Von Heinz-Josef Simons

Baugeld ist noch recht billig. Doch auch die niedrigen Zinsen schützen nicht vor kostspieligen Fehlentscheidungen bei der Finanzierung: die häufigsten Fehler und wie man sie vermeiden kann.

Geiz ist geil, und Schnäppchen gibt es mittlerweile an jeder Ecke. Doch bisweilen lässt tatsächlich die Qualität erheblich zu wünschen übrig. Wer schon einmal einen billigen DVD-Spieler gekauft hat, der nach nur zwei Tagen die Arbeit verweigert, weiß dies nur allzu gut. Lässt sich ein Kauf-Flop für 100 oder 200 Euro noch verschmerzen, so können Missgriffe bei der Eigenheimfinanzierung fatale Folgen haben. Hier die häufigsten Fehler und wie man sie vermeidet.

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Risiko: Eigenkapital

Der Bauherr hat ansehnliche Ersparnisse. Diese setzt er vollständig als Eigenkapital ein, um so die Belastung zu senken. Nun fehlt ihm Geld für Notfälle und größere Anschaffungen.

Tipp: Wer seine gesamten Barmittel als Eigenkapital verwendet, dem fehlt oft das Geld für neue Möbel, den Umzug, eine Renovierung und auch Unvorhergesehenes. Bauherren sollten sich deshalb finanziell nicht verausgaben und rund zwei bis drei Netto-Monatsgehälter stets verfügbar halten. Angelegt werden kann das Bare auf einem Festgeldkonto oder in einem Geldmarktfonds. Ansonsten ist oft ein Verbraucherkredit nötig, der die Baufinanzierung viel teurer macht.

Risiko: Tilgung

In der Regel wird pro Jahr ein Prozent vom Anfangsdarlehen zurückgezahlt. Das mögen die meisten Bauherren trotz der momentan weiter recht niedrigen Zinsen. Es dauert dann aber viel zu lange, bis das Eigenheim entschuldet ist.

Tipp: Machen Sie Tempo bei der Rückzahlung des Darlehens und verdoppeln Sie die jährliche Tilgungsquote. Mindestens. Zwar verringert auch nur ein Prozent Rückzahlung im Jahr die finanzielle Belastung peu à peu. Doch wer weiß, wie teuer Baugeld am Ende der Zinsbindungsfrist sein wird? Böse Überraschungen vermeiden Sie durch Sondertilgungen oder aber eine hohe Rückzahlungsquote von zwei oder drei Prozent jährlich. Sobald Sie den Tilgungsturbo zuschalten, vermindert sich die Restschuld zum Ende der Zinsbindungsfrist erheblich (siehe Tabelle).

Risiko: Nebenkosten

Der Kaufpreis scheint günstig. Aber mit ihm ist es nicht getan. Die meisten Bauherren ignorieren die anfallenden Nebenkosten. Da können fünf bis zehn Prozent hinzukommen.

Tipp: "Gebühren und die Makler-Courtage sind beim Immobilienerwerb erhebliche Kostenfaktoren", sagt Max Herbst, Finanzierungsexperte und Chef der Frankfurter FMH Finanzberatung. Je nach Region bekommt der Vermittler bis 6,6 Prozent für seine Dienste. Für den Notar und die Eintragung ins Grundbuch müssen nochmals 1,5 Prozent angesetzt werden. Schließlich werden 3,5 Prozent Grunderwerbsteuer fällig. Diese Nebenkosten dürfen Bauherren keinesfalls ignorieren. Am besten, man zahlt sie aus dem Eigenkapital und schlägt sie nicht dem Hypotheken-Darlehen zu.

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