Laut Tarifvertrag verdienen Berufsanfänger der niedrigsten Gehaltsstufe 1854 Euro im Monat, in der höchsten von neun Gehaltsstufen liegt das Grundgehalt bei 4093 Euro. Hinzu kommen über Betriebsvereinbarungen weitere ein bis vier Monatsgehälter. Im Krisenjahr 2008 haben aber Institute wie etwa die Hypo-Vereinsbank diese erfolgsabhängigen Zahlungen ganz gestrichen.

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Im Investmentbanking werden Mitarbeiter jedoch häufig noch deutlich höher bezahlt, sie handeln ihre Boni meist individuell aus und werden zum Teil in Aktien bezahlt. Im Wertpapierhandel etwa verdienten Frankfurter Banker in guten Jahren inklusive Boni im Durchschnitt etwa 450.000 Euro. Mittlerweile sind die Zahlungen nach Angaben von Personalberatern um etwa ein Drittel gefallen.

Laut Oliver Popp, Sprecher des Deutschen Bankangestellten-Verbandes, wird nur ein kleiner Teil aller Beschäftigten überhaupt leistungs- und erfolgsabhängig bezahlt. In Bereichen wie Verwaltung und Informationstechnologie sei das gar nicht möglich. Generell gilt, dass die Erfolgskomponente einen umso höheren Anteil am Gehalt ausmacht, je höher ein Mitarbeiter in der Hierarchie steht.

Selbstbewusst in der Krise

Zwar ändert sich die Bonus-Kultur im Zuge der Krise, doch für 2008 schütten selbst verlustreiche Banken noch beachtliche Summen aus. Die Schweizer UBS zahlte trotz eines Jahresverlustes von 13 Milliarden Euro Boni in Höhe von 1,43 Milliarden Euro. Das waren 78 Prozent weniger als im Vorjahr.

Die Deutsche Bank macht keine Angaben zu Boni. Sie verweist nur darauf, dass im Investmentbanking die Personalausgaben von 6,93 auf 3,86 Milliarden Euro gesunken seien. Ein Großteil dieser Kosten dürfte durch Bonuszahlungen zustande kommen. Trotz der schwersten Finanzkrise seit 80 Jahren beharren viele Banker auf ihre Boni. Der Vorstand einer deutschen Bank wundert sich über die Begehrlichkeiten der Mitarbeiter. "Einige Leute glauben, sie haben den Bonus gepachtet." In Gesprächen träten die Beschäftigten mit großem Selbstbewusstsein und großem Anspruchsdenken auf.

Imageproblem in der Öffentlichkeit

Dabei müsse sich die zusätzlichen Bezahlungen daran orientieren, wie gut das Geschäft des Hauses tatsächlich laufe. In den Bankenetagen weiß man: Wer trotz Krise und Staatshilfen teure Boni zahlt, bekommt ein Imageproblem in der Öffentlichkeit. Bei den angeschlagenen Landesbanken können sich Banker zusätzliche Vergütungen bereits in den meisten Fällen abschminken.

Bei der HSH Nordbank etwa gibt es für das vergangenen Geschäftsjahr überhaupt keinen Bonus mehr. Bei der Bayerischen Landesbank verzichtet der gesamte Vorstand auf seine üppigen Bonuszahlungen. Über Boni für die Mitarbeiter muss noch entschieden werden. Allerdings sei, so ein Manager des Unternehmers, "die Hoffnung nicht sehr groß", dass es noch Geld gebe.

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(SZ vom 11.02.2009/iko/tob)