals in der Geschichte werden die Deutschen gezwungen, sich mit der Zahl "Billion" (in den USA: "Trillion") auseinanderzusetzen. Die Billion, eine Million mal eine Million, ist die Zahl der großen Dinge: die Wirtschaftsleistung von Ländern etwa."
Es ist Quatsch, dass wir uns das erste Mal mit dem Begriff der Billion auseiandersetzen würden. China, Arabien, BIP alles schon seit Jahren im Billionen-Bereich, Auch wenn der Autor nicht damit vertraut ist. Eher negativ für i
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